Severino Prosdocimi – Kunst und Garten

Durch die Vermittlung von Camilla Zanarotti hatten wir die Gelegenheit, den einzigartigen Garten des Künstlers Severino Prosdocimi zu besuchen. Sein schmales Haus mit Tür, Fenster links und Fenster, insgesamt rechts ca. 8 Meter breit, machten uns neugierig. Severino begrüßte uns herzlich und führte uns geradewegs durch das Haus in den Garten..

Die Tiefe des Gartens, das Murmeln des Wassers, das sich in ein langgestrecktes Becken ergoß und in einem engen Kanal mündete, in dem sich auch Goldfische wohl fühlten. Die Fülle an Details, Vasen, Töpfe und Grünpflanzen in allen nur denkbaren Variationen machten uns sprachlos.

Immer wieder ergaben sich neue Blickwinkel…

Sämtliche Fundstücke aus dem Haus hat Severino zu einem Gartenkunstwerk zusammengestellt und arrangiert. Ein Bilderrahmen mit den Aufnahmen des vor 12 Jahren vorgefundenen Gartens läßt erahnen, mit welcher Energie er sein Projekt umgesetzt hat…

Jeder Raum, den wir durch ein Tor betreten, ist eine neue Welt. Es gibt Früchte, die wir kosten und wir stellen uns vor, wie Ende April die Rosen blühen und uns mit ihrem Duft verzaubern.

Überall gibt es Sitzplätze, wir lassen uns nieder und genießen…

Von den Häusern links und rechts ist nichts zu spüren, es ist eine ganz eigene Welt, die er sich geschaffen hat. Die Schattenräume sind erfrischende Erholungsräume von der Hektik des Alltags. Danach zeigt uns der Künstler seine Arbeiten aus verschiedenen Schaffensperioden. Mir fällt die selbst gestaltete und phantasievolle Innenarchitektur besonders ins Auge – wirklich ein Gesamtkunstwerk!

Wir bedanken uns für die Zeit und die interessante Führung bei Severino und hoffen, ihn bald wieder zu besuchen…zur Rosenblüte!

Im ‚Giardino della Torre‘ von Camilla Zanarotti

Fünf Jahre nach unserem ersten Besuch waren wir gespannt auf die Entwicklung dieses Gartens…

Der neue Gartenteil ist der Schattengarten auf der Ostseite der Colli Berici unterhalb des Gemüsegartens. Hier wachsen zwischen ausgewaschenen Natursteinen u.a. Miscanthus, Iris, Bergenien, Carex und Stachys.

Der Gemüsegarten ist der zentrale Teil des Gartens. Durch seine Laubengänge aus Kastanie war er uns schon früher aufgefallen und hatte uns schon 2014 neugierig gemacht. Inzwischen sind die Rosen und Gehölze natürlich gewachsen und ergeben ein anderes Bild. Neben Kohl, Heckenzwiebeln, Kürbis, Zucchini, Salat und Tomaten blühen munter Skabiosen und Dahlien. Zusammen sind sie nicht nur schön anzusehen, sondern erfüllen auch ästhetische Bedürfnisse. Die Konstruktion der Laubengänge ist bewusst spielerisch und phantasievoll. das zeigt sich auch in den Details..

Während ich mir den Gemüsegarten anschaute, ging Reinhard zu den Serpentinen am Westhang…

Reinhard wechselte die Seite am Ende des Gartens und ging auf die Ostseite…

Wir treffen uns am Haus, auf der Terrasse…..wir unterhalten uns über die Schwierigkeiten, das Klima. die Bepflanzung und unsere Begeisterung für diesen Garten.

Wir sagen den Gastgebern Danke für diese spontane Einladung ❤ wir kommen wieder 😉 Arrivederci

Der Garten von Anita Rau in Frickenhausen

Es gibt Gärten, da tritt man ein und ist einfach still……

Der Garten von Anita Rau und Ulrich Seifert in Frickenhausen, nahe Ochsenfurt, stand schon lange auf unserer Wunschliste. Viele haben darüber berichtet und unsere Neugier geweckt. Am frühen Nachmittag standen wir in diesem wunderbaren Garten, dessen alte und übermannshohe Gehölze und die saftiggrüne Rasenfläche schon den gewissen Reiz ausübte.

Nach der Hitze der vergangenen Tage freut man sich doppelt, so ein feines Kleinod aufzusuchen. Die sorgsam geschnittenen Gehölze, kleine Farbtupfer durch einige Rosenbüsche, dezentes Weiß der Hortensien zwischen den Blattschmuckstauden – alles das, was einen Schattengarten ausmacht. Gleich am Anfang erkennt man schon weiter hinten das ehemalige Hühnerhäuschen, dahinter der Nutzgarten zwischen vielen Rosen, zweifellos ein Blickfang – das muß man einfach liebhaben…

Überall gibt es zwischen schönen Buchskugeln Vogeltränken, Vogelhäuschen, kleine Teiche…

An den Details erkennt man das Gespür für Formen und Strukturen, gepaart mit Fantasie und handwerklichem Geschick. Das Wohnhaus liegt am Hang – um vom Garten aus ins Haus zu gelangen, gibt es ein paar Stufen, einen kleinen Absatz und danach eine Steintreppe, die auf die Veranda führt…ich fühle mich erinnert an die Landhäuser der 30er Jahre und richtig, das Haus wurde 1936 gebaut. Wir fühlen uns sehr wohl, irgendwie geborgen…die Fensterläden, der Anstrich, die Veranda mit der niedrigen Mauer ringsherum,…..

Ich denke unwillkürlich an die Gärten von Liebermann, Foerster und Nolde und freue mich unbändig, diesen Garten und seine Besitzer kennengelernt zu haben! Und wie erhofft, nimmt man einige Anregungen und Ideen mit und freut sich auf ein Wiedersehen ❤

Zu Gast bei Karin und Rolf im LATÜT – Kunst und Garten

Der Garten von Rolf Lüürßen und Karin Berends-Lüürßen ist so bunt und vielseitig wie das Leben und das Werk der Beiden!Es ist der letzte Tag unserer Kurzreise und ich freue mich unbändig auf Karin, die virtuell schon so quicklebendig  erscheint. Der himmelblau gestrichene Bauwagen strahlt schon von Weitem und wir kommen uns vor wie in den Geschichten von Astrid Lindgren. ❤ 

Das dunkelrote Haus, in dem sie leben, ist ein ehemaliges Siedlerhaus mit kleinen Fenstern, niedrigen Räumen, Holzheizung …..urgemütlich! An der kleinen Loggia vor dem Haus hängt eine Bahnhofsuhr, an der Seite steht eine Küche und man merkt: hier wird gelebt! Wir dürfen ins Haus und Karin serviert uns Kaffee und eine total leckere Torte, wir erzählen und fühlen uns, als kennen wir uns schon ewig! Die autodidaktische Künstlerin zeigt uns viele Facetten ihres Könnens: von der Malerei über Druck von Geschenkpapieren, Karten, Spiele und nicht zuletzt ihre illustrierten Heftchen mit Prosa, die sie aus dem Stegreif gekonnt vorträgt! Uns gefiel besonders die Pinselgeschichte, die ich dann auch mitgenommen habe.

Anschließend wollen wir in den Garten….dort entdecken wir zunächst ein Gewächshaus, in dem u.a. auch Vasen, Blumentöpfe und in einem Schrank Geschirr aufbewahrt werden. Hier hat alles seine Ordnung.

 Rolf zeigt Reinhard die alte Werkstatt, die total vom Efeu eingenommen wird…und schließlich tauchen wir ein ins Gartenreich…der erste Gartenraum ist der wildromantische Garten

Ein Zaubergarten, in dem wir immer wieder innehalten und staunen!  Überall schöne Sitzplätze, von denen man die verschiedenen Blickwinkel genießen kann. Durch Tore und Türen gelangen wir in die unterschiedlichen Gartenräume….Schilfmatten schützen vor dem rauhen und auch kalten Wind – wahrscheinlich werden sie in den nächsten Jahren zugewachsen sein. In der Zusammenstellung der Pflanzen sieht man die gelernte Staudengärtnerin, in ein, zwei Wochen, wenn auch die über 100 Rosen blühen, würde ich wohl nicht mehr fort wollen 🙂  

Schließlich gehen wir außen um die Gartenräume herum und schauen quasi über den Gartenzaun. Auf dem Weg zurück zum Wohnwagen zeigt sie uns eine riesige Fläche, die als neuer Gartenteil bald kreativ gestaltet wird. Hinter dem Wohnwagen auf der Deichsel hat sie einen Rahmen aufgesetzt, in dem sich viele Trockenkünstler sehr wohlfühlen….

Auf dem Weg zurück ins Haus kommen wir noch am Hausgarten vorbei…

Wir dürfen noch in die Wohnräume schauen und Rolf erzählt, wie es zu Lebzeiten der Oma ausgesehen hat und mit welchen Abenteuern die Renovierung verbunden war. Inzwischen steht Karin am Herd und macht Abendessen…..dampfende Bratkartoffeln, Rührei, Salat und Gemüse , vorweg noch eine feine Suppe und wir schlemmen mit Genuß und viel Spaß! Danach nahmen wir schweren Herzens Abschied und haben noch lange auf der Rückfahrt an diesen schönen Tag gedacht. Wir hoffen auf einen baldigen Gegenbesuch, liebe Karin und lieber Rolf!

Zu Gast im Landidyll der Familie Tjarks

Torsten Tjarks ist Florist und führt ein schönes Blumenfachgeschäft in Wiesmoor. Zusammen mit seinem Lebensgefährten Malte Schoon, der in einem großen Betrieb Pflanzen vermehrt, haben sie den Garten der Familie Tjarks in Friedeburg nach ihren Vorstellungen umgestaltet, dabei aber auch die Wünsche der Eltern miteinbezogen. Alle zusammen haben ein Paradies geschaffen – das Landidyll der Familie Tjarks.  Die ersten Fotos, die ich in den sozialen Netzwerken vom Garten sah, haben mich schon fasziniert – eine Fülle an Farben und Blüten – eben ein richtiger Landgarten!! Es war also klar, dass dies unser nächstes Gartenziel war. Am Rand der Ortschaft, wo sich Hase und Igel ‚Gute Nacht‘ sagen, liegt Torstens Elternhaus.  Die beiden ‚Jungen Wilden‘ hatten zur Begrüßung eine Tafel beschriftet – ich war echt gerührt ❤

Ich mußte beide erst einmal knuddeln, weil ich mich so auf diese Begegnung gefreut habe! Wir gingen gleich nach hinten in den Garten. Hier, im ersten Teil des Gartens beschatteten einige große Bäume und Gehölze den Garten und so konnten wir schon auf dem Rundweg die gelungene Schattenbepflanzung anschauen. In kleinen Nischen waren schöne Sitzgelegenheiten, so daß man alles aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten kann.

Überall sind kleine Wasserstellen für Vögel und Insekten, alte Dachziegel als Schlupfwinkel für die Insekten und Käfer – Torsten ist im Naturschutzbund – das merkt man auf Schritt und Tritt und er erklärt dazu Wissenswertes auch bei seinen Führungen durch den Garten.

Hedwig und Günther Tjarks, Torstens Eltern, sind voll motiviert in Sachen Gartenbesuch und unterstützen beide Gärtner, wie und wo sie nur können. Während wir im Wintergarten am hübsch gedeckten Tisch sitzen, unterhält Vater Tjarks uns mit Geschichten von früher, als noch viel Torf gestochen wurde. Mutter Hedwig schneidet Torte und Malte macht den Tee….auch heute, am dritten Tag unserer Reise sind wir „Gartenfreunde mit Familienanschluß“ und fühlen uns rundherum wohl. Nach Buttercreme und Flockentorte gehen wir in den hinteren Teil des Gartens. Dort, wo früher der Gemüsegarten war, tobt jetzt das Leben….der New German Style ist auch in Friedeburg angekommen!!

Ein Teich murmelt im Hintergrund….

Weiter hinten steht eine kleine Hütte…uiii, das sieht spannend aus! Hier sind alte Fund-und Erinnerungsstücke aus der guten, alten Zeit. Ob sie so gut war? Ich weiß es nicht, auf jeden Fall wurde echt hart gearbeitet…

Wir setzen uns ganz am Ende hin und verweilen und erzählen…schließlich ziehen dunkle Wolken auf…wir flüchten zum Wintergarten.

Ehe wir uns verabschieden wollen, gibt die Familie ein Veto – hierbleiben zum Abendbrot! Hedwig Tjarks rennt mit einer Schüssel Tomaten, gekochten Eiern aus eigener Haltung und bittet uns, Platz zu nehmen. Draußen tobt ein Gewitter und Torsten freut sich, dass die Regentonnen wieder voll werden und der Garten seine Erfrischung bekommt…Malte macht hervorragenden Tee 🙂

Irgendwann brechen wir auf, freuen uns über den wunderbaren Nachmittag in dem herrlichen Garten mit ganz liebenswerten Menschen – der Familie Tjarks vom Landidyll ❤

Zu Gast bei Astrid Guhl im Rosenparadies Wilhelmshaven

Astrid und Rüdiger Guhl haben uns vor drei Jahren besucht – ein Gegenbesuch war lange geplant, mal verschoben, aber jetzt konnten wir es endlich wahr machen! Astrid ist ein wandelndes Fachbuch in Sachen Rosen und auch Stauden. In meinen Anfängen konnte sie mir in Sachen Rosen oft helfen. Am zweiten Tag unserer Reise standen wir am frühen Nachmittag vor dem hübschen roten Klinkerhaus, umrahmt von Hecken und bunten Gehölzen, der Eingang rechts und links mit bunten Iris bepflanzt. Ein herzliches Begrüßen, große Wiedersehensfreude und natürlich gingen wir sofort in den Garten.

Ihr Rosenparadies Wilhelmshaven liegt am Rand von Wilhelmshaven. Astrid und Rüdiger haben das über 100 Jahre alte Haus vor knapp 30 Jahren gekauft und nach und nach mit viel Energie und Arbeit in ihr Gartenparadies verwandelt Teich mit Holzterrasse, Wege und Terrassen mit Klinker gebaut,  Hecken, schöne Gehölze, ein Pavillon und Sitzplätze entstanden. Erst nach etwa 10 Jahren begann sie Rosen anzupflanzen. Inzwischen klettern Rosen und Clematis und beranken Laubengänge, Pavillon und Vordächer.

Nachbildung einer gotischen Ruine, Skulpturen der klassischen Antike, Vasen, Wasserspiele,  das alles kombiniert mit einer schönen Bepflanzung vermittelt dem Besucher ein stimmiges Ganzes! Auf den geliebten Buchs, den sie sorgsam herangezogen hatte, mußte sie wegen des Virus inzwischen bis auf wenige Ausnahmen verzichten. Stattdessen zieren ausgesuchte Stauden die Wege. Überhaupt hat sie ein Faible für Raritäten und weiß sie geschickt zu positionieren.

Wir haben Glück, dass momentan wenige Rosen und Clematis blühen, so können wir die Strukturen besser erkennen und uns trotzdem vorstellen, wie der Garten in der Blüte quasi explodiert! Wir gehen zum Kaffeetisch und genießen Stück für Stück Astrids Backkünste ❤  Anschließend geht es zum Teich….auf der schönen Sissinghurst-Bank hat man den totalen Überblick….

Das neue Glashaus, ihre Sammlung schöner Vasen und Töpfe zeigen: hier ist ein Profi und Schöngeist am Werk! Überall schweift der Blick hin zu Figuren, Gefäßen und Pflanzen…..

Wir beenden unseren Besuch mit einem gemütlichen Abendessen und bedanken uns bei den Beiden für ihre wunderbare Gastfreundschaft!

Zu Gast bei Hedwig und Wilhelm Weerts im Moorjuwel

Endlich haben wir es geschafft und uns ein paar Tage Auszeit gegönnt – über fremde Gartenzäune schauen! So fremd sind sie nicht, unsere Gartenfreunde – über Facebook haben wir uns bereits seit langer Zeit ausgetauscht und jetzt war der Zeitpunkt günstig, nach Ostfriesland zu reisen. Das Wetter meinte es gut mit uns.

Das Moorjuwel befindet sich direkt am Kanal in Wiesmoor. Das Ehepaar Weerts hat etwa vor 25 Jahren begonnen, den Garten nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Was können wir sagen? Es ist ein Schmuckstück geworden – ein Moorjuwel im wahrsten Sinne des Wortes! Seit 2018 haben sie sogar im Anbau eine hübsche kleine Ferienwohnung, Die ‚Puppenstube‘ sieht auf den Bildern schon so gemütlich aus, dass ich sie gleich gebucht habe!!

Versteckt zwischen buntlaubigen Gehölzen und schönen Stauden liegt der Schatz, den wir gesucht haben. Ein herzliches Willkommen, eine liebe Begrüßung und schwupp, stehen wir bereits im Garten. Hier baumeln schon sehr dekorativ  etliche Mooskugeln herum.  Überall führen verschlungene Wege in verschiedene Gartenräume und geben Einblick in die mit viel Gespür in Szene gesetzte Pflanzenwelt!

Gut geschnittene Buchenhecken, unzählige Sitzplätze, lauschige Ecken, murmelndes Wasser, spannende Blattstrukturen….der Specht klopft und die Kaulquappen vergnügen sich im Teich.

Es lohnt sich, alle Sitzplätze mal aufzusuchen und die unterschiedlichen Blicke auf sich wirken zu lassen und zu genießen. Wie zufällig sind Schalen, Töpfe, altes Handwerkszeug usw. in die Pflanzungen integriert. Mich, dem „Deko-Muffel“, hat das fasziniert, weil es mit der großen Pflanzenvielfalt wunderbar harmoniert. Der Hausherr hat ein unsagbar großes handwerkliches Geschick und das spürt man!! Dichterhäuschen, Pflastersteine, Regale, Gerüste……ein Geschenk des Himmels ❤

Es ist schon ein Traum, wenn sich beide so wunderbar ergänzen….schließlich möchte ich hier noch besonders erwähnen, dass Hedwig eine begnadete Tortenbäckerin ist, ihre Besucher wissen das sehr zu schätzen! Selbst bei Regenwetter sitzen die Besucher in den überdachten Sitzecken,  im Gewächshaus oder im Gartencafé ‚Tuunhuus‘ gemütlich und warm wie in der guten Stube zuhause!

Frühlingswanderung durch den Landschaftspark Bettenburg

Die Bettenburg liegt mitten in den Haßbergen bei Hofheim. Sie ist ein Wahrzeichen der Haßberge. Dazu gehört der gleichnamige Landschaftspark, bzw. Landschaftsgarten. Seine Gründung geht zurück auf den Freiherrn Christian von Truchseß von Wetzhausen. 1789 ließ er ihn  in dem Waldstück nahe seiner Burg anlegen. Von Anfang an war der Park auch für die Bevölkerung geöffnet.

Es war die Zeit, in der in Deutschland reichlich und mit Begeisterung in Lesezirkeln gelesen und philosophiert wurde. Bekannt sind in dieser Zeit die von Goethe in Weimar geführten „Freitagsgespräche“. Eine solche Tafelrunde versammelte der Freiherr auch auf der Bettenburg, wo sich namhafte Persönlichkeiten zum Gedankeaustausch trafen.  Es war die Zeit kurz nach der französischen Revolution und die Zeit der englischen Landschaftsparks. In dieser Zeit des Umbruchs sah sich der Freiherr als letzter Ritter.

Die mittelalterlichen Tugenden der Ritter, wie z.B. die Fürsorge für die Untertanen und den Schutz in Not Geratener war das Ideal und die Sehnsucht der gebildeten Runde. Die Werte wie Familie, Freundschaft, Dichtkunst hielt der Freiherr hoch. Ihnen zu Ehren ließ er in dem Landschaftsgarten Architekturen anlegen. Ebenso zierten die Wege durch den Park viele Schrifttafeln, die zum Nachdenken anregen und dadurch die Wanderer zu moralisch besseren Menschen machen sollte.

Heute bei klarem sonnigen Wetter wollte ich mir ein Bild von dem Landschaftsgarten machen. Es ist ein Areal ca. 500 x 500 Meter groß. Das bergige Gelände ist mit Eichen und Buchenwäldern bewachsen. Zu beiden Seiten eines von einem Bachlauf durchzogenen Tales steigen Hügel an. Die gut ausgeschilderten Pfade führen entlang des Tals, hinab zum Bachlauf und auf der anderen Seite wieder hinauf auf die Höhe, von der man im Osten das Dorf Manau sehen kann. Zur anderen Seite, nach Westen, ging früher der Blick in das Vorland der Haßberge. Heute verstellen hohe Buchen und Eichen den Blick.

Der Weg führt vom Parkplatz an der „Totenkapelle“ vorbei zum „Lusthaus“, auch „Dichterhaus“ genannt. Dort bietet sich ein herrlicher Blick über das bewaldete Tal. Der Weg führt weiter am „Denkmal mit Ulrich von Hutten“ zum „Minnesängerplatz“.

Von hier kann man schon die „Alte Burg“ eine künstliche Ruine, durch deren Tor man auf die nach dem Bauernkrieg neu erbaute Bettenburg schaut. Von hier macht der Weg eine Schleife und führt zum „Denkmal für Götz von Berlichingen und Franz von Sickingen“. Götz von Berlichingen, der zeitweise auf der Seite der aufständischen Bauern kämpfte und dem Goethe ein Denkmal setzte. An diesem Denkmal wird auch auf die eigene ungewisse eigene Zukunft, im Zeitalter der Schreckensherrschaft der Jakobiner auf dem Höhepunkt der französischen Revolution, verwiesen. Der Weg geht ins Tal hinunter. Man folgt dem Bachlauf bis zur Mündung in den „Trüben See“ mit einer kleinen Insel darin. Der Weg geht zurück, überquert eine hölzerne Brücke und führt steil auf die Höhe der anderen Talseite. Auf der Höhe geht der Weg vorbei am „Denkmal der Geschwisterliebe“ und führt zurück an der „Totenkapelle vorbei. Die besondere Stimmung diese Landschaftsgartens regt zum Nachdenken und Entschleunigen an.

Die Landschaft beeindruckt sicher auch im April zum Austrieb der Laubbäume, sowie an heißen Sommertagen, wenn das Laub Kühle spendet, oder im Herbst wenn sich das Laub verfärbt. Auf jeden Fall ist er ein empfehlenswertes Ziel.

Der Wassergarten und der Garten im Wind

Von Potsdam aus sind es nur etwa 2 1/2  Stunden Fahrt zu Claus Gering, dessen Garten wir bereits 2015 besucht haben. Mit etwas mehr Kenntnis wollten wir seinen Garten nochmal ansehen. Bei bestem Wetter kamen wir an..

Gleich ging es zu ‚meinem Platz‘, wo ich die beste Aussicht habe!  Ein wunderbarers Motiv der ‚geborgten Landschaft‘, wo sich der Garten mit den angrenzenden Feldern paart….

Wir tauschen uns aus, über den Trockenstress der Pflanzen, über neue Beete, Vermehrung und neue Pläne, und ich entdecke wieder Neues für unseren Garten.

Nach geraumer Zeit kündigten dunkle Wolken Wetterwechsel an…..Claus holte aus seiner ‚Pflanzen-Anzuchtkinderstube‘ einiges für uns und so fuhren wir ein Stück weiter. Der riesige Garten, den er uns gern zeigen wollte, ist ein großes Projekt für leidenschaftliche Gärtner und für Claus, der diese Flächen geplant hat.

Sieht man diese Landschaften ….man mag kaum glauben, dass wir zuhause nur 1100 qm unser Eigen nennen 😉 ……

Gartenreise im September

Die Zeit vergeht wie im Flug…fast hätten wir vergssen, über unseren Kurzurlaub nach Berlin zu berichten. Im September habe ich Geburtstag und gleich danach folgt unser Hochzeitstag.  Grund genug, wenigstens für zwei, drei Tage zu verreisen.

Zuerst ging es nach Potsdam-Bornim in den Karl Foerster Garten. Eigentlich vergeht kein Jahr ohne diese wunderbaren Herbststimmungen…

Das Wohnhaus ist noch schöner geworden, die Fensterläden machen sich besonders gut auf dem hellen Verputz.  Im Senkgarten blühen die Bergenien ‚Doppelgänger‘, am Teich duftet der Wasserdost und im Teich schwimmt ganz fröhlich ein neuer Mitbewohner, ein Koi.

Das Steinkraut blüht nach Rückschnitt nochmal wunderbar und harmoniert besonders gut mit Sedum ‚Herbstfreude‘ .Die Prachtkerze Gaura lindheimeri, die jetzt als Oenothera lindheimeri bezeichnet wird, tanzt mit ihren zarten Blüten zwischen den Stauden herum.  Noch immer bewundere ich das Japanwaldgras Hakonechloa macra ‚Aureola‘ , das bei uns leider nicht so üppig wächst. Der Schneefelberich Lysimachia clethroides hat es mir heute angetan, aber ich verzichte auf die Pflanzung, denn er mag den Boden gern etwas frischer.

Es sieht wieder alles so perfekt gepflanzt aus. Die Goldrute Solidago rugosa sieht sehr hübsch und feingliedrig aus….wo ist eigentlich unsere im Garten geblieben?! Es war ihr bestimmt zu heiß und trocken…Die Astern sind noch nicht so weit, aber erste Chrysanthemen habe ich entdeckt…die möchte ich gern haben! Überall webt sich das ‚Haar der Mutter Erde‘ zwischen die Stauden!

 

Der Farbenrausch kommt erst mit der Blüte der Herbstastern, aber wir haben den Garten sehr genossen. Zum Schluß noch ein wenig zum Herbstbeet und in den Steingarten und dann in die benachbarte Gärtnerei 😉