Zu Gast bei Astrid Guhl im Rosenparadies Wilhelmshaven

Astrid und Rüdiger Guhl haben uns vor drei Jahren besucht – ein Gegenbesuch war lange geplant, mal verschoben, aber jetzt konnten wir es endlich wahr machen! Astrid ist ein wandelndes Fachbuch in Sachen Rosen und auch Stauden. In meinen Anfängen konnte sie mir in Sachen Rosen oft helfen. Am zweiten Tag unserer Reise standen wir am frühen Nachmittag vor dem hübschen roten Klinkerhaus, umrahmt von Hecken und bunten Gehölzen, der Eingang rechts und links mit bunten Iris bepflanzt. Ein herzliches Begrüßen, große Wiedersehensfreude und natürlich gingen wir sofort in den Garten.

Ihr Rosenparadies Wilhelmshaven liegt am Rand von Wilhelmshaven. Astrid und Rüdiger haben das über 100 Jahre alte Haus vor knapp 30 Jahren gekauft und nach und nach mit viel Energie und Arbeit in ihr Gartenparadies verwandelt Teich mit Holzterrasse, Wege und Terrassen mit Klinker gebaut,  Hecken, schöne Gehölze, ein Pavillon und Sitzplätze entstanden. Erst nach etwa 10 Jahren begann sie Rosen anzupflanzen. Inzwischen klettern Rosen und Clematis und beranken Laubengänge, Pavillon und Vordächer.

Nachbildung einer gotischen Ruine, Skulpturen der klassischen Antike, Vasen, Wasserspiele,  das alles kombiniert mit einer schönen Bepflanzung vermittelt dem Besucher ein stimmiges Ganzes! Auf den geliebten Buchs, den sie sorgsam herangezogen hatte, mußte sie wegen des Virus inzwischen bis auf wenige Ausnahmen verzichten. Stattdessen zieren ausgesuchte Stauden die Wege. Überhaupt hat sie ein Faible für Raritäten und weiß sie geschickt zu positionieren.

Wir haben Glück, dass momentan wenige Rosen und Clematis blühen, so können wir die Strukturen besser erkennen und uns trotzdem vorstellen, wie der Garten in der Blüte quasi explodiert! Wir gehen zum Kaffeetisch und genießen Stück für Stück Astrids Backkünste ❤  Anschließend geht es zum Teich….auf der schönen Sissinghurst-Bank hat man den totalen Überblick….

Das neue Glashaus, ihre Sammlung schöner Vasen und Töpfe zeigen: hier ist ein Profi und Schöngeist am Werk! Überall schweift der Blick hin zu Figuren, Gefäßen und Pflanzen…..

Wir beenden unseren Besuch mit einem gemütlichen Abendessen und bedanken uns bei den Beiden für ihre wunderbare Gastfreundschaft!

Zu Gast bei Hedwig und Wilhelm Weerts im Moorjuwel

Endlich haben wir es geschafft und uns ein paar Tage Auszeit gegönnt – über fremde Gartenzäune schauen! So fremd sind sie nicht, unsere Gartenfreunde – über Facebook haben wir uns bereits seit langer Zeit ausgetauscht und jetzt war der Zeitpunkt günstig, nach Ostfriesland zu reisen. Das Wetter meinte es gut mit uns.

Das Moorjuwel befindet sich direkt am Kanal in Wiesmoor. Das Ehepaar Weerts hat etwa vor 25 Jahren begonnen, den Garten nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Was können wir sagen? Es ist ein Schmuckstück geworden – ein Moorjuwel im wahrsten Sinne des Wortes! Seit 2018 haben sie sogar im Anbau eine hübsche kleine Ferienwohnung, Die ‚Puppenstube‘ sieht auf den Bildern schon so gemütlich aus, dass ich sie gleich gebucht habe!!

Versteckt zwischen buntlaubigen Gehölzen und schönen Stauden liegt der Schatz, den wir gesucht haben. Ein herzliches Willkommen, eine liebe Begrüßung und schwupp, stehen wir bereits im Garten. Hier baumeln schon sehr dekorativ  etliche Mooskugeln herum.  Überall führen verschlungene Wege in verschiedene Gartenräume und geben Einblick in die mit viel Gespür in Szene gesetzte Pflanzenwelt!

Gut geschnittene Buchenhecken, unzählige Sitzplätze, lauschige Ecken, murmelndes Wasser, spannende Blattstrukturen….der Specht klopft und die Kaulquappen vergnügen sich im Teich.

Es lohnt sich, alle Sitzplätze mal aufzusuchen und die unterschiedlichen Blicke auf sich wirken zu lassen und zu genießen. Wie zufällig sind Schalen, Töpfe, altes Handwerkszeug usw. in die Pflanzungen integriert. Mich, dem „Deko-Muffel“, hat das fasziniert, weil es mit der großen Pflanzenvielfalt wunderbar harmoniert. Der Hausherr hat ein unsagbar großes handwerkliches Geschick und das spürt man!! Dichterhäuschen, Pflastersteine, Regale, Gerüste……ein Geschenk des Himmels ❤

Es ist schon ein Traum, wenn sich beide so wunderbar ergänzen….schließlich möchte ich hier noch besonders erwähnen, dass Hedwig eine begnadete Tortenbäckerin ist, ihre Besucher wissen das sehr zu schätzen! Selbst bei Regenwetter sitzen die Besucher in den überdachten Sitzecken,  im Gewächshaus oder im Gartencafé ‚Tuunhuus‘ gemütlich und warm wie in der guten Stube zuhause!

Ist der Mai kühl und nass

……. füllt’s dem Bauern Scheun und Fass.

Kühl stimmt, mit dem Regen haben wir etwas Geduld.  Bisher konnten wir im Mai  8 Liter verzeichnen. Durch die Kälte und den dichten Bewuchs sieht alles sehr frisch aus! Die Dichternarzissen Narcissus poeticus var. recurvus und auch die letzten Tulpen zeigen noch keine Schwächen.

Die ersten Zwerg-Iris Iris barbata-nana sind schon fast verblüht, jetzt sind die hübschen Akeleien an der Reihe und tanzen durch die Beete. Bestimmte Sorten möchte ich erhalten und habe sie strikt von anderen getrennt – bin gespannt, ob es gelingt.

Beim Besuch einer Gartenfreundin kamen wir beladen wieder zurück: etliche Stauden hatte sie geteilt und etliche für uns getopft! Sehr viele Schattenflächen haben wir noch nicht, aber im Unterholz am Teich und Gewächshaus war noch Platz!

Im Schattenbeet im Hof ist der Flieder fast verblüht, aber alle Hostas, Farne und Astilben zeigen sich von iher besten Seite…

Tulpen und Narzissen

Bisher ging es im Staudengarten farblich eher dezent zu…das hat sich gerade geändert! ‚Ballerina‘ und ‚Havran‘ tänzeln gemeinsam mit ein paar verbliebenen Bergenienblüten

Rein zufällig blühen jetzt auch Iris und Goldlack……sieht das nicht hervorragend aus? Die letzten Narzissen fangen an zu blühen Narcissus poeticus var. recurvus…sie sehen nicht nur gut aus, sie duften wunderbar!

 

 

Der befahrbare Kiesgarten – ein Jahr danach

Vor über einem Jahr haben wir den ‚befahrbaren Kiesgarten‘ angelegt und im August bei brütender Hitze den Duft-und Kräutergarten rechts daneben zum ‚Gravel Garden‘ zum Kiesgarten gemacht. Jetzt, im Frühjahr, sind wir begeistert und froh, diesen Schritt gemacht zu haben. Seht selbst:

Die Wolfsmilch verbreitet sich in Windeseile, aber das ist gewünscht, ebenso die verschiedenen Sedumarten, die sich hier und da eingenistet haben.

Wie aus einem Stück erscheint die gesamte Fläche im Hof. Es sieht großzügig aus und nicht mehr wie ein Schlauch vorher. Die gelbgrüne Wolfsmilch und die weißen Tulpen wirken freundlich und harmonisch. Alles treibt aus und wir sind gespannt, wie der weitere Verlauf ist.

 

Auch hinten im Schatteneck treiben Hostas, Anemonen, Astilben und vieles mehr aus….sogar der Flieder blüht ❤

 

Petra Pelz – Gartendesignerin zu Besuch bei der Gesellschaft der Staudenfreunde

Seit 4 Jahren sind wir Mitglied der Gesellschaft der Staudenfreunde (GdS). Hier in der Regionalgruppe Schweinfurt treffen wir zusammen mit der Gesellschaft deutscher Rosenfreunde, Freundeskreis Unterfranken und bilden eine eine starke Gruppe. In jedem Jahr freuen wir uns auf interessante Vorträge von professionellen Staudengärtnern, Gartengestaltern, Gärtnermeister usw.

Heute freuten wir uns auf Petra Pelz, Landschaftsarchitektin aus Sehnde mit dem Thema „Schöne Pflanzenkombinationen/-kompositionen für den Privatgarten“.

Sie berichtete vom Beginn ihrer Laufbahn vor ca. 25 Jahren,  von der Arbeit im Öffentlichen Grün, vom Gartenarchitekten Wolfgang  Oehme, mit dem sie Reisen in die USA unternahm und dort Präriestauden am Naturstandort erleben konnte. Sie erzählte von den Schwierigkeiten, genügend Stauden für großflächige Pflanzungen zu bekommen und ihrer Liebe zu Gräsern und Präriepflanzen . Sie zeigte und Fotos ihrer Pflanzungen in öffentlichen Gärten, Gartenschauen und Privatgärten. Dazu gab sie uns Tipps zur Pflanzung, Gestaltung und Pflege. Ihre Lieblingsgräser sind auch meine, nur muß ich wegen fehlender Feuchtigkeit auf das Japanwaldgras verzichten, das sie auch gern zur Beeteinfassung nutzt. Für mich war es schön zu erfahren, dass sie die Farbe Gelb liebt, die sich (für Gelbgegner) prima mit Weiß kombinieren läßt und dadurch gefälliger wirkt……..Wir nehmen diese Tipps zu gern auf und werden sicher etwas davon umsetzen.

Über ihre Facebookseite ‚Design Natürlich Petra Pelz – Pflanzplanung‘ ist sie vielen Gartenfreunden im Netz bekannt. Ihr gleichnamiger Blog ist hochinteressant, wie auch ihre Homepage, auf der vieles nachzulesen ist.  Ich durfte in der letzten Woche einen kleinen Gastbeitrag in ihrem Blog veröffentlichen und sage hier noch einmal Danke ❤

Die Zeit verging wie im Flug und konnten später noch ein paar Worte wechseln. Ein netter Überraschungsgast war auch da: Dr. Joachim Hegmann, Gartengestalter aus der Pfalz, den wir vor zwei Jahren mit einem  eindrucksvollen Vortrag erleben durften.

 

Der April beginnt kühl

Konnte man sich Ende März schon einen leichten Sonnenbrand holen, ist Anfang April wieder Jacke angesagt. Über den Regen, wenn auch etwas verhalten, freuen sich Garten und Gärtner gleichermaßen. Wir schreiben uns jetzt täglich die Niederschlagsmengen auf.  Heute früh ist es kalt und nass, aber kein Frost. Den Pfirsich freut es. Am Teich blühen Bergenien und in der Senke dahinter, zwischen austreibenden Hemerocallis und Iris, leuchtet himmelblaues Omphalodes verna, das Gedenkemein.

In den Staudenbeeten ist es grün geworden, hier erwarten wir später die Tulpen in orange und schwarz. Jetzt sind die Bergenien an der Reihe, im Wegekreuz, am Teich und  unter den Bäumen…

Am Teich ist Caltha palustris voll erblüht und im unteren Gehölz die frisch gepflanzten Himmelsschlüssel Primula elatior und das Buschwindröschen Anemone nemorosa

Mit Gelassenheit ins neue Gartenjahr

Die letzte Märzwoche beginnt und wir stellen fest, dass wir schon arbeitsintensivere Zeiten im Garten erlebt haben. Unsere Hochbeete und Hügelbeete sind bereit, Zwiebeln, Pastinaken und Möhren sind ausgebracht, Paprika, Chili und Tomaten stehen im kalten Gewächshaus, einige Stauden geteilt und manches zur Vermehrung vereinzelt.  Etwa 41 Liter Regen haben wir im März gemessen und unsere Regenfässer und Tanks sind gut gefüllt.

Im Eingang wachsen die Tulpen im Herbstbeet heran, der Kies als Mulchschicht wird der Pflanzung Vorteile bringen, der Hof ist der heißeste Ort im Sommer und hatte im August nahezu Werte über 40°! Der kleine, im Sommer absonnige Teil, da vom Wein beschattet, beherbergt unsere Hostas und andere Schattenpflanzen.

Der Kiesgarten sieht schon gut aus, wir freuen uns über das Wachstum einzelner Pflanzenschätze..

Die Kieswege im Staudengarten gefallen mir auch, momentan sieht es noch recht ‚ordentlich‘ aus, aber das wird sich mit dem Wachstum schnell verlieren 😉  Zunächst hilft der Kies auch hier, die Übergänge in die einzelnen Bepflanzungen feucht zu halten und vor arger Sonne zu schützen. Mag sein, dass im Laufe der Jahre, wenn die Kronen der Obstbäume größer werden, das nicht mehr unbedingt nötig ist, aber aktuell hilft es, auch die Freude am Garten nicht zu verlieren.

Frühlingswanderung durch den Landschaftspark Bettenburg

Die Bettenburg liegt mitten in den Haßbergen bei Hofheim. Sie ist ein Wahrzeichen der Haßberge. Dazu gehört der gleichnamige Landschaftspark, bzw. Landschaftsgarten. Seine Gründung geht zurück auf den Freiherrn Christian von Truchseß von Wetzhausen. 1789 ließ er ihn  in dem Waldstück nahe seiner Burg anlegen. Von Anfang an war der Park auch für die Bevölkerung geöffnet.

Es war die Zeit, in der in Deutschland reichlich und mit Begeisterung in Lesezirkeln gelesen und philosophiert wurde. Bekannt sind in dieser Zeit die von Goethe in Weimar geführten „Freitagsgespräche“. Eine solche Tafelrunde versammelte der Freiherr auch auf der Bettenburg, wo sich namhafte Persönlichkeiten zum Gedankeaustausch trafen.  Es war die Zeit kurz nach der französischen Revolution und die Zeit der englischen Landschaftsparks. In dieser Zeit des Umbruchs sah sich der Freiherr als letzter Ritter.

Die mittelalterlichen Tugenden der Ritter, wie z.B. die Fürsorge für die Untertanen und den Schutz in Not Geratener war das Ideal und die Sehnsucht der gebildeten Runde. Die Werte wie Familie, Freundschaft, Dichtkunst hielt der Freiherr hoch. Ihnen zu Ehren ließ er in dem Landschaftsgarten Architekturen anlegen. Ebenso zierten die Wege durch den Park viele Schrifttafeln, die zum Nachdenken anregen und dadurch die Wanderer zu moralisch besseren Menschen machen sollte.

Heute bei klarem sonnigen Wetter wollte ich mir ein Bild von dem Landschaftsgarten machen. Es ist ein Areal ca. 500 x 500 Meter groß. Das bergige Gelände ist mit Eichen und Buchenwäldern bewachsen. Zu beiden Seiten eines von einem Bachlauf durchzogenen Tales steigen Hügel an. Die gut ausgeschilderten Pfade führen entlang des Tals, hinab zum Bachlauf und auf der anderen Seite wieder hinauf auf die Höhe, von der man im Osten das Dorf Manau sehen kann. Zur anderen Seite, nach Westen, ging früher der Blick in das Vorland der Haßberge. Heute verstellen hohe Buchen und Eichen den Blick.

Der Weg führt vom Parkplatz an der „Totenkapelle“ vorbei zum „Lusthaus“, auch „Dichterhaus“ genannt. Dort bietet sich ein herrlicher Blick über das bewaldete Tal. Der Weg führt weiter am „Denkmal mit Ulrich von Hutten“ zum „Minnesängerplatz“.

Von hier kann man schon die „Alte Burg“ eine künstliche Ruine, durch deren Tor man auf die nach dem Bauernkrieg neu erbaute Bettenburg schaut. Von hier macht der Weg eine Schleife und führt zum „Denkmal für Götz von Berlichingen und Franz von Sickingen“. Götz von Berlichingen, der zeitweise auf der Seite der aufständischen Bauern kämpfte und dem Goethe ein Denkmal setzte. An diesem Denkmal wird auch auf die eigene ungewisse eigene Zukunft, im Zeitalter der Schreckensherrschaft der Jakobiner auf dem Höhepunkt der französischen Revolution, verwiesen. Der Weg geht ins Tal hinunter. Man folgt dem Bachlauf bis zur Mündung in den „Trüben See“ mit einer kleinen Insel darin. Der Weg geht zurück, überquert eine hölzerne Brücke und führt steil auf die Höhe der anderen Talseite. Auf der Höhe geht der Weg vorbei am „Denkmal der Geschwisterliebe“ und führt zurück an der „Totenkapelle vorbei. Die besondere Stimmung diese Landschaftsgartens regt zum Nachdenken und Entschleunigen an.

Die Landschaft beeindruckt sicher auch im April zum Austrieb der Laubbäume, sowie an heißen Sommertagen, wenn das Laub Kühle spendet, oder im Herbst wenn sich das Laub verfärbt. Auf jeden Fall ist er ein empfehlenswertes Ziel.

Der Frühling naht im Staudengarten

Trotz Sturm und reichlich Regen zeigt der Frühling sich von seiner besten Seite. Eine reine Freude sind  Helleborus orientale und Helleborus foetidus in diesem Jahr.

Die Krokusse sind besonders wichtig für die ersten Insekten, eifrig fliegen sie von einem zum nächsten Blütenkelch…..ich mag besonders die schwefelgelben Crocus chrysantus ‚Cream Beauty‘. Zum ersten Mal im Garten: ‚Katherine Hodgkin‘, die Zwerg-Iris. Wie lange mögen sie wohl bleiben??? Das Leberblümchen ‚Hepatica nobilis‘ leuchtet besonders schön zu dieser Zeit und zieht alle Blicke auf sich.