Winterimpressionen

Pünktlich zum Jahreswechsel gab es wirklich schönen Raureif, der den Garten in eine Zauberlandschaft verwandelt! Ein Grund mehr, Stauden und Gräser über Winter stehen zu lassen – seht selbst…..

 

Besonders verliebt bin ich in die neuen Gräser……

 

 

 

Inzwischen hat es sogar geschneit…….perfektes Winterwetter (leider nicht für die Autofahrer) Passt auf Euch auf!

Jahresausklang

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Silvesternacht

Und nun, wenn alle Uhren schlagen,
So haben wir uns was zu sagen,
Was feierlich und hoffnungsvoll
Die ernste Stunde weihen soll.

Zuerst ein Prosit in der Runde!
Ein helles, und aus frohem Munde!
Ward nicht erreicht ein jedes Ziel,
Wir leben doch, und das ist viel.

Noch einen Blick dem alten Jahre,
Dann legt es auf die Totenbahre!
Ein neues grünt im vollen Saft!
Ihm gelte unsre ganze Kraft!

Wir fragen nicht: Was wird es bringen?
Viel lieber wollen wir es zwingen,
Daß es mit uns nach vorne treibt,
Nicht rückwärts geht, nicht stehen bleibt.

Nicht schwächlich, was sie bringt, zu tragen,
Die Zeit zu lenken, laßt uns wagen!
Dann hat es weiter nicht Gefahr.
In diesem Sinne: Prost Neujahr!

Ludwig Thoma
(1867 – 1921), deutscher Erzähler, Dramatiker und Lyriker

 

Morgen, Kinder, wird’s nichts geben….

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Morgen, Kinder, wird’s nichts geben!
Nur wer hat, kriegt noch geschenkt.
Mutter schenkte euch das Leben.
Das genügt, wenn man’s bedenkt.
Einmal kommt auch Eure Zeit.
Morgen ist’s noch nicht so weit.

Doch ihr dürft nicht traurig werden,
Reiche haben Armut gern.
Gänsebraten macht Beschwerden,
Puppen sind nicht mehr modern.
Morgen kommt der Weihnachtsmann.
Allerdings nur nebenan.

Lauft ein bisschen durch die Straßen!
Dort gibt’s Weihnachtsfest genug.
Christentum, vom Turm geblasen,
macht die kleinsten Kinder klug.
Kopf gut schütteln vor Gebrauch!
Ohne Christbaum geht es auch.

Tannengrün mit Osrambirnen –
lernt drauf pfeifen! Werdet stolz!
Reißt die Bretter von den Stirnen,
denn im Ofen fehlt’s an Holz!
Stille Nacht und heilge Nacht –
Weint, wenn’s geht, nicht! Sondern lacht!

Morgen, Kinder, wird’s nichts geben!
Wer nichts kriegt, der kriegt Geduld!
Morgen, Kinder, lernt fürs Leben!
Gott ist nicht allein dran schuld.
Gottes Güte reicht so weit . . .
Ach, du liebe Weihnachtszeit!

Erich Kästner  (1899-1974)

Erster Austrieb im Februar

Eine innere Unruhe und Ungeduld macht sich langsam bemerkbar. Beim täglichen Gang durch den Garten erkennt man hier und da erste Blüten. Unser Garten bekommt im Winter recht wenig Sonnenlicht, das Beet an der Hausseite sieht gar keinen Sonnenstrahl! Somit rechnen wir bis Mitte Februar kaum mit Schneeglöckchen und erstem Krokus und freuen uns umso mehr, wenn wir erste Blüten entdecken!

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Eranthis hyemalis – Winterling

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Crocus chrysanthus ‚Fuscotinctus‘

Crocus chrysanthus 'Prins Claus'

Crocus chrysanthus ‚Prins Claus‘

Helleborus orientalis (Sämling)

Helleborus orientalis (Sämling)

Galanthus woronowii

 

Der Garten im Januar – Kübelpflanzen überwachen, Vorbereiten der Aussaat

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Noch ein paar Tage und der Januar ist vorbei. Nachdem November und Dezember deutlich zu warm waren,  schneite es im Januar wieder und dann ging es Mitte Januar deutlich in die Minusgrade! Bis dahin hatten wir unsere Kübelpflanzen Oleander und Granatapfel im Freien an die Hauswand gestellt, da sie ein paar Tage auch Temperaturen bis -5°C vertragen. Inzwischen ist es wieder frostfrei, die Temperaturen liegen bei etwa 10° C tagsüber und bleiben nachts momentan um die 0° C . Jetzt stehen sie wieder draußen 😉

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Neulich entdeckten wir beim Einkauf Steck-Etiketten. Bisher haben wir nur Pflanzschilder aus Kunststoff für die Gemüsebeete und einige, die wir aus Holz selbst hergestellt haben, mit denen wir Rosen, Hosta, Taglilien und Gräser gekennzeichnet haben. Mit der Zeit verrotten sie im Boden, weil sie nur aus ganz einfachen Holzleisten gesägt sind.

Inzwischen kennen wir unsere Rosen und Stauden zum größten Teil, allerdings vergisst man schnell die Namen vieler neuer Pflänzchen , wenn man sie nicht gleich kennzeichnet. Ich habe sie sofort beschriftet und zu den Stauden gesteckt. In den nächsten Wochen erfolgt der Rückschnitt und dann würde es sehr schwer mit der Erinnerung….

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Neues Saatgut ist bereits angekommen, einsortiert, Plan erstellt und schon geht es los…

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Ich liebe es, wenn die Gemüsebeete üppig, bunt und abwechslungsreich bepflanzt sind und habe dieses Mal einen italienischen Anbieter mit samenfesten Sorten ausgesucht.

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Von einer Facebook-Freundin erhielt ich einige historische, bewährte Tomatensamen, die in diesem Jahr ausprobiere.

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Gestern habe ich die Samen von Paprika, Artischocken und Auberginen eingeweicht, bzw. in feuchtes Küchenpapier gelegt. Heute sah ich schon, wie sich das Samenkorn an der Spitze verändert hat und so konnte ich loslegen…

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Fünf verschiedene Paprikasorten, davon 4 vom letzten Jahr, die sich bewährt haben: Sicilia, Barguzin, Capia und Fiesta (F1) sowie eine schokoladenbraune Paprika von einer Freundin.

Aubergine ‚Barbentane‘ und ‚Black Beauty‘

Artischocke ‚Violet de Provence‘ – die habe ich im letzten Jahr ausgesät und gepflanzt. Durch die Trockenheit verkümmerte sie, besann sich aber im Spätsommer und ich bin gespannt, ob sie tragen wird.  Jetzt habe ich noch einmal 4 Körnchen gesät….sicherheitshalber 😉

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Winterliche Aspekte im Garten

Gehölze und Sträucher bilden gerade im Winter wunderbare Aspekte!  Wir haben aus Platzgründen nur unsere Obstbäume innerhalb des Gartens. Hinter dem Teich bieten dafür Schneeball, Korkenzieher-Hasel, Weigelie und der Perlmuttstrauch ein herrliches Bild.

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Wir können zwar vom Fenster nicht auf den Teich, dafür aber direkt in den Garten und auf die Staudenbeete schauen….

 

Jetzt, im Winter, sehen wir auf die bereiften oder verschneiten Samenstände der Stauden und die fast bizarren Gräser……

 

Es wird wohl noch ein Weilchen dauern, bis wir wieder hier sitzen können….haben wir noch etwas Geduld und beschäftigen uns jetzt langsam wieder mit der Aussaat…

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Spuren im Schnee und ein neues Projekt

Das neue Jahr hat uns gleich am zweiten Tag Schnee beschert! Nach den vielen trüben Tagen mit Nebel, Regen und ohne Sonne sieht der Garten gleich hübscher aus….

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Reinhard hatte noch am Samstag an den Kieswegen im Küchengarten gearbeitet, leider fing es am Nachmittag an zu regnen. Am kommenden Wochenende wird das Projekt dann fertig sein.

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Im September waren wir, wie berichtet, auf Gartenreise nach Mecklenburg-Vorpommern, um Gartenfreunde und ihre wunderbaren Gärten zu besuchen. Schon dort wuchs der Wunsch nach mehr Gräsern im Garten. Die sollten jedoch nicht im Staudenbeet stehen, sondern wir dachten dabei an unsere Kindheit zurück, an die Sommer, in denen wir durch Feld, Wald und Wiesen streiften und dabei die kniehohen Gräser spürten.

Dieser Rasenstreifen entlang des Hauses ist so ziemlich die einzig verbliebene Grünfläche, bzw. Rasenfläche – die sieht im Sommer sehr schlimm aus. Die überaus trockenen Sommer in Unterfranken haben wir 2015 in aller Form erfahren müssen und uns lange mit der geeigneten Bepflanzung  beschäftigt. Hier soll jetzt ein schmaler Pfad entstehen, dessen Ränder von Gräsern und passenden Stauden gesäumt werden.

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Unser Gartenfreund Claus hat uns einen Plan erstellt, den wir jetzt umsetzen möchten. Seine Zeichnung haben wir maßstabgerecht vergrößert und an die örtlichen Gegebenheiten, wie Seitenwege, Fensterausblick etc. angepasst.  Dann haben wir ein Raster auf die Zeichnung gelegt und dieses auf die Rasenfläche übertragen.

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Damit war es leicht, die Wegführung zu markieren. Durch den gestrigen Schneefall ist der Weg ganz gut zu erkennen. Inzwischen haben wir die Pflanzen bestellt. Sobald es Wetter und Zeit erlaubt, werden die Kanten abgestochen und die Grassoden entfernt. Wir werden berichten….

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Frohe Weihnachten!

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Markt und Straßen steh’n verlassen,
Still erleuchtet jedes Haus,
Sinnend geh‘ ich durch die Gassen,
Alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
Buntes Spielzeug fromm geschmückt,
Tausend Kindlein steh’n und schauen,
Sind so wunderstill beglückt.

Und ich wandre aus den Mauern
Bis hinaus ins freie Feld,
hehres Glänzen, heil’ges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen,
Aus des Schnees Einsamkeit
steigt’s wie wunderbares Singen –
Oh du gnadenreiche Zeit!

Joseph von Eichendorff