Erster Morgenfrost

Kalte Nasen gab es heute früh…..

Gut, dass wir gestern noch die letzten Tulpenzwiebeln verbuddelt haben. Ein wenig frei schneiden mussten wir im Staudenbeet, damit wir in die Mitte kamen, aber der große Teil ist natürlich stehengeblieben. Die Vögel und Insekten haben über den Winter noch viel Freude daran.

 

Die letzten Tomaten und Chilis konnten wir noch retten. Der Salat und Kohl im Hochbeet stehen gut und Lauch und Sellerie können noch ein paar Tage bleiben.

 

Stippvisite in Fatschenbrunn

„Die Natur ist eine Künstlerin….“

Dieses Zitat von Salome Scholtens* fand ich in ihrer selbst gestalteten Weihnachtskarte, die sie mir am Sonntagabend beim Besuch ihrer Weinstube gab.  Das sagt schon viel über den Garten aus, den wir am heutigen Tag bei Sonnenschein besuchen und fotografieren durften.

Noch am Tor fällt das Auge auf die alte Birke, deren goldgelbes Laub in der Novembersonne leuchtet. Wie ein Wächter beschützt sie Haus und Garten. Wir treten ein durch das hölzerne Gartentor. Der Weg zum Haus ist beidseitig gesäumt von einer niedrigen Steinmauer, auf der man auf Schritt und Tritt überraschende Arrangements aus Fundsachen und Pflanzen entdeckt. Topfpflanzen sind ihre große Leidenschaft hatte sie uns abends schon erzählt und uns bereits das große Gewächshaus gezeigt, in dem schon viele ihrer Schätze für den Winter untergebracht sind. Die dreißigjährige Geranie ebenso wie der selbstgezogene vier Meter hohe Oleander. Gut, dass der riesige 100 jährige Farn noch draußen ist, er hängt überdimensial in der Birke und lässt sich bewundern! All diese geerbten Schätze hütet und pflegt sie Jahr für Jahr.

 

Ein geradezu mystischer Ort ist der aus bunten Kieseln in Ornamente gelegte Kreis.  An seinem Rand entspringt ein Wasserlauf der sich nach dem Umrunden des Kreises in die zweite Spirale läuft, um dann im Mittelpunkt scheinbar zu verschwinden

Hier kann man sich verlieren…….überall verweilt der Blick und kann sich kaum wieder lösen….

 

Auf der gegenüberliegenden Seite entdecken wir zwischen Stauden eine filigrane Figur. Weiter geht es am moosüberwachsenem Baumstumpf vorbei zum Gewächshaus, der im Frühjahr wunderbar blühenden Wiese….

 

Wir freuen uns schon auf den Frühling – dann geht es wieder in die schöne Weinstube oder auch in den Garten – trockene Weine, feine Spezialitäten, die wir noch probieren wollen!

  • Salome Scholtens stammt aus einer Künstlerfamilie, ihr Vater war der große Bildhauer Waldemar Kuhn…mehr über sie und ihren Mann Nico Scholtens hier

Ein Sonntagsausflug in die nördlichen Haßberge

Nach der langen Sommerzeit nutzten wir den Sonntag, um mit unserem Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege und seiner Frau einen Ausflug in die Haßberge zu machen. Nach unserem Umzug war noch nicht allzuviel Zeit und Möglichkeit.

Die Haßberge sind ein Mittelgebirgszug nördlich des Mains in Unterfranken und im nördlichen Landkreis Bamberg. Das Hügelland wird durch das Maintal von seinem Schwestergebirge, dem Steigerwald getrennt. Die Randhöhen beider Waldgebirge fallen steil zum Main hin ab. Wir wohnen in Hainert, einem Ortsteil von Knetzgau, das wiederum am nördlichen Rand des Steigerwalds liegt, gehören aber zum Landkreis Haßberge. Der wiederum grenzt an die Landkreise Hildburghausen (Thüringen), Coburg, Bamberg, Schweinfurt und Rhön-Grabfeld.

Das Land der Burgen, Schlösser und Ruinen……die Grenzlage zum früheren Ostblock bewahrte das Gebiet viele Jahre vor der Ansiedlung von Großindustrie – ein Segen für die Natur! Mischwälder, Wiesen und Bilderbuchdörfer….man fühlt sich unsagbar wohl!

Zuerst ging es nach Rottenstein. Vom Friedhof aus hat man einen wunderschönen Blick nach Südwesten in das Haßbergevorland.

 

Weiter ging es nach Friesenhausen. Hier fanden wir den historischen Kaufladen von Lina Schmidt…wunderbar, was eine Initiative ereichen kann

 

Der alte Pfarrgarten, lange Zeit verwildert und sich selbst überlassen, wird seit einiger Zeit liebevoll von Christa Lampert unter Berücksichtigung von Ökölogie und Naturschutz gepflegt. Die tiefstehende Nachmittagssonne tauchte diesen idyllischen Garten in ein sanftes Licht – auch ohne bunte Blüten sehenswert! Dieses Kleinod wurde 2017 vom Wettbewerb des Landkreises ‚Natur im Garten‘ prämiert – für uns steht fest: das müssen wir gleich im nächsten Frühjahr wieder besuchen!

 

Das nahegelegene Wasserschloß Friesenhausen ist ein Renaissanceschloss. Um 1563 wurde der Burghof der ehemals gotischen Burg überbaut, Der Graben wurde trockengelegt und bepflanzt. Schloss Friesenhausen steht unter internationalem Denkmalschutz, das Grundstück mit dem angrenzenden Park ist 45 000 Quadratmeter groß. Seit 1989 wohnen Johann Friedrich von Eichborn und seine Frau Gundula hier.

 

Schließlich besuchten wir noch Henriette Dornberger in ihrem Forsthaus Wetzhausen und genossen die letzten Sonnenstrahlen des Tages…….

Eine Entdeckungsreise lohnt sich allein schon wegen der vielen verborgenen Schätzen die hier schlummern!

Der goldene Oktober

Der September ging wieder viel zu schnell vorüber und von Regen keine Spur! Auch jetzt ist vorläufig kein Niederschlag zu erwarten….

Ende September hatten wir unseren Garten geöffnet – wunderbares Herbstwetter und Gräser und Astern im Festtagsgewand! Die Bergenie ‚Doppelgänger‘ zeigte sich von ihrer schönsten Seite.

 

Am Feiertag, dem 3. Oktober öffneten wir das Atelier und die Besucher konnten schauen, wie die Skulpturen und Figuren entstehen und sie im Herbstgarten bewundern.

 

Das Interesse war groß und die Besucher staunten über die Vielfalt im Garten.  Mit diesem Erfolg verblasst die Sorge des allzu trockenen Sommers.

Der herbstliche Garten im September

Jetzt im September hat die Sonne noch richtig Kraft. Am Abend wird es merklich kühler, die Tage werden stetig kürzer und das Laub verfärbt sich. Die Zeit der Herbstastern und Gräser ist gekommen, die Kerzen-Knöteriche haben sich langsam erholt und der Garten präsentiert sich von seiner besten Seite. Fast könnte man denken, der trockene Sommer sei ein Traum gewesen…..

 

Die Erntezeit geht dem Ende zu, Obst, Bohnen und Tomaten gab es reichlich! Langsam werden die Lagermöglichkeiten  knapp.  Wir sind dankbar, dass wir so viel Gutes ernten und genießen dürfen…

 

Einige Rosen haben es zur zweiten Blüte geschafft. Sie haben die Dürre bestens überstanden, allerdings hätten wir sie für eine üppige neue Blüte gießen müssen. Darauf haben wir zugunsten des Küchengartens verzichtet. Immerhin ein paar Blüten zeigen sie dennoch und im Überfluß liegt nicht zwangsläufig die Schönheit 😉

 

Den schönsten Anblick bieten die Gräser in der Abendsonne…..diese Zeit genießen wir besonders!

Es wird herbstlich

Septembermorgen

Im Nebel ruhet noch die Welt.
Noch träumen Wald und Wiesen.
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
den blauen Himmel unverstellt,
herbstkräftig die gedämpfte Welt
in warmem Golde fließen.

Eduard Mörike (1804-1875)

Ein paar Stunden später strahlt die Sonne und jetzt genießen wir diese schöne, ruhige Zeit…

 

Hier und da entdecken wir Neues, das wir im vergangenen Herbst noch gepflanzt hatten. Durch die lange Trockenheit hat man kaum noch gehofft, sie wieder zu sehen….

 

Am späten Nachmittag kommt meine Lieblingsstunde….die Gräser in der untergehenden Sonne

Nach der Trockenheit

Der Sommer 2018 hat uns alle ganz schön gebeutelt und wir freuen uns jetzt auf einen erholsamen Herbst. Der Garten hat sich etwas erholt, nach einigen wenigen Regenschauern und den kürzeren Sonnenstunden können wir unser normales Gießen wieder einhalten.

Im Kiesgarten haben sich die Stauden, Kräuter, Gräser und Rosen gut eingelebt. Besonders einzelne Gräser, Sedum und Kräuter machen ein schönes Bild. Selbst auf dem befahrbaren Kiesgarten haben sich die Minis erholt…..

 

Hosta, Farne und Co. scheinen die Mulchschicht aus  Kies zu mögen…(hoffentlich die Schnecken nicht 😉 )

 

Im Garten vorn dominieren die Gräser eindeutig – sie sind die Gewinner, sofern man die richtige Wahl getroffen hat.

 

Helianthus, Helenium, Rudbeckia in vielen Sorten strahlen um die Wette, während die Herbstastern jetzt langsam beginnen und Insekten sich bereits an den ersten Farbtupfern zu erfreuen…

 

Ein fast verlorener Garten

Mit dem Namen Henriette Dornberger verbindet man Tischkultur auf höchstem Niveau. Als sie vor Jahren das alte Forsthaus in Wetzhausen mit ihrem Café zu neuem Leben erweckte, entdeckte sie einen fast verlorenen Garten, den Pfarrgarten.

Der Garten trägt den Namen „Ein Schatz im Verborgenen“. Damit ist die Stelle gemeint, die vor den Füßen des Betrachters am See zwischen zwei Schlössern – rechts dem jüngsten Schloss in Bayern, Schloss Craheim und links dem Wasserschloss des ältesten Adelsgeschlecht Truchsess von Wetzhausen liegt.

 

 

Bei unserem sonntäglichen Ausflug kamen wir gerade rechtzeitig zu einer Führung von Henriette Dornberger durch den Pfarrgarten. Ihr Garten ist in mehrere Räumen unterteilt. Der erste Raum ist, wie könnte es in einem Pfarrgarten anders sein, Christus gewidmet. Hier hat sie das Kreuz als allgegenwärtiges Zeichen dargestellt. Eine lange Tafel erinnert an das Abendmahl. Leider haben wir kein Foto gemacht, obwohl mir gerade der Blumenschmuck besonders gut gefiel. Den macht Henriette Dornberger je nach Jahreszeit natürlich selbst.

Sie erinnerte auch an die 5 Elemente der chinesischen Philosophie: Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. So hat sie z.B. aus dem Baumschnitt ein Nest gebaut. Ihre Grundgedanken werden im Zitat von Rilke deutlich: „Die meisten Menschen wissen gar nicht, wie schön die Welt ist und wie viel Pracht in den kleinsten Dingen, in einer Blume, einem Stein, einer Baumrinde oder einem Birkenblatt sich offenbart“

Wir verlassen den ersten Raum durch ein Tor: „Mit jedem Tor, das man öffnet, schließt man ein anderes. “

 

Im zweiten Gartenraum wird die phantasievolle Gestaltung mit einfachen Mitteln besonders deutlich.

 

Beim Aufräumen dieses Gartenteils entfernte sie eine große Brombeerhecke und öffnete damit den Blick auf den See. Hier sehen wir sie in ihrem Element, eine begeisternde Rednerin, der man gern zuhört und folgt.

 

Bis hierher sind wir im Pfarrgarten. Der hinzu erworbene Bereich des ehemaligen Truchseßgeländes ist der dritte Gartenraum.  Der war ursprünglich komplett überwuchert und musste erst von Hand freigelegt werden. Dabei kamen die Mauerreste der ehemaligen Zehntscheune zum Vorschein.

 

Entlang einer Bruchsteinmauer gingen wir auf das Schloss zu. Am Ende ihres  Grundstücks gegenüber dem Schloss befinden sich riesige Wurzeln alter Eschen. Hier kommen wir in den vierten Gartenraum. Neben dem Buchsrondell erstrecken sich Beete mit Rosen und Stauden. Ein Brunnen mit einer Fontäne schafft eine beruhigende Atmosphäre.

 

Zum Abschluss genossen wir einen heißen Kaffee in der Remise des Forsthauses und entschlossen uns,  den Besuch im Frühjahr mit offenem Himmel und vielleicht etwas Sonne zu wiederholen. In der Saison hat sie ihren privaten Garten jeden Sonntag von 14 – 18 Uhr geöffnet.

Hier gibt es weitere Informationen 

Gräser und Astern stimmen auf den Herbst ein

Der letzte Tag im August. Noch vor ein paar Tagen war es tagsüber noch fast unerträglich heiß. Ich bin froh, dass die Nächte kühler werden und die Feuchtigkeit im Boden länger hält.  Garten und Gärtner erholen sich langsam. Morgens ist es am Teich besonders schön..

 

Im Staudengarten verfolgen wir täglich die Entwicklung der Stauden. Durch die lange Trockenheit und Hitze haben sie sich nicht wie sonst entwickeln können, holen jetzt aber auf. Hier und da gab es kleine Regenschauer, auf die wir so lange gewartet haben.

 

Besonders liegen uns die Gräser am Herzen, sie sind das Salz in der Suppe und ein Garten wird erst durch Gräser schön!

 

Zitat Karl Foerster: „Gras ist das Haar von Mutter Erde………“

Gravel Garden – der Kiesgarten

Seit dem Frühsommer herrscht auch bei uns arge Trockenheit und so entschlossen wir uns kurzerhand aus der Not eine Tugend zu machen.

Erinnert Ihr Euch? Ende März hatten wir unsere Einfahrt mit geeigneten Stauden bepflanzt, die sich auf magerem Boden bewähren. Sie haben in der ersten Zeit Wasser bekommen und tatsächlich durchgehalten. Der Boden des von uns angelegten Kräuter-und Duftgartens im Eingangsbereich ist von je her mit Bauschutt durchsetzt. Bei langer Trockenheit wird er steinhart und ist nicht zu bearbeiten. Wir bestellten Kies mit einer feinen Körnung und gaben etwa 7 cm als ‚Mulchmaterial‘ auf den Boden….

Kiesgärten zeichnen sich durch eine lockere, wie zufällig wirkende Pflanzung aus. Wege werden in einem Kiesgarten nicht angelegt. Man erkennt sie daran, dass dort keine Pflanzen wachsen, ansonsten sehen sie wie die restlichen Beetflächen aus. Wie praktisch – ich mag diese manchmal lückenhafte Bepflanzung, kann man doch jetzt die einzelnen Schätze viel besser beobachten und auch pflegen.

Geeignete Stauden für den Bereich hatten wir bereits, einige neue Stauden sind dazu gekommen.

 

Auch unsere Sitzecke im Schattenbereich bekam Kies als neuen Untergrund, so halten die Hostas und Farne die Feuchtigkeit  länger. Am Nachbarzaun, ein Maschendrahtzaun, pflanzten wir mehrere Panicum virgatum ‚Northwind’….

Wir sind bisher sehr zufrieden mit der Veränderung. Die etwas gröbere Körnung wird sich auf dem Fahrweg durchsetzen, aber der feine Kies füllt Lücken aus und wirkt stabilisierend. Durch die Zusammenlegung von Fahrweg und Beetfläche wirkt der Bereich sehr großzügig und stimmig.