Gartenspaziergang im Naturgarten

Beim letztjährigen Wettbewerb im Landkreis  „Natur im Garten“ beschlossen wir den Kontakt aufrecht zu erhalten und trafen uns in der vergangenen Woche bei Marion und Armin M.

Bei Ankunft wurden wir von einem fröhlichen und bunten Vorgarten begrüßt.

Am Haus entlang ging es seitlich ziemlich bergab….ein terrassierter Garten in Hanglage! Bereits bei Bau wurden das Gestein so positioniert, dass für Kleintiere wie Ringelnatter und Eidechsen reichlich Unterschlupf entstand.  Der Hang – ein einziger Steingarten mit Verbascum, Sedum und einer Vielzahl von Kakteen.

Weiter unten führte das Kiesbett zum Teich, alles wie ein natürliches Biotop sehr naturnah und stimmig gehalten, zur Freude aller Bewohner-

Der Küchengarten mit den Hochbeeten, in denen vielerlei Gemüse gesund heranwächst, obliegt der Frau des Hauses: “ Mein Garten – meine Regie“ 😉

Allerlei Gehölz bieten Vögeln und Insekten Unterschlupf und Nahrung und den Bewohnern im Sommer etwas Schatten. Alte Baumstämme werden gesammelt, als  Nistmöglichkeiten für Vögel und locken so die Natur in den Garten. Hier und da Wildblumen auf der Wiese – kurz: ein Paradies für Mensch und Tier!

Wir bedanken uns für den liebevollen Empfang mit Kaffee und Kuchen und freuen uns auf ein Wiedersehen!

Renaissance eines fränkischen Bauerngartens

  • Entstehung und Geschichte des Gartens

Das Anwesen aus dem Jahre 1897 war über Generationen von einer Handwerkerfamilie bewohnt und der Garten entsprechend mit Nutzgarten und Obstwiese angelegt. Die Gartenpflege war durch das Alter des letzten Bewohners stark eingeschränkt. Mit der Übernahme des Anwesens wurde das Grundstück halbiert und der Teil mit den Gebäuden von uns Mitte 2010 übernommen.  Wir wollten unsere Gartenidee hier umsetzen, und dabei vorhandene Elemente wie die Obstwiese, den Teich und die noch vorhandene Bepflanzung mit einbeziehen. Dabei sollte der regionale Bezug gewahrt bleiben, schmückende Elemente sollte aus dem Bestand des Anwesens selbst kommen.

Natur im Garten – Wettbewerb im Landkreis Haßberge

In unserem Landkreis gibt es noch viele überwiegend große und natürlich gestaltete Gärten.

 

Allerdings ist die Idee von Beth Chatto’s Kiesgarten auch hier schon fehlinterpretiert worden! Beth Chatto legte damals auf einem stark verdichteten, mageren und trockenen Boden ihren berühmten Kiesgarten an. Sie verwendete Pflanzen, die durch verschiedene Anpassungsstrategien mit diesen Extrembedingungen gut zurechtkommen. Das, was heute mancherorts zu sehen ist, entspricht eher einer Steinwüste mit ein, zwei in Form geschnittenen Gehölzen oder Gräsern…….das alles hat mit Garten nichts mehr zu tun!

Naturnahe Gärten sind überaus wichtig für die Kulturlandschaft. Sie dienen den Insekten, Vögeln und Amphibien, also unserer heimischen Fauna als Rückzugsort und bieten ein vielfältiges Nahrungsangebot.  Dabei spielen standortgerechte Pflanzenvielfalt, ökologisch orientierte Bewirtschaftung (Kompost- und Kreislaufwirtschaft, Regenwassernutzung) ein wichtige Rolle. Aber auch der kulturelle Bezug zur Region mit standorttypischen Materialien, sowie jeglicher Verzicht auf chem.-synthetische Dünger und Pflanzenschutzmittel sind Grundlage für die Erhaltung der Kulturlandschaft!

Um der Mode, Vorgärten und Gärten mit Kies oder Schotter zuzuschütten, entgegenzuwirken, rief der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege im April zu dem Wettbewerb auf. Natürlich bewarben wir uns.

Im Juli erschien dann eine vierköpfige Jury, um sich den Garten anzusehen. Jetzt, im August wurden alle 28 Teilnehmer in den Privatgarten der Famiie Lindner eingeladen – eine ehemalige Hofstelle, im schönen Dörfchen Unterschwappach.

Bei einem Sektempfang wurden wir vom Kreisfachberater Guntram Ulsamer und vom Landrat Wilhelm Schneider herzlich begrüßt, anschließend wurden die teilnehmenden Gärten vorgestellt und prämiert. Jeder Teilnehmer erhielt eine schöne Plakette, die in einer hiesigen Töpferei eigens hergestellt wurde, sowie eine schöne Staude. Sechs Teilnehmer erhielten als Sonderpreis zusätzlich ein Buchgeschenk.

Besonderes Gewicht legen die Veranstalter auf das gegenseitige Kennenlernen sowie die Bildung eines Netzwerkes.  Nach einer umfassenden Gartenführung gab es eine zünftige Brotzeit und damit auch Gelegenheit, untereinander auszutauschen.

Diese Veranstaltung wurde von der regionalen Presse gern aufgenommen.

Hassfurter Tageblatt

Neue Presse Coburg _ Unterschwappach_ Zwischen Wasserzisterne und Kompostsieb

Das öffentliche Beet in Schweinfurt

Ihr erinnert Euch an das öffentliche Staudenbeet in Schweinfurt, das wir mit der Gesellschaft der Staudenfreunde (GdS) im Mai eingeweiht hatten?

Anfang Juli waren wir kurz dort, um uns das Beet mal wieder anzuschauen. Einige der Staudenfreunde pflegen das Beet. Ich finde, es ist alles gut eingewachsen und es hat sich gut entwickelt.

 

Mitte Juli hat Rainer Trost, unser Regionalleiter, die Schere gewetzt und Salbei und Lavendel geschnitten.  Jetzt sieht es wieder tipptopp aus!

Einweihung eines öffentlichen Staudenbeetes in der Stadt Schweinfurt

Bereits im Februar trafen wir uns, Vereinsmitglieder der Regionalgruppe Unterfranken der Gesellschaft der Staudenfreunde e.V., zu einem Arbeitsfrühstück in Schweinfurt. Entschieden wurde über den Entwurf eines öffentlichen Staudenbeetes am Flussufer des Mains, direkt am Main-Radweg vor dem Jugendgästehaus.

 

Zur Debatte standen fünf Vorschläge, wobei wir uns mehrheitlich für den Vorschlag ‚Blaues Beet‘ von Frau Christine Orel aus Herzogenaurach, einer bekannten Landschaftsarchitektin, entschieden.  Joachim Hegmann, Gartengestalter aus Limburgerhof (hat u. a. das Staudenbeet auf der Landesgartenschau 2015 in Landau mitgeplant, sowie ein öffentliches Staudenbeet in Ludwigsburg geplant und betreut dies auch) hatte ebenfalls sehr schöne und interessante Vorschläge zur Verfügung gestellt. Ein letzter Vorschlag von Rainer Trost, unserem Regionalleiter, sprach uns ebenfalls an, zeigte auch visuell die Verbindung zum nahe gelegenen Main sehr deutlich. Bei der Planung eines Staudenbeetes sind Einbeziehung von Licht und Bodenverhältnis, Blütezeit und Dauer, Farben, Höhenstaffelung und Textur gleichermaßen wichtig.

Stefan Strasser, unser Vizepräsident, präsentierte sehr anschaulich, quasi am ‚lebenden Objekt‘, wie die Pflanzungen verlaufen würden.  Anschließend wurde noch über die Durchführung, Beschaffung der Pflanzen, Bewässerung und Substrat und Mulch gesprochen. Beide Vereine, Staudenfreunde und Rosenfreunde, sind eng befreundet, unsere Treffen und Reisen werden gemeinsam geplant und durchgeführt. Zu einem Staudenbeet gehören also auch Rosen. Wir entschieden uns für die Beetrose ‚Sweet Pretty‘ , die von Juni bis September blüht.

 

Ende März war es dann soweit! Fleißige Helfer bepflanzten das Beet……leider waren wir nicht dabei……der Termin im Karl-Foerster-Garten stand an.

 

Am Donnerstag, den 11. Mai 2017  wurde das Stauden-und Rosenbeet in Schweinfurt eingeweiht. Wir trafen uns bei schönstem Wetter vor Ort und wurden mit einem Glas Sekt begrüßt. Mit dabei natürlich auch Burkhard Knoblach, der Leiter der Rosenfreunde Unterfranken  (Gesellschaft deutscher Rosenfreunde e.V.)

Der Oberbürgermeister der Stadt, Sebastian Remelé, bedankte sich im Namen der Stadt für das schöne Geschenk und betonte besonders, wie dankbar er sei, dass das Beet auch  dauerhaft von uns gepflegt wird. Stefan Strasser sprach einige Begrüßungsworte und regte auch weitere Projekte an.


Ideengeber und Motor des Projekts ist Rainer Trost, Leiter unserer Regionalgruppe Unterfranken. Er hatte schon lange die Vision, mit Staudenbeeten die Stadt zu verschönern. Aber es ist nicht einfach, seine Träume zu verwirklichen, wenn es sich nicht um sein eigenes Gelände handelt. Viele Gespräche mit Behörden und Instanzen sind erforderlich, bis man letztendlich loslegen kann.  Rainer blieb immer am Ball und schilderte uns dies alles sehr anschaulich in seinem Beamer-Vortrag.


Das leibliche Wohl kam nicht zu kurz: mit Kaffee und Kuchen im freundlichen Ambiente des Jugendgästehauses endete die Veranstaltung.

Fotos: Reinhard Schneider, Elke Trost

Nachtrag:

Auf diese Aktion gab es folgende Nachricht in der Mainpost/Schweinfurter Tagblatt unter der Rubrik ‚Zeug gibt’s`vom 12. Mai 2017:

  • War sonst noch was? Ach ja, die „Einweihung des öffentlichen Beetes am Jugendgästehaus in Schweinfurt“ – am Donnerstag. Grußworte zur Einweihung des 20-Quadratmeter-Beetes sprachen laut Einladungsschreiben der Herr Sebelé und der Vizepräsident der Gesellschaft der Staudenfreunde, Stefan Strasser. Ein viertelstündiger Beamervortrag mit Infos zur Geschichte des Beetes folgte laut Einladung, anschließend „gemütliches Zusammensitzen bei Kaffee und Kuchen“, wozu auch die Presse „herzlich eingeladen“ war. Das war wirklich aufmerksam, aber mit Beeteinweihungen wollen wir lieber nicht anfangen. Es gibt so viele.

So ordnet die Presse unser Bürgerengagement ein! Ich finde es eine Frechheit!

 

Am 16. Mai erschien nach Beschwerde ein Artikel in der Zeitung und online….Letzteres mit Foto.

und anschließend kam am 18. Mai noch die Stellungnahme der Mainpost…….

Kühles Wetter und warmer Kaffee zur Eröffnung bei Till Hofmann und Fine Molz

Ach, was haben wir uns die ganze Zeit gefreut: Sonne, Austrieb, Regen, Wachstum…..Schon im letzten Jahr hatten wir hier bei uns ähnliche Verhältnisse. Ende April gab es nach Wärme und viel Sonne schließlich Regen, Frost, Hagel und kurze Schneeschauer. Wohl dem, der standortgerecht pflanzt! Haben wir denn vergessen, dass März und April schon immer unberechenbar waren? Ein Jammer für Obstbauern und Winzer, d.h. überhaupt für alle, deren Erwerb durch diese Wetterverhältnisse gefährdet ist, zweifellos! Drücken wir ganz fest die Daumen, dass der Schaden nicht grenzenlos ist!

In unserem Bauerngarten haben wir einen guten Schutz durch die Hausseite und die Sandsteinmauer auf der anderen Seite.

In diesem Jahr war alles schon sehr weit ausgetrieben und somit haben u. U. viele Pflanzen Frostschäden erlitten! Wir bleiben gelassen, bei uns hält sich der Schaden in Grenzen, lediglich die Hosta ‚Guacamole‘ in den beiden Trögen hat stark gelitten, wir hoffen auf baldigen Neuaustrieb. Im nächsten Jahr decken wir sie ab. Unseren englischen Austin-Rosen sieht man auch an, dass ihnen ein milderes Klima angenehmer ist, ihre Neuaustriebe sind ganz weich und hängen herunter. So schön diese Rosen auch sind – ich würde sie heute nicht mehr pflanzen.  Alle anderen Rosen, besonders die historischen, winterfesten Sorten, zeigen sich unbeeindruckt! Ein weiteres Zeichen dafür, dass man bestimmte Faktoren beim Kauf berücksichtigen muss.

 

Am Mittwoch waren wir dann noch unterwegs nach Rödelsee, dort, wo Weine der  Lage ‚Rödelseer Küchenmeister‘ wachsen…..Unser Weg führte uns aber diesmal nicht zum Wein, sondern zur neuen Staudengärtnerei von Till Hofmann und Fine Molz.  Hier hatten wir auf Empfehlung von Gartenfreunden wie Claus Gering vom Wassergarten am Sündenborn und Torsten Matschiess vom Garten Alst  für unseren Gräserpfad Stauden und Gräser und später noch einmal Herbstblüher online gekauft. Die Ware hat uns hundertprozentig überzeugt!

 

Bereits in ihrer bisherigen Staudengärtnerei im Odenwald haben sich beide einen Namen gemacht:  Till Hofmann als Staudengärtnermeister war noch bis zum Umzug  Chefgärtner im Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof hauptberuflich tätig und Fine Molz als Staudengärtnerin mit dem Studium der Landschaftsarchitektur, – beides zusammen ergibt ein wunderbares Team!

Seit Mittwoch ist also die neue Gärtnerei am Fuße der Weinberge eröffnet. Jetzt bekommt man schon erste Eindrücke über die Größe der Anlage….Noch ist nicht alles fertig, aber die Pflanzen-Kinderstube steht! Etwa im Herbst ist es soweit, dass die vermehrten Pflanzen in den Verkauf gehen….so lange werden sie hier gehegt und gepflegt.

Den Einkaufszettel hatten wir vorbereitet, nur ein paar Lückenfüller fürs Erste 😉 Schließlich wollen wir im Frühsommer wieder hin……wir bevorzugen schon seit längerer Zeit den Besuch einer guten Staudengärtnerei,  die Breite des Sortiments, die Qualität oder die kompetente Beratung – wir möchten darauf nicht mehr verzichten.

 

Übrigens: heute wird gepflanzt ………

 

Die Baumblüte

Der Vollfrühling steht in den Startlöchern, die Apfelblüte beginnt und der Flieder blüht!

„Wenn Apfel und Süßkirsche blühen und der Kuckuck zu rufen beginnt, hat der Vollfrühling seinen Einzug gehalten“ so schreibt BR in seinem Beitrag zum Phaenologischen Kalender.

Im Moment hat man das Gefühl, dass die Natur förmlich explodiert. Vielleicht empfinden wir das auch nur nach den Monaten der Gartenruhe…

 

Genießt die Blüten-und Duftwolken…..einen schönen Sonntag Euch allen ❤

Winterlandschaft

Des Winters Hauch…

Des Winters Hauch
entblättert den Strauch,
und wütende Sturmwinde heulen;
an des Hügels Hang,
wo die Lerche sonst sang,
erkrächzen nun Raben und Eulen.

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Die Rose liegt
vom Frost geknickt,
und jubelnd hüllet der Winter
in raschem Flug
sein Leichentuch
um Floras blühende Kinder.

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Die Schwalbe ruft
aus rauer Luft
ihr Lebewohl hernieder,
blickt noch einmal herab
auf das weite Grab
und flieht dann auf schnellem Gefieder,

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und alles ist stumm
und tot ringsum,
kein Laut ertönt aus den Höhen,
nur am sumpfigen Teich,
im matten Gesträuch,
tanzt ein Chor von krächzenden Krähen.

Franz Grillparzer (1791-1872)