Spätsommer im Garten – Erntezeit

Wer hätte das gedacht? Eine so lange Wärmeperiode hat wohl niemand erwartet…Nachdem es aber hier und da geregnet hat, stellen wir fest, dass die Nächte wieder kühler geworden sind. Im Garten hatten wir drei-viermal gegossen, weil wir es nicht mehr mit ansehen konnten und Angst um unsere Stauden hatten.

 

Im Küchengarten wird tagein, tagaus geerntet. Tomaten, Gurken, Paprika, Chili, Salate, Kohlrabi, Möhren, Zwiebeln, Knoblauch, Zucchini – das volle Programm!  Alles frisch, unbehandelt, aromatisch und unverschämt lecker ❤ Im Vorrat biegen sich die Bretter!

 

So verbringt man doch die meiste Zeit, zu dörren, einzulegen, einzuwecken und einzufrieren, um die feinen Leckereien im Herbst und Winter genießen zu können.

Natur im Garten in den nördlichen Haßbergen

Rabelsdorf liegt im nordöstlichen Teil des Landkreises unterhalb von Altenstein in einer Talsenke. In der Gegend um Rabelsdorf gibt es besonders viel Obstanbau.  Uwe und Birgit K. haben hier 1998 ihr Haus gebaut. Es liegt an einem seichten Hang am Randes des Dorfes in einer neueren Siedlung.  Denkt man hier an einen kleinen Garten, so irrt man sich gewaltig. So auch wir, als wir uns gestern Abend dort trafen.  Die Teilnehmer am Wettbewerb des Landkreises ‚Natur im Garten‘ treffen sich ein paar Mal im Jahr, um die vielseitigen und interessanten Gärten im unterfränkischen Landkreis Haßberge kennen zu lernen.

An einem alten Apfelbaum (Boskop) begrüßten uns die Beiden. Der Kreisfachberater für Gartenbau und Landespflege Guntram Ulsamer bedankte sich im Namen aller für die Einladung. Dabei wanderte unser neugieriger Blick schon über die zahlreichen Gehölze und den naturnahen Teich am Haus. Wir folgten einem kleinen Wasserlauf (der Trockenheit geschuldet ohne Wasser) zum oberen Teich..

 

Hier eröffnete uns Birgit, die gelernte Zierpflanzen-Gärtnerin, dass Uwe mit dem Bau des Hauses beschäftigt war und sie nun ihren Gartenideen Form geben konnte.  Noch am Teich entdecken wir verborgene Sitzplätze und hier und da Fundstücke, die die Stimmung untermalen. Bei der Hitze freute ich mich besonders über diese beschatteten Sitzplätze. Überkreuz gepflanzte Apfel und Birne bilden eine Laube, indem sie oben zusammenwachsen.

 

Jetzt wurde das Geheimnis gelüftet: wir befanden uns erst am Anfang des 5000 qm großen Gartens! Ca. 40 Meter breit und etwa 120 Meter lang den Hang hinauf!  So ein großer Garten, da darf ein gutes und beheizbares Gewächshaus nicht fehlen!

 

Vom Gewächshaus aus führt die Mittelachse den Hang hinauf, rechts liegt der Gemüsegarten…phantasievolle Rankgerüste und Fundstücke überraschen die Besucher.

 

Den Abschluss des Gemüsegartens bildet neben dem Erdbeerbeet ein weiterer Sitzplatz.  Auf dem Weg zur Mittelachse kommen wir am Lagerkeller vorbei – ein gewaltiger Kraftakt, den Uwe da vollbracht hat. Der Gewölbekeller aus Sandstein wurde in der Dorfmitte abgebaut und hier von ihm neu errichtet.  Er dient der Lagerung von Gemüse, Obst und Getränken..welch ein Luxus und ein Abenteuer der besonderen Art!

 

Gegenüber auf der linken Seite wird es ganz lebendig! Hier hat die Familie Zuwachs bekommen – zur Freude der Besucher…

 

Noch weiter oben wird es mediterran und Urlaubsgefühle kommen auf…spätestens hier merkt man den Fachmann des Gartenbaus.

 

Wir sind am Ziel, dachten wir – aber es ging noch ein Stück weiter und wir standen auf Obstwiese mit lauter Kirschbäumen!  Ein großartiger Blick über die Landschaft der Haßberge ringsherum und tief durchatmen!! Danke an Birgit und Uwe für die tolle Gastfreundschaft, wir alle wurden bestens mit fränkischen Bratwürsten und reichlich Getränken versorgt und haben spät bis in den Abend mit guten Gesprächen verbracht!

Hitzewelle – Wassermangel – wer behauptet sich im Garten?

Wir möchten das Thema der letzten Wochen zum Anlass nehmen, den eigenen Garten unter die Lupe zu nehmen. Unseren Wasserschlauch mussten wir nun doch alle paar Tage bemühen, um in diesem Extremfall die Stauden, Gräser und Bäume mit dem nötigen Wasser zu versorgen.

Zunächst eine gute Nachricht: alle Stauden haben bis jetzt überlebt! Das Wachstum ist zwar quasi eingestellt, aber wir sind sicher, dass nach ein paar Regentagen alles wieder wächst, grünt und blüht. Rittersporn und Phlox tun sich ohne Wasser allerdings ziemlich schwer, aber ein, zwei Wassergaben helfen schon, ihn zu erhalten. Da ist zu überlegen, auf ihn in der Zukunft zu verzichten….

Hingegen blühen Echinops ritro, die Kugeldistel, Rudbeckia nitida ‚Juligold‘,  der Fallschirm-Sonnenhut und beispielsweise Achillea filipendulina, die Schafgarbe ohne große Anstrengung.

 

Die Rosen gehören für mich zu den Hungerkünstlern – bisher haben sie nur einmal eine Wassergabe bekommen. Es sind schließlich Tiefwurzler und wenn sie schon länger am Standort sind, kannst Du das Gießen fast vergessen…

 

Die Gräser machen ebenfalls eine gute Figur, besonders Sesleria autumnalis, das Herbst-Kopfgras ist schier unverwüstlich! Gerade fängt es an zu blühen…

 

Jetzt betrachten wir die Staudenbeete mal von oben…hier sieht man auch gleich, wie sich die Baum-Unterpflanzungen entwickelt haben. Für die Temperaturen, die momentan herrschen,  sind sie meines Erachtens ganz ordentlich gewachsen. Die trockenen, braunen Rasenwege fallen natürlich gleich ins Auge…auch wenn sie sich nach einigen Regenfällen wieder erholen – wir haben uns inzwischen entschieden, auch hier im nächsten Jahr Kieswege anzulegen.

 

Für alle die, die sich etwas eingehender mit standortgerechter Bepflanzung beschäftigen möchten, kann ich dieses kleine Büchlein empfehlen….

https://ble-medienservice.de/1538/staudenmischpflanzungen

Sommerfreuden

Längere Zeit war es ruhig hier im Blog. Besucher und Freunde im Garten – dafür nehmen wir uns gerne Zeit und genießen sie sehr…..besonders schön sitzt man in der kleinen Weinlaube oder auch im Schatten des alten Apfelbaumes.

In den letzten Wochen war es sehr heiß und die Trockenheit schon bedenklich! Das Gemüse im Küchengarten ist durch die Tröpfchenbewässerung gut versorgt, hier und da haben wir noch etwas nachgeholfen – in diesen extremen Zeiten muss das einfach sein.  Ernten konnte ich schon einiges, vor allen Dingen sind die roten Beten herrlich geworden!

Im Staudengarten sieht es schon leicht herbstlich aus und die Pflanzen haben das Wachstum erst einmal eingestellt.  Vor zwei Wochen haben wir dann erstmals gewässert, da die Lage schon sehr bedenklich wurde…heute jedoch können wir aufatmen: ca. 18 Liter Regen pro Quadratmeter sind innerhalb der letzten zwei Tage gefallen, der Garten ist für ein paar Tage versorgt und bis zur nächsten Hitzewelle gerüstet.

 

Taglilie – die Staude des Jahres 2018

Taglilien – Hemerocallis – sind hübsche, robuste Stauden, deren Blühzeit bis zu vier Wochen andauern kann. Es gibt früh und spät blühende Taglilien, setzt man sie geschickt ein, hat man lange Freude an den herrlichen Blüten. Wir mögen bei uns besonders die warmen, feurigen Farben. Nach den zarten Farben der Rosenblüte genießen wir die Farbexplosion!

 

Aber auch in den Staudenbeeten machen sie eine gute Figur, sind durchaus auch trockenheitsverträglich und ein schöner Blickfang. Hier mal die aktuellen Fotos.

 

Bewässerung im Küchengarten

Für die optimale Bewässerung im Küchengarten sind einige Grundsätze zu berücksichtigen:

  • Wasser ist der beste Dünger, ohne Wasser kann die Pflanze die Nährstoffe nicht aufnehmen
  • die Bewässerung sollte morgens erfolgen, wenn die Pflanze aktiv wird – auch wegen der Schnecken
  • Es soll einmal gründlich gewässert werden, dann können die Pflanzen 2-3 Tage ohne Giessen auskommen
  • es sollen 10 – 15 l/qm über 2 Stunden gegossen werden, um das Eindringen in tiefere Bodenschichten zu gewährleisten, insgesamt pro Woche 30-40 l/qm.
  • größere Wassermengen führen zum Ausspülen der Nährstoffe, speziell der wichtige Stickstoff gelangt als Nitrat ins Grundwasser

 

Zur Bewässerung des Küchengartens sammeln wir Regenwasser in Tonnen, 2900 l, rund ums Haus verteilt. Der alte Brunnen im Haus liefert, je nach Niederschlag, im Frühjahr reichlich, im Sommer jedoch nur noch alle 3 bis 4 Tage Wasser. Für unsere 4 Hochbeete ergibt das eine Bedarfsmenge von 200 – 300 l, für die neuen Hügelbeete mit Erdbeerfeld noch 180 bis 275 l. Für eine intensive Bewässerung aller Beete sind somit 380 bis 575 l erforderlich. Das sind 38 bis 57 Gießkannen.

 

Die Idee einer Tropfbewässerung hatten wir schon lange und jetzt wollten wir sie umsetzten. Die üblichen Systeme arbeiten jedoch mit Leitungswasser und dementsprechend mit dem Leitungsdruck von 2,5 bis 3 bar.  Über Gartenfreunde bekamen wir den Hinweis auf ein Kleingartenset zur Bewässerung mit Regenwasser, das nur mit geringem Druck arbeitet. Der Boden der Regentonne soll dabei min. 1,5 m über dem obersten Beet aufgestellt werden um den nötigen Druck zu erzeugen. Wir bestellten das Kleingartenbewässerungsset und warteten gespannt auf das Paket. Von Nachbarn hatten wir alte Gärfässer 2 x 200 l bekommen, die wir für die Bewässerung nutzen wollten.  An dem Auslass der Fässer kann ein Schlauch angebracht werden . Jetzt ging es noch um den richtigen Platz zum Aufstellen der Fässer. Nach einigen Überlegungen kamen wir schließlich auf den Scheunenboden, über dem Brunnen. Dann kam die Schlauchverlegung durch den Garten und auf den Beeten. Der erste Test mit Leitungswasser war erfolgreich – die Tropfen am Schlauch blitzten in der Abendsonne.  Jetzt wurde noch ein Saugschlauch quer über den Scheunenboden zu den 1000 l Fässern gelegt um die Bewässerungsfässer zu befüllen. Der Anschluss an den Brunnen liegt als Alternative bereit. Heute Morgen drehte ich die Wasserhähne auf und das Wasser nahm seinen Lauf. Während des ausgiebigen Frühstücks im Garten wurden die Beete mit 400 l Wasser versorgt.

 

 

 

Was gibt’s Neues im Junigarten?

Der Juni begann ziemlich heiß und viel zu trocken…den Rosen macht es offenbar gar nichts aus.

Bei uns gibt es für Rosen und Stauden kühles Nass nur im Pflanzjahr und im Notfall. Der liegt aber noch nicht vor, solange Stauden und Gehölze morgens wieder frisch aussehen.  Seht selbst, wie schön es am frühen Morgen ist!

 

Die Unterpflanzungen der Obstbäume haben sich bis jetzt bewährt – nichts ist eingegangen oder erfroren, obwohl es im März und April gar nicht so gut aussah. Jetzt ist fast alles wieder üppig gewachsen…und soll bis zum Herbst so bleiben, hier und da werden wir später sicher noch etwas ändern.

Zu Gast bei einer Rosenkennerin und Rosenfreundin in Kolitzheim

Immer auf der Suche nach schönen Gärten hatten wir am Sonntag die Gelegenheit zu einem Besuch bei Christine Bender,  Landwirtschaftsrätin im Gartenbauzentrum Bayern Nord am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kitzingen, unweit von Schweinfurt in dem idyllischen Dörfchen Kolitzheim.

Sie empfing uns in ihrem Garten vor der alten Remise mit einem Herz aus Rosenblütenblättern und neben ihrer Begrüßung erklärte sie die Bedeutung der Rose und lenkte den Schwerpunkt auf die Historischen Rosen. In einem Korb voller Duft hatte sie Rosenblüten der verschiedenen Rosenklassen, benannte sie und ließ uns daran schnuppern: „So intensiv riechen nur die Alten Rosen“.

Die Rosa damascena ‚Rose de Resht‘ ist die älteste Rose und ihr Duft ist unvergleichlich. Für einen Liter Rosenöl braucht man etwa zwei LKW Ladungen voller Rosenblüten…..jetzt versteht jeder, warum es so teuer und wertvoll ist. In der Vergangenheit galt die Rose besonders wertvoll in der Heilkunde, so dass sie, neben vielen Kräutern, unbedingt auch in die Bauerngärten gepflanzt wurde.  Damals gehörte die Rosa canina quasi zur Medizin. Heute ist sie der Inbegriff der Schönheit und wir stellen fest, dass nach dem 16. Jahrhundert mit Einführung der chinesischen Rosen und die darauf folgenden Züchtungen zugunsten der Schönheit der Duft weichen musste. Die Rose galt aber auch als Nahrungsmittel und damit sind wir schon wieder beim Thema ‚Speis und Trank’…

Sehr anschaulich erklärte sie uns die Herstellung verschiedener Köstlichkeiten und wir durften sie auch probieren: Rosensaft, mit Wasser oder mit Secco, Rosenbutter, Rosengelee auf Quark, Frischkäse ……schier endlos sind die Möglichkeiten mit der Königin der Blumen. In der Hofstelle zeigte sie uns all ihre Rosen, erläuterte Schnitttechnik und Pflege – es war rundherum ein wunderschöner Spätnachmittag.

Mit einem Gang durch den Pfarrgarten von Kolitzheim und einem Gedicht endete die interessante Führung, vielen lieben Dank!

Mit Erlaubnis verweisen wir gern auf die Seite von Christine Bender, hier findet Ihr auch viele erprobte Rezepte ❤

 

Rosen über Rosen….

Dieses Jahr ist ein Traum für alle Rosenfreunde! Kaum sind Iris und Co. verblüht, kommen die Rosen nach und nach zum Zug. Inzwischen sind bis auf ein paar Spätzünder alle in Blüte…..lasst Rosen sprechen 😉

Hier zunächst neueren Rosen an der Sandsteinmauer

 

Entlang des Zauns zur Straße……

 

Bei den historischen Rosen am Sitzplatz duftet es unbeschreiblich…

An den Übergängen zum nächsten Gartenraum wachsen die Rambler…

Besuch eines Rosengartens in Zeil a. Main

Am vergangenen Donnerstag waren wir in der näheren Umgebung. In Zeil a. Main gibt es die Grabengärten an der historischen Stadtmauer. Unter den Tipps bei Frankens Paradiese ist auch dieser Garten vom Ehepaar Schlegelmilch genannt.

 

Es hatte kurz zuvor wie aus Eimern geschüttet, nun waren wir froh, ohne Schirm den Garten ansehen zu können. Der Garten ist etwa 150 Jahre alt und immer schon in Familienbesitz geblieben. Die beiden jetzigen Inhaber haben den Garten vor etwa 30 Jahren so angelegt, wie er jetzt zu sehen ist. Die stolze Rosenliebhaberin präsentierte uns ihre Rosenschätze. Besonders aufgefallen ist uns ‚Himmelsauge‘, ein wunderbarer üppiger Rambler. Der Duft von ‚Mme. Boll‘ war überwältigend.

 

Alle Beete in der Mitte sind mit Buchs eingefasst. Herrliches Gemüse wächst hier. An der Stadtmauer entlang sind allerhand Stauden und Rosen gepflanzt, weiter hinten folgen die Himbeeren.

 

Im hinteren Bereich inmitten einer großen Wiese ist der Gartenteich. Das Plätschern habe ich immer noch in den Ohren. Ein riesiger Kirschbaum beschattet einen großen Teil der Wiese und die Gärtnerin erzählt, dass sie froh ist, mit den Staren ein Abkommen getroffen: sie bedienen sich oben und die Familie freut sich, wenn unten noch etwas zu pflücken ist 😉

 

Es war ein lohnenswerter Besuch und bei trockenem Wetter gehe ich sicher noch einmal dorthin!!