Der kühle Juni gehört den Rosen

DER GEHÖLZGARTEN

Der Schatten des Holunderbaumes spendet Kühle und Trockenheit. Die Waldhortensie Anabelle liebt es und auch einige Hosta, wie die Elegance, fühlen sich wohl.

DER GRÄSERPFAD

Gräser überdecken inzwischen das Laub der einziehenden Narzissen. Knöteriche und Miscanthus Yakushima Dwarf bilden einen schützenden Rahmen für die Sesleria autumnalis mit ihrem frischen Grün.

DER KIESGARTEN

Im mediterranem Klima des Hofes, geschützt von der 7 cm straken Kiesschicht, gedeien Madonnenlilie, Lavendel und Katzenminze. Zur weißen Madonnenlilie gesellen sich die ersten Blüteschmetterlilnge der Gaura Lindheimerie. Einen belebenden roten Akzent setzten die Kartheusernelken. Zur Straße, im Sandbeet, leuchtet der weiße Salbei „Adrian“ vor der blühenden Ligusterhecke, die den Abschluß des fränkischen Hofes mit dem Tor nachbildet. Erste Strahlen des Sonnenaufgangs treffen auf die stipa calamagrostis algäu mit ihren zarten Stängeln.

DER KÜCHENGARTEN

Neben den Hochbeeten, unter der Kirsche, leuchtet pink die Spornblume und ein Vagabund, ein weißer Fingerhut, grüßt elegant den Gärtner beim Gießen der Gemüsebeete. Die Melde ist abgeerntet und die freien Flächen werden mit dem Grasmulch vom Frühjahrsschnitt im Gräserpfad auf die Hitzetage vorbereitet.

DER ROSENGARTEN

Rosen fluten den ganzen Garten mit ihren Blüten und überall duftet es in hunderten Nuancen nach Rosen und Erdbeeren. Die einjährige Orlaya grandiflora ist mit ihrem Blütenkranz ein gern gesehener Gast im Rosenbeet. Ebenso breitet die vagabundierende „silaublättrige Brenndolde“, bzw. baltische Petersilie, ihren weißen Doldenschmuck im Garten aus und lockt summende, brummende und flatternde Gäste an.

DER SCHATTENGARTEN

Die erwartungsvolle Spannung der letzten Wochen im Schattenbeet hat sich gelegt. Ein grünes Teppichmuster breitet sich über die Kiesfläche. Nur der angedeutete trockene Wasserlauf unterbricht das Muster und irgendwoher glaubt das Ohr ein Murmeln und Plätschern zu vernehmen wie eine akustische Fatamorgana.

DER STAUDENGARTEN

Die Päonienblüte klingt ab, und die lang erwartete „Immaculee“ mit ihrem roten Dreiklang in der Mitte beendet diese Gartenzeit mit einem leuchtend weißen Tusch. Über die Pergolen kriechen die Ramblerrosen „Francois juranville“ und „Lauré Davoust“ sich entgegen, als wollten sie sich umarmen wie Romeo und Julia. Die schwefelgelbe „Christine helene“ wogt über der Loge und schaut gelassen diesem Liebesdrama zu. Als hätte sie auf ihren Auftritt nach den Päonien gewartet, erstrahlt die Zistrose unter dem Ringlo in weiß mit einer Rosette in ochsenblutfarben mit Gelbem Zentrum. Rittersporne und Salbei wetteifern geradezu um das leuchtendste Blau der Staudenbeete.

DER TAGLILIENGARTEN

Blaue Fackeln von Ritterspornblüten residieren im Beet und künden vom baldigen Auftritt der Taglilien.

DER TEICHGARTEN

Ein verwunschenes Fleckchen ist der Teichgarten. Hier platscht und brummt es, schwirrt und flattert es wenn Vögel, Bienen und Wespen sich am Wasser laben oder ein Bad nehmen. Erste Teichrosen schauen schüchtern zwischen den in diesem Jahr üppig wachsenden Krebsscheren hervor. Die Kolkwitzieblüte schneit rieselnd herab und legt einen weißen Teppich auf den Himmelsspiegel. Froschlöffel und Hechtkraut schieben sich aus dem kühlen Naß und werden bald Libellenlarven bei ihrem Zaubertrick, der Verwandlung in flirrende Diamanten, dienen. Hier am Rande des Teiches thront der Pfirsich, während Alant und weidenblättrige Sonnenblume um die Höhe wetteifern. Gelassen schmunzelt der Knöterich Johanniswolke über diese Eitelkeiten hinweg, hat er doch seinen Auftritt unübersehbar inszeniert. Halb versteckt vor der Trockenmauer, etwas schüchtern, zünden die Ornithogalum dubium ihr Feuerwerk aus weißen Sternen. Pünktlich zum Einsetzen der Hitzewelle öffnet sich auch die Inkalilie mit ihren leuchtend gelborangen Blüten und kündet von anderen Zeiten.

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