Ein fast verlorener Garten

Mit dem Namen Henriette Dornberger verbindet man Tischkultur auf höchstem Niveau. Als sie vor Jahren das alte Forsthaus in Wetzhausen mit ihrem Café zu neuem Leben erweckte, entdeckte sie einen fast verlorenen Garten, den Pfarrgarten.

Der Garten trägt den Namen „Ein Schatz im Verborgenen“. Damit ist die Stelle gemeint, die vor den Füßen des Betrachters am See zwischen zwei Schlössern – rechts dem jüngsten Schloss in Bayern, Schloss Craheim und links dem Wasserschloss des ältesten Adelsgeschlecht Truchsess von Wetzhausen liegt.

 

 

Bei unserem sonntäglichen Ausflug kamen wir gerade rechtzeitig zu einer Führung von Henriette Dornberger durch den Pfarrgarten. Ihr Garten ist in mehrere Räumen unterteilt. Der erste Raum ist, wie könnte es in einem Pfarrgarten anders sein, Christus gewidmet. Hier hat sie das Kreuz als allgegenwärtiges Zeichen dargestellt. Eine lange Tafel erinnert an das Abendmahl. Leider haben wir kein Foto gemacht, obwohl mir gerade der Blumenschmuck besonders gut gefiel. Den macht Henriette Dornberger je nach Jahreszeit natürlich selbst.

Sie erinnerte auch an die 5 Elemente der chinesischen Philosophie: Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser. So hat sie z.B. aus dem Baumschnitt ein Nest gebaut. Ihre Grundgedanken werden im Zitat von Rilke deutlich: „Die meisten Menschen wissen gar nicht, wie schön die Welt ist und wie viel Pracht in den kleinsten Dingen, in einer Blume, einem Stein, einer Baumrinde oder einem Birkenblatt sich offenbart“

Wir verlassen den ersten Raum durch ein Tor: „Mit jedem Tor, das man öffnet, schließt man ein anderes. “

 

Im zweiten Gartenraum wird die phantasievolle Gestaltung mit einfachen Mitteln besonders deutlich.

 

Beim Aufräumen dieses Gartenteils entfernte sie eine große Brombeerhecke und öffnete damit den Blick auf den See. Hier sehen wir sie in ihrem Element, eine begeisternde Rednerin, der man gern zuhört und folgt.

 

Bis hierher sind wir im Pfarrgarten. Der hinzu erworbene Bereich des ehemaligen Truchseßgeländes ist der dritte Gartenraum.  Der war ursprünglich komplett überwuchert und musste erst von Hand freigelegt werden. Dabei kamen die Mauerreste der ehemaligen Zehntscheune zum Vorschein.

 

Entlang einer Bruchsteinmauer gingen wir auf das Schloss zu. Am Ende ihres  Grundstücks gegenüber dem Schloss befinden sich riesige Wurzeln alter Eschen. Hier kommen wir in den vierten Gartenraum. Neben dem Buchsrondell erstrecken sich Beete mit Rosen und Stauden. Ein Brunnen mit einer Fontäne schafft eine beruhigende Atmosphäre.

 

Zum Abschluss genossen wir einen heißen Kaffee in der Remise des Forsthauses und entschlossen uns,  den Besuch im Frühjahr mit offenem Himmel und vielleicht etwas Sonne zu wiederholen. In der Saison hat sie ihren privaten Garten jeden Sonntag von 14 – 18 Uhr geöffnet.

Hier gibt es weitere Informationen 

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