Anfang Mai toppt der Schattengarten

Nachdem Sabine mir im April den Garten alleine überlassen hat, ist sie doch in allen Teilen des Gartens präsent. Sie hätte sich sicher über die Pracht, und die schönen Momente im Garten sehr gefreut. Morgen- und Abendlicht verzaubern den Garten immer wieder. Wolkenbilder, mal drohend dunkel oder federleicht, vergrößern den Garten ins Unendliche.

Der Gehölzgarten

Im Gehölzgarten am Teich, unter Holunder, Kolkwitze, Weigelie und Schneeball ist der Turiner Meister klarer Favorit. Den Bärlauch ernte ich in diesem Jahr nicht, dazu fehlt im Moment die Zeit.

Der Gräserpfad

Im Gräserpfad leuchten die Dichternarzissen und ihr schwerer Duft streift die Nase im Vorübergegen. Dies Jahr werden die Narzissen alle aus dem Boden genommen und neu gesetzt werden, da die Blüfreudigkeit nachlässt.

Der Kiesgarten

Frisches Grün und leuchtendes Blau bestimmen das Bild im Kiesgarten. Die Mittelmeer-Wolfsmilch Euphorbia characisas ssp. wulffenii leuchtet in frischem Grün und erste Linum perenne streuen ihre blauen Blüten zwischen die grünen Strukturen. Zur Straße, im Sandbeet, entwickelt sich die Babtisia „Lemon meingue“ zu meiner Freude. Ihr erstes schwefelgelbes Lächeln blitzt aus den schwarzen Blütenkapseln hervor, während der Blaustrahlhafer Helictotrichon sempervirens „Saphirsprudel“ mit seinen blaugrünen Halmen beidseitig die Babtisia einrahmt. Durch das auskämmen im Februar/März sind die neuen Triebe gleich durchgestartet.

Der Küchengarten

Im Küchengarten hatte ein Kobold im Februar Samen vom Sauergras in die Hochbeete gestreut und das wucherte jetzt über die ausgesähten Möhren. An ersten sonnigen Tagen setzte ich mich auf die Kante des Beetes und zupfte meditierend, sinnend die Halme aus dem lockeren Kompost. Ein Hingucker war der blühende Thymian in der Kräuterschnecke.

Der Rosengarten

Der „Rosengarten“ umfasst den Bereich zwischen Weinlaube am Ender der Pergola und Gehölzgarten, sowie Teich und Hortensienbereich am Haus. Hier steht noch die alte Birne, die im letzten Jahr nicht mehr ausgetrieb. Sie soll durch die Arbeit von Pilzen und Bodenbewohnern als Nährstoffquelle für die neu gesetzte Aprikose dienen. Im Herbst hatte Sabine darauf gedrängt die Pergola, die bisher für mehrere Clematis und die Rose American Pilar diente, abzureißen. Es ist lichter geworden. Da überall die Clematis reichlich austrieben und auch die American Pilar nach einer Rankhilfe suchte, war es höchste Zeit endlich den neuen Sitzplatz mit Rankdach zu bauen. Ausgerechnet diese Clematis hatten aber die Aktion nicht überstanden, und so wurde Ersatz beschafft. Die Clematis montana Wilsonii, die bisher hier stand und die Clematis Agnessa mit blauen Blüten. Am Backhaus schiebt sich die Rodgersia podophylla „Rotlaub“ langsam empor. Wegen Standortwechsel hatte sie einen schwierigen Start, sieht aber dies Jahr vielversprechend aus.

Der Schattengarten

Unser „erstes grünes Zimmer“, so pflegten wir den Schattengarten zu nennen, zeigt die Vielfalt von Hostaformen und -farben zwischen Farnen, Aronstab und Salomonsiegeln. Die Brunnera versuchte sich mit ersten blauen Blüten. Spät trieb der Granatapfel sein Grün. Der „Schwarzer Germer“ – Veratrum nigrum will wohl dies Jahr seine Wuchshöhe von 120 cm versuchen. Da bin ich gespannt – Geduld ist die Tugend von Gärtnerin und Gärtner.

Der Staudengarten

Im Staudengarten übernehmen Iris barbata – elatior den Himmel über den Beeten. Verschiedene Weißtöne, Cremefarben, Tiefviolett und künstlerische Muster, wie bei der „Bohemian“, konkurieren mit den Akelei um die Gunst von Hummel und Käfer. Der Ehrenpreis ist im Herbst vom Rosengarten zu den Stauden gewandert, um vor dem Küchenfenster zu locken: „Komm in den Garten, Sabine“. An der Sandsteinmauer leuchtet die erste Rose „Double Cream“ mit weißgelben Blüten. Viel zu früh für eine Kaukasus-Pfingstrose, Paeonia mlokosewitschii, leuchten zart, aber groß weiß-gelben Blüten.

Der Tagliliengarten

Im Tagliliengarten ist nach der Tulpenblüte Ruhe eingekehrt. Hier entwickelt sich der Diptam prächtig. Auf der Rasenfläche blüht die Zeigerpflanze Gänseblümchen auf dem mageren Boden.

Der Teichgarten

Im Herbst war das Taglilienbeet am Teich neu gestaltet worden, da viele Begleitstauden nicht zur Geltung kamen. Jetzt leuchten die Iris sibirica und rahmen den „Himmelsspiegel“ blau ein. Dazwischen funkeln erste Taglilien „Maikönigin“, deren Sortenname wohl doch anders lautet. Die Süßdolde neben dem Apfel hat sich üppig vermehrt, so dass dringend die Samenstände, wie bei allen samenbildenden Stauden, rechtzeitig abgeschnitten wurden. Noch im Schnitt tragen sie ihren süßen Duft kitzelnd in die Nase.

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