Frostiger Morgen – Winterfreuden im Garten

Das Jahr beginnt mit Temperaturen unter Null – ein erfreulicher Anblick nach etlichen dunklen Tagen im alten Jahr….

Wie gepudert sehen die Gräser aus, dick gezuckert die Äste. Kann man verstehen, dass viele Gartenbesitzer ihren Garten bereits im Herbst ‚aufräumen‘ und sich damit der ganzen Schönheit des Winters berauben??

Die Vögel haben ihre Freude und suchen zwischen den Stauden und Gräsern nach Futter, das von der Futtersäule oder vom Vogelhaus heruntergefallen ist, oder auch Samen der unterschiedlichen Pflanzen. Die Rosensträucher sind viel besucht, hier gibt es noch etliche Hagebutten…

Wir wünschen allen Gartenfreunden eine schöne, ruhige Zeit – Zeit zum planen und träumen von Sommertagen im Garten!

Silvesternacht

@annca auf pixabay.com

Und nun, wenn alle Uhren schlagen,
So haben wir uns was zu sagen,
Was feierlich und hoffnungsvoll
Die ernste Stunde weihen soll.

Zuerst ein Prosit in der Runde!
Ein helles, und aus frohem Munde!
Ward nicht erreicht ein jedes Ziel,
Wir leben doch, und das ist viel.

Noch einen Blick dem alten Jahre,
Dann legt es auf die Totenbahre!
Ein neues grünt im vollen Saft!
Ihm gelte unsre ganze Kraft!

Wir fragen nicht: Was wird es bringen?
Viel lieber wollen wir es zwingen,
Daß es mit uns nach vorne treibt,
Nicht rückwärts geht, nicht stehen bleibt.

Nicht schwächlich, was sie bringt, zu tragen,
Die Zeit zu lenken, laßt uns wagen!
Dann hat es weiter nicht Gefahr.
In diesem Sinne: Prost Neujahr!

Ludwig Thoma 1867-1921

Das Staudenbeet am Jugendgästehaus in Schweinfurt

Angelegt wurde das Beet nach Plänen von Christine Orel im März 2017 in gemeinschaftlicher Aktion der Gesellschaft der Staudenfreunde e.V. und der Deutschen Rosenfreunde e.V., Regionalgruppe Unterfranken.

Unser Regionalleiter Rainer Trost kümmert sich seitdem federführend um das Beet und hält den Zustand auch fotografisch fest. So kann ich heute einen kleinen Rückblick auf das Jahr 2019 zeigen.

Februar 2019 mit den Samenständen von Pycnanthemum tenuifolium und Iris histroides ‚Lady Beatrix Stanley‘

Im März zeigen sich Muscari azureum, Anemone blanda ‚ Blue Shades‘ und Tulipa humilis ‚Lilliput‘ – eine der kleinsten Wildtulpen.

Der April wird bunt……mit Tulipa clusiana ‚Lady Jane‘ und Tulipa bakeri ‚Lilac Wonder‘ und dem Grün der austreibenden Stauden.

Im Mai leuchten Salvia pratensis und Salvia nemorosa ‚Caradonna‘ im unvergleichbaren Blau, dazu vorne links Geranium sanguineum ‚Max Frei‘ und Artemisia ludoviciana

Der Juni wird heiß und trocken – die Rose ‚Sweet Pretty‘ ist ein Hingucker!

Im Juli zeigen sich wahre Trockenkünstler: Echinops bannaticus ‚Blue Globe‘

Der Urlaubsmonat August fällt aus, hier kommt der September mit Aster pyrenaeus ‚Lutetia‘ , Sedum telephium ‚Matrona‘ und Panicum virgatum ‚Heiliger Hain‘

Der Oktober präsentiert die Ausdauer der trockenheitsverträglichen Gräser, hier Nasella tenuissima zusammen mit den Samenständen von Pycnanthemum tenuifolium vor der weißen Wand

Wir sind gespannt, wie sich die Pflanzung im kommenden Jahr entwickelt. Bisher verhalten sich Panicum virgatum ‚Heiliger Hain‘ und Calamagrostis acutiflora ‚Karl Foerster‘ noch sehr zurückhaltend.

Das Jahr in zwölf Bildern

Was macht man, wenn das Jahr sich dem Ende neigt, die Vorbereitungen für die Feiertage beendet sind und das Wetter nicht gerade zum Spaziergang einlädt? Wir schauen uns noch einmal ein paar Pflanzenschätze an…..

Helleborus niger im Januar

Eranthis hyemalis lockt im Februar die ersten Insekten
Iris reticulata ‚Katherine Hodgkin‘ zwischen Sedum spurium ‚Tricolor‘ im März
Im April tanzen zarte Blüten von Epimedium x warleyense ‚Orangekönigin‘
Im Mai beginnt die Blüte vom Zierlauch – hier  Allium ‚Purple Sensation‘
Im Juni erblühen bei uns Delphinium elatum Hybriden…hier neben dem Sedum telephium ‚Hot Chocolate‘
Im Juli: Echinops ritro besticht durch die im Hintergrund gepflanzte Achillea filipendulina ‚Parker‘
Ipomoaea purpurea liebt die Augustsonne und harmoniert wunderbar mit Helianthus microcephalus ‚Lemon Queen‘
Der September ist ein Monat der Gräser – hier Nassella tenuissima mit Sedum telephium ‚Birthday Party‘ ‚
Aster laevis ‚Anneke van der Jeugd‘ – im Oktober hat sie Hochsaison
Eine späte Schönheit im November: Chrysanthemum indicum Hybride ‚Herbstrubin‘
Sambucus nigra ‚Black Beauty‘ mit einem Hauch von Reif im Dezember

Astern und Gräser im Oktober

Der Oktober begann nass, endlich Regen! Innerhalb von 10 Tagen konnten wir über 50 Liter messen. Die Regenfässer haben wir gleich wieder zurück in den Garten gepumpt – Bäume und Sträucher haben es bitter nötig.

Am Wochenende freuten wir uns dennoch wieder über die Sonne und damit über ein goldenes Oktoberwochenende. Die Einfahrt präsentierte sich von der schönsten Seite..

Samstag besuchte uns ein Gesangverein und erfreute uns zum Abschied mit einem Ständchen – ein herzliches Danke dafür, liebe Besucher aus Roth! Uns hat gefreut, dass sich die Asternblüten endlich öffneten und wie ein Sternenhimmel leuchteten…

Herbstlich im September

Jetzt geht es schnell….die Tage werden kürzer, die Nächte kälter und in den Morgenstunden gibt es hier und da schon Bodenfrost! Regen wäre da schon besser. Mit den Arbeiten in den Staudenbeeten beginnen wir erst im Oktober – im Urlaub haben wir uns dazu schon einige Notizen gemacht. Im Herbst ist dann die beste Zeit für diese Änderungen.

Jetzt genießen wir aber zunächst noch das Farbspiel der Astern und die wunderbaren Gräser ….

Noch sind einige Astern noch nicht aufgeblüht, aber täglich öffnen sich mehr..

Die Temperaturen lassen tagsüber noch leichte Kleidung zu und wir genießen den Garten in vollen Zügen….

Für die Beschattung der Hortensien hatte Reinhard vor ein paar Wochen eine Pergola gebaut und heute haben wir zunächst zwei Clematis gepflanzt. Demnächst wird noch eine schöne Ramblerrose dazu kommen….

Wir wünschen Euch ein schönes Wochenende!

Severino Prosdocimi – Kunst und Garten

Durch die Vermittlung von Camilla Zanarotti hatten wir die Gelegenheit, den einzigartigen Garten des Künstlers Severino Prosdocimi zu besuchen. Sein schmales Haus mit Tür, Fenster links und Fenster, insgesamt rechts ca. 8 Meter breit, machten uns neugierig. Severino begrüßte uns herzlich und führte uns geradewegs durch das Haus in den Garten..

Die Tiefe des Gartens, das Murmeln des Wassers, das sich in ein langgestrecktes Becken ergoß und in einem engen Kanal mündete, in dem sich auch Goldfische wohl fühlten. Die Fülle an Details, Vasen, Töpfe und Grünpflanzen in allen nur denkbaren Variationen machten uns sprachlos.

Immer wieder ergaben sich neue Blickwinkel…

Sämtliche Fundstücke aus dem Haus hat Severino zu einem Gartenkunstwerk zusammengestellt und arrangiert. Ein Bilderrahmen mit den Aufnahmen des vor 12 Jahren vorgefundenen Gartens läßt erahnen, mit welcher Energie er sein Projekt umgesetzt hat…

Jeder Raum, den wir durch ein Tor betreten, ist eine neue Welt. Es gibt Früchte, die wir kosten und wir stellen uns vor, wie Ende April die Rosen blühen und uns mit ihrem Duft verzaubern.

Überall gibt es Sitzplätze, wir lassen uns nieder und genießen…

Von den Häusern links und rechts ist nichts zu spüren, es ist eine ganz eigene Welt, die er sich geschaffen hat. Die Schattenräume sind erfrischende Erholungsräume von der Hektik des Alltags. Danach zeigt uns der Künstler seine Arbeiten aus verschiedenen Schaffensperioden. Mir fällt die selbst gestaltete und phantasievolle Innenarchitektur besonders ins Auge – wirklich ein Gesamtkunstwerk!

Wir bedanken uns für die Zeit und die interessante Führung bei Severino und hoffen, ihn bald wieder zu besuchen…zur Rosenblüte!

Im ‚Giardino della Torre‘ von Camilla Zanarotti

Fünf Jahre nach unserem ersten Besuch waren wir gespannt auf die Entwicklung dieses Gartens unserer Gartenfreundin…

Der neue Gartenteil ist der Schattengarten auf der Ostseite der Colli Berici unterhalb des Gemüsegartens. Hier wachsen zwischen ausgewaschenen Natursteinen u.a. Miscanthus, Iris, Bergenien, Carex und Stachys.

Der Gemüsegarten ist der zentrale Teil des Gartens. Durch seine Laubengänge aus Kastanie war er uns schon früher aufgefallen und hatte uns schon 2014 neugierig gemacht. Inzwischen sind die Rosen und Gehölze natürlich gewachsen und ergeben ein anderes Bild. Neben Kohl, Heckenzwiebeln, Kürbis, Zucchini, Salat und Tomaten blühen munter Skabiosen und Dahlien. Zusammen sind sie nicht nur schön anzusehen, sondern erfüllen auch ästhetische Bedürfnisse. Die Konstruktion der Laubengänge ist bewusst spielerisch und phantasievoll. das zeigt sich auch in den Details..

Während ich mir den Gemüsegarten anschaute, ging Reinhard zu den Serpentinen am Westhang…

Reinhard wechselte die Seite am Ende des Gartens und ging auf die Ostseite…

Wir treffen uns am Haus, auf der Terrasse…..wir unterhalten uns über die Schwierigkeiten, das Klima. die Bepflanzung und unsere Begeisterung für diesen Garten.

Wir sagen den Gastgebern Camilla und Gianmaria ein herzliches ‚Danke‘ für diese spontane Einladung ❤ wir kommen wieder 😉 Arrivederci

  • Camilla hat klassische Musik am Konservatorium studiert, interessierte sich aber auch schon immer für Natur und die Botanik. Sie studierte an der Fakultät für Landwirtschaft und absolvierte ihren Master in Landschaftsarchitektur an der UPC in Barcelona. Sie befasst sich mit der Gestaltung und Restaurierung von Parks und Gärten und wurde bei internationalen Wettbewerben mit wichtigen Preisen ausgezeichnet. Inzwischen hat sie auch ein Buch über die Villen und Gärten Veneziens und ein Buch über den Gemüsegarten geschrieben.