Der Garten im Rückblick

Die letzten Tage im Jahr – Zeit für einen Rückblick. Vor einem Jahr hatten wir schon leichten Schneefall und erste Fröste….

Beginnen wir aber im Januar…da hatten wir die große Palette mit Sturm, Regen, Schnee und Frost…auch mal Nebel. Dafür war die Sonne recht sparsam. Da freut sich der Gärtner schon über die ersten Winterlinge!!

 

Im Februar sind die Tage schon länger und nicht nur wir sind ausgesprochen lichthungrig. Vorsicht, der Februar hatte es in sich: Frost, Frost, Schnee, Frost…bis minus 12° C konnten wir verzeichnen. Dazu jetzt häufiger die Sonne…im Weinkeller stellten wir Kerzen auf..

 

Der März beglückte uns mit Schnee – nicht viel, aber immerhin freuten wir uns über die leichte Schneedecke und damit über den Schutz der Stauden. Gräserschnitt, Rosenschnitt, Rebschnitt – viel frische Luft für den Gärtner!

 

Endlich April!!! So schnell kann man kaum gucken, wie alles aus dem Boden sprießt und wächst. Die Sonne wärmt schon tüchtig und Regen ist Mangelware…die Gärtnerin genießt die Sonne, pikiert die ersten Pflänzchen und hütet ihre kostbaren Schätze im Anzuchthaus…

 

Im Wonnemonat Mai ist der Chef nach langer Reha wieder daheim….endlich! Die Mahlzeiten werden jetzt im Garten eingenommen und die Salate sind fast schon erntereif. Pünktlich zu Pfingsten blühen die kleinen Pfingstnelken, Dianthus gratianopolitanus – übrigens sehr trockenheitsverträglich!!

 

Im Juni leiden wir schon unter der Trockenheit…nach 10 Uhr kann man sich nicht mehr im Garten aufhalten.  Tropfschläuche werden angeschafft und noch verlegt. Regenwasser ist rar, aber Gemüseanbau ohne Wasser geht gar nicht. Besucher geben sich die Türklinke in die Hand und wir freuen uns über soviel Interesse!

 

Der Juli beginnt so, wie der Juni aufgehört hat: heiß, trocken! Die Gärtnerin ärgert sich, weil sie im Sommer wegen der Hitze nicht im Garten sein kann……aber das Leben geht weiter und wir freuen uns über die guten Tomaten und überhaupt alles, was im Küchengarten wächst. Die Taglilien sind nicht mehr zu toppen…..<3

 

Erntemonat August …während wir Tomaten, Zucchini, Bohnen, Gurken, Salat etc. ernten, fallen uns schon die Zwetschgen vom Baum..riesige Mengen überhaupt an Obst. Wir entscheiden uns für Kies im Kräuter-und Duftgarten im Hof. 7 Tonnen Mainkies verteilt – das ist Arbeit! Der Chef schaufelt und gießt und die Gärtnerin schafft in der Küche…wir haben liebe Freunde zu Besuch und backen im Holzbackofen.

 

Der September ist da und die Abende sind nicht mehr so heiß….dafür regnet es aber immer noch nicht. Die Asternblüte beginnt und die Gräser erfreuen mein Herz! Gladiolen blühen und die Bergenie ‚Doppelgänger‘ auch, bereits zum zweiten Mal! Trotz Trockenheit sieht der Garten noch gut aus, der verbliebene Rasen auf den Wegen ist verschwunden, die blanke Erde, knochenhart. Unser Entschluß steht fest: Kieswege müssen her…im nächsten Jahr!

 

Der Oktober beginnt kühl und mit Regen. Ein Termin jagt den anderen, aber wir freuen uns über den Staudengarten und den Gräserpfad! Die Farben explodieren und die Gräser sind in Hochform! Die Besucher freut es auch – ein Höhepunkt im Herbst!

 

Novemberblues kennen wir nicht 😉 Kaum ist es im Garten ruhiger, kann man ans Aufräumen gehen…nein, nichts wird geschnitten, weder Stauden noch Gräser – alles bleibt für Bienchen und Co.. Jetzt kann man auch mal ein Buch oder eine Zeitschrift zur Hand nehmen…..

 

Der Dezember ist da. immer noch wenig Regen…..trotzdem haben sich alle Pflanzen gut gehalten….warum? Standortgerechte Bepflanzung ist die Antwort.                              Der Kiesgarten im Hof hat sich wunderbar entwickelt, die Pflanzen haben sich unter der 7 cm dicken Kiesschicht erholt, selbst die Bourbonrose ‚Mme Isaac Péreire‘ hat im Oktober nochmal voll geblüht!  Nun sind wir gespannt auf das nächste Jahr!

 

Endlich Regen – der Garten im Dezember

Kaum zu glauben, aber noch wochen- bzw. monatelanger Trockenheit gab es am letzten Wochenende endlich einmal viel Regen. Heute früh dann  erster Frost – gehen wir doch einmal  hinaus in den Garten….

 

Die Rosen geben ihr letztes Stelldichein und auch die Wildaster ‚Ezo Murasaki‘ zeigt noch Blüten, Euphorbia machen ein gute Figur, wie auch Salvia off.icinalis ‚Berggarten‘ . In einigen Ecken blühen Helleborus niger, die Christrosen. Ich schneide kaum Blumen aus dem Garten, in der Natur leben sie länger und machen mir auch am Fenster  Freude!

Im Küchengarten weiter hinten entdecke ich zu meiner Freude, das es doch noch Palmkohl und Rosenkohl  gibt. Vielleicht wächst er noch etwas….ach, und der Variegata Precoce Romea, ein feiner Wintersalat – auf den freue ich mich besonders, nachdem die Hühner letztes Jahr alles weggeputzt haben!

Der Wassergarten und der Garten im Wind

Von Potsdam aus sind es nur etwa 2 1/2  Stunden Fahrt zu Claus Gering, dessen Garten wir bereits 2015 besucht haben. Mit etwas mehr Kenntnis wollten wir seinen Garten nochmal ansehen. Bei bestem Wetter kamen wir an..

Gleich ging es zu ‚meinem Platz‘, wo ich die beste Aussicht habe!  Ein wunderbarers Motiv der ‚geborgten Landschaft‘, wo sich der Garten mit den angrenzenden Feldern paart….

Wir tauschen uns aus, über den Trockenstress der Pflanzen, über neue Beete, Vermehrung und neue Pläne, und ich entdecke wieder Neues für unseren Garten.

Nach geraumer Zeit kündigten dunkle Wolken Wetterwechsel an…..Claus holte aus seiner ‚Pflanzen-Anzuchtkinderstube‘ einiges für uns und so fuhren wir ein Stück weiter. Der riesige Garten, den er uns gern zeigen wollte, ist ein großes Projekt für leidenschaftliche Gärtner und für Claus, der diese Flächen geplant hat.

Sieht man diese Landschaften ….man mag kaum glauben, dass wir zuhause nur 1100 qm unser Eigen nennen 😉 ……

Gartenreise im September

Die Zeit vergeht wie im Flug…fast hätten wir vergssen, über unseren Kurzurlaub nach Berlin zu berichten. Im September habe ich Geburtstag und gleich danach folgt unser Hochzeitstag.  Grund genug, wenigstens für zwei, drei Tage zu verreisen.

Zuerst ging es nach Potsdam-Bornim in den Karl Foerster Garten. Eigentlich vergeht kein Jahr ohne diese wunderbaren Herbststimmungen…

Das Wohnhaus ist noch schöner geworden, die Fensterläden machen sich besonders gut auf dem hellen Verputz.  Im Senkgarten blühen die Bergenien ‚Doppelgänger‘, am Teich duftet der Wasserdost und im Teich schwimmt ganz fröhlich ein neuer Mitbewohner, ein Koi.

Das Steinkraut blüht nach Rückschnitt nochmal wunderbar und harmoniert besonders gut mit Sedum ‚Herbstfreude‘ .Die Prachtkerze Gaura lindheimeri, die jetzt als Oenothera lindheimeri bezeichnet wird, tanzt mit ihren zarten Blüten zwischen den Stauden herum.  Noch immer bewundere ich das Japanwaldgras Hakonechloa macra ‚Aureola‘ , das bei uns leider nicht so üppig wächst. Der Schneefelberich Lysimachia clethroides hat es mir heute angetan, aber ich verzichte auf die Pflanzung, denn er mag den Boden gern etwas frischer.

Es sieht wieder alles so perfekt gepflanzt aus. Die Goldrute Solidago rugosa sieht sehr hübsch und feingliedrig aus….wo ist eigentlich unsere im Garten geblieben?! Es war ihr bestimmt zu heiß und trocken…Die Astern sind noch nicht so weit, aber erste Chrysanthemen habe ich entdeckt…die möchte ich gern haben! Überall webt sich das ‚Haar der Mutter Erde‘ zwischen die Stauden!

 

Der Farbenrausch kommt erst mit der Blüte der Herbstastern, aber wir haben den Garten sehr genossen. Zum Schluß noch ein wenig zum Herbstbeet und in den Steingarten und dann in die benachbarte Gärtnerei 😉

Sergey Karepanov’s Besuch im September

Nachdem wir im letzten Oktober schon einmal das Vergnügen hatten, freuten wir uns auf seinen Besuch im September. Diesmal begleitete ihn auch eine Landschaftsarchitektin aus Saratow.

Auf dem Programm standen einige Privatgärten, Klostergärten und Schloßparks- Am ersten Tag fotografierte er unseren Garten – einige Eindrücke zeigen wir Euch….

Wie auch im letzten Jahr bewundern wir die Details, die ihm dabei vor die Linse kommen.

Hier eine Tomatenranke, dort ein Spinnennetz……..

Nicht zu vergessen die filigranen Blüten der Gräser, die jetzt ihre Höhepunkt haben

Wir sind begeistert und bedauern, dass wir hier nicht alle Fotos zeigen können., aber wir werden uns ein schönes Album anlegen…

In eigener Sache….

Der Landkreis Haßberge ist ein wunderschönes Fleckchen, so schön, dass wir Euch einen Besuch dorthin empfehlen möchten. Seit einiger Zeit schon gibt unser kleines Netzwerk von Natur-und Gartenfreunden, und hier ist unser Blog. Wir glauben fest daran, dass sich die Anzahl der Gärten und grünen Paradiese im Laufe der Zeit noch erhöhen wird…….

 

https://gartenparadiese-hassberge.com/

Erster Morgenfrost

Kalte Nasen gab es heute früh…..

Gut, dass wir gestern noch die letzten Tulpenzwiebeln verbuddelt haben. Ein wenig frei schneiden mussten wir im Staudenbeet, damit wir in die Mitte kamen, aber der große Teil ist natürlich stehengeblieben. Die Vögel und Insekten haben über den Winter noch viel Freude daran.

 

Die letzten Tomaten und Chilis konnten wir noch retten. Der Salat und Kohl im Hochbeet stehen gut und Lauch und Sellerie können noch ein paar Tage bleiben.

 

Stippvisite in Fatschenbrunn

„Die Natur ist eine Künstlerin….“

Dieses Zitat von Salome Scholtens* fand ich in ihrer selbst gestalteten Weihnachtskarte, die sie mir am Sonntagabend beim Besuch ihrer Weinstube gab.  Das sagt schon viel über den Garten aus, den wir am heutigen Tag bei Sonnenschein besuchen und fotografieren durften.

Noch am Tor fällt das Auge auf die alte Birke, deren goldgelbes Laub in der Novembersonne leuchtet. Wie ein Wächter beschützt sie Haus und Garten. Wir treten ein durch das hölzerne Gartentor. Der Weg zum Haus ist beidseitig gesäumt von einer niedrigen Steinmauer, auf der man auf Schritt und Tritt überraschende Arrangements aus Fundsachen und Pflanzen entdeckt. Topfpflanzen sind ihre große Leidenschaft hatte sie uns abends schon erzählt und uns bereits das große Gewächshaus gezeigt, in dem schon viele ihrer Schätze für den Winter untergebracht sind. Die dreißigjährige Geranie ebenso wie der selbstgezogene vier Meter hohe Oleander. Gut, dass der riesige 100 jährige Farn noch draußen ist, er hängt überdimensial in der Birke und lässt sich bewundern! All diese geerbten Schätze hütet und pflegt sie Jahr für Jahr.

 

Ein geradezu mystischer Ort ist der aus bunten Kieseln in Ornamente gelegte Kreis.  An seinem Rand entspringt ein Wasserlauf der sich nach dem Umrunden des Kreises in die zweite Spirale läuft, um dann im Mittelpunkt scheinbar zu verschwinden

Hier kann man sich verlieren…….überall verweilt der Blick und kann sich kaum wieder lösen….

 

Auf der gegenüberliegenden Seite entdecken wir zwischen Stauden eine filigrane Figur. Weiter geht es am moosüberwachsenem Baumstumpf vorbei zum Gewächshaus, der im Frühjahr wunderbar blühenden Wiese….

 

Wir freuen uns schon auf den Frühling – dann geht es wieder in die schöne Weinstube oder auch in den Garten – trockene Weine, feine Spezialitäten, die wir noch probieren wollen!

  • Salome Scholtens stammt aus einer Künstlerfamilie, ihr Vater war der große Bildhauer Waldemar Kuhn…mehr über sie und ihren Mann Nico Scholtens hier

Ein Sonntagsausflug in die nördlichen Haßberge

Nach der langen Sommerzeit nutzten wir den Sonntag, um mit unserem Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege und seiner Frau einen Ausflug in die Haßberge zu machen. Nach unserem Umzug war noch nicht allzuviel Zeit und Möglichkeit.

Die Haßberge sind ein Mittelgebirgszug nördlich des Mains in Unterfranken und im nördlichen Landkreis Bamberg. Das Hügelland wird durch das Maintal von seinem Schwestergebirge, dem Steigerwald getrennt. Die Randhöhen beider Waldgebirge fallen steil zum Main hin ab. Wir wohnen in Hainert, einem Ortsteil von Knetzgau, das wiederum am nördlichen Rand des Steigerwalds liegt, gehören aber zum Landkreis Haßberge. Der wiederum grenzt an die Landkreise Hildburghausen (Thüringen), Coburg, Bamberg, Schweinfurt und Rhön-Grabfeld.

Das Land der Burgen, Schlösser und Ruinen……die Grenzlage zum früheren Ostblock bewahrte das Gebiet viele Jahre vor der Ansiedlung von Großindustrie – ein Segen für die Natur! Mischwälder, Wiesen und Bilderbuchdörfer….man fühlt sich unsagbar wohl!

Zuerst ging es nach Rottenstein. Vom Friedhof aus hat man einen wunderschönen Blick nach Südwesten in das Haßbergevorland.

 

Weiter ging es nach Friesenhausen. Hier fanden wir den historischen Kaufladen von Lina Schmidt…wunderbar, was eine Initiative ereichen kann

 

Der alte Pfarrgarten, lange Zeit verwildert und sich selbst überlassen, wird seit einiger Zeit liebevoll von Christa Lampert unter Berücksichtigung von Ökölogie und Naturschutz gepflegt. Die tiefstehende Nachmittagssonne tauchte diesen idyllischen Garten in ein sanftes Licht – auch ohne bunte Blüten sehenswert! Dieses Kleinod wurde 2017 vom Wettbewerb des Landkreises ‚Natur im Garten‘ prämiert – für uns steht fest: das müssen wir gleich im nächsten Frühjahr wieder besuchen!

 

Das nahegelegene Wasserschloß Friesenhausen ist ein Renaissanceschloss. Um 1563 wurde der Burghof der ehemals gotischen Burg überbaut, Der Graben wurde trockengelegt und bepflanzt. Schloss Friesenhausen steht unter internationalem Denkmalschutz, das Grundstück mit dem angrenzenden Park ist 45 000 Quadratmeter groß. Seit 1989 wohnen Johann Friedrich von Eichborn und seine Frau Gundula hier.

 

Schließlich besuchten wir noch Henriette Dornberger in ihrem Forsthaus Wetzhausen und genossen die letzten Sonnenstrahlen des Tages…….

Eine Entdeckungsreise lohnt sich allein schon wegen der vielen verborgenen Schätzen die hier schlummern!