Januar – Vorbereitungen für das Gartenjahr

Der Januar ist fast vorbei und kein Winter in Sicht! Grau, grau und noch mal grau: seit Beginn der Wetteraufzeichnungen ist es in Deutschland noch nie so trüb und grau gewesen wie bisher in diesem Winter. Dezember und Januar seien zusammen die Monate mit der geringsten Sonnenscheindauer…

So macht der Rundgang im Garten auch keine rechte Freude…..allerdings lohnt es sich trotzdem, wenn man die ersten Winterlinge, Schneeglöckchen und Lenzrosen entdeckt!

 

Von Vögeln wimmelt es im Garten und es scheint, als freuen sie sich auf einen raschen Frühlingsanfang! Der zweite Sack Sonnenblumenkerne ist im Anbruch und die Nistkästen sind gesäubert – mal gespannt, ob sie auch in diesem Jahr alle besucht werden.

 

Kerzen-Knöterich und Clematis viticella sind geschnitten, alles andere darf noch stehenbleiben.  Den Kompost haben wir auf die Hochbeete verteilt.

Kompost mit Humofix von der Abtei Fulda

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Nach dem Umbau unserer Wassersammelstelle und der Kompost-Ecke wurde der Bereich in eine 1 qm große Fläche für den Aufbau des Kompostes, ein Bereich für alten Pferdemist, eine Sammelstelle für Stauden-Schnitt und einen Bereich für alten Kompost, bzw. Grassoden. Da das Frühjahr recht warm war, habe ich den Kompost entgegen der Empfehlung schon vor den Eisheiligen, Mitte Mai, begonnen. Auf dem gelockerten Boden kam eine Schicht frisches Grün vom Jäten, ca. 20 cm, darüber alter Stauden-Schnitt. Das Päckchen Humofix habe ich in ca. 1 l Wasser 1 Tag reifen lassen und dann einen Teil in 10 l Wasser mit der Gießkanne auf den Haufen gegossen. Darüber kam eine leichte Schicht alter Mist und dann eine Schicht alter Kompost. Die nächsten Schichten wurden genauso aufgebaut. Abschließend wurde der Großteil es Humofix-Ansatzes über den Haufen gegossen und dann der Haufen mit Erde und Grasssoden dicht abgedeckt. Darüber kam noch eine Plane um die enstehende Wärme im Haufen zu belassen. Nach drei Tagen sollte im Inneren eine Hitze von ca. 70°C erreicht sein. Dann wurde der Haufen abgedeckt und mit einer Stange in den Haufen gestochen um frische Luft ins innere zu lassen. Jetzt hat der Haufen ca. 6-8 Wochen Zeit zu reifen.

 

Der Mai ist gekommen – Regenwasser, Kompost, Rankhilfen …

Der April war sonnig und meist zu trocken. Wir haben die Zeit genutzt um unseren Garten fit zu machen für den Sommer.

  • Von älteren Nachbarn wird unsere Region in Unterfranken gern als „fränkische Trockenplatte“ bezeichnet. Daher steht bei der Vorbereitung des Gartens die Wasserversorgung an erster Stelle.
  • Durch das Anlegen von Beeten hatten wir bisher reichlich Grassoden von den freigemachten Flächen, die uns Boden für die Hochbeete lieferten. Dies Jahr wollen wir uns mit dem wichtige Thema Kompost beschäftigen. Wie wir feststellen mußten, ein Thema zu dem es viele Meinungen und Verfahren gibt. Wir orientieren uns an den Anregungen und Erfahrungen der Abtei Fulda nach der Methode Bruce und haben uns deren Kräuterpulver „Humofix“ zur Schnell-Humus-Gewinnung zusenden lassen.
  • Die ersten Jahre hatten wir vorhandene Rosen radikal zurückgeschnitten um sie zu einem kräftigen Neuaustrieb anzuregen. Hinzu kamen weitere Rosen. Bei der Beschäftigung mit dem Thema Rosen haben wir unsere Liebe zu historischen Rosen entdeckt, die winterhart sind und einen intensiven typischen Duft verströmen. Die Rosen haben sich gut entwickelt und werden dies Jahr Rankhilfen benötigen. Rechtzeitig vor dem Mairegen haben wir diese gestern aufgestellt.

 

Die große Dachfläche unseres Anwesens sammelt den spärlichen Regen, der über verschieden Fallrohre abgeleitet wird. Ein Teil wird für den Teich genutzt, zwei Dachflächen füllen unsere Regenfässer. Wir hatten das meiste Regenwasser von der westlich ausgerichteten Dachfläche erwartet, hier hatten wir ein 1000 l Fass aufgestellt. Die Erfahrung zeigte jedoch, dass unser 300 l Fass von der nordöstlich ausgerichteten Dachfläche dauernd überlief. So entschlossen wir uns zum Tausch der Fässer. Dadurch mußte unsere bisherige Kompost-Ecke neu gestaltet werden. Bisher hatten wir Sammelbehälter aus gesteckten Brettern. Diese waren mit einer Kantenlänge von 80 cm jedoch zu klein um den Kompost richtig zu erhitzen. Das Kloster Fulda, Christa Weinreich OSB in „Geheimnisse aus dem Klostergarten“ und John Seymour in seinem Buch „Selbstversorgung aus dem Garten“ empfehlen eine Fläche von 2 x 1 m. Daneben sollte Platz sein für Sammelstellen von vertrockneten Stauden, altem Kompost und Mist. Zusammen mit frischem Grün soll jetzt im Mai der erste Kompost geschichtet werden und mit dem Kräuterpulver „Humofix“ zur heißen Kompostierung gebracht werden. Das Regenfass wiegt befüllt 1 t und ist zwischen diesen Haufen platziert. Da lag es nahe, ein stabiles Fundament aus einem Bordstein und Betonkübeln zu errichten, durch das das Fass für die Befüllung der Kannen in eine komfortable Höhe kommt.

Lange hatten wir über verschiedene Lösungen der Rankhilfen nachgedacht und ausprobiert. Für die Rosen sollte ein einfaches, natürliches Material den Rosen nicht die Schau stehlen. So sind geschälte Fichtenstämme vom Sägewerk preiswert und passend um daraus Rankhilfen zu bauen. Dabei wurde auch ein einfacher Rosenbogen erstellt, der in der Sichtachse das Gartenzimmer Küchengarten abschließt. Die Gartenräume sollen, entlang der Sichtachse durch Tore, bzw. Rosenbogen betreten werden. Es wird also ein weiterer Bogen zur Straßenseite folgen und dann ein Durchschreiten der Gartenräume erlebbar machen. In unserem Garten sind natürliche Materialien verwendet. Für die Tomaten hatten wir bisher Metallspiralen, an denen die hochrankenden Sorten oft unter ihrem Gewicht abrutschten. Beim Besuch im Sägewerk fanden wir sägeraue Kanthölzer, die im Weinbau verwendet werden, gern aber auch für Tomaten genutzt werden. Eine preisgünstige Lösung, die zudem auch optisch besser zu unserem Garten passt.

Das Gold des Gärtners – der Kompost

Eine einfache Erkenntnis und doch heute leider oft vergessen: Wie in einem Kreislauf wandern die Nährstoffe aus dem Boden in die Pflanzen – durch Kompostierung können sie wieder in den Boden gelangen.

Wir haben 3 einfache Komposter, die sich hinter dem Haus befinden. Dort ist es schattig und der Boden ist feucht. Da ein Regenfass in der Nähe ist, kann der Kompost auch mal im Sommer bei langer Trockenheit gegossen werden. Wir fügen zur Aktivierung unserer Helfer im Boden gelegentlich eine Gabe Hornspäne in die Lagen hinzu. Das Kompost stinkt ist ein Gerücht – dies kann nur geschehen, wenn Fäulnis entsteht. Früher haben wir gelegentlich Rasenschnitt in den Kompost gegeben. Ist dieser feucht, so kann die Umsetzung nicht richtig erfolgen, er gammelt und fault, auch wegen der geballten Masse die da anfällt. Ich bin daher dazu übergegangen, den Rasenschnitt nicht im Korb des Rasenmähers zu sammeln, sondern ihn dort liegen zu lassen, wo er anfällt. Bei sonnigem Wetter ist schon nach 2-3 Tagen nichts mehr vom Rasen zu sehen und die Nährstoffe werden dem Boden wieder zugeführt. Gelegentlich habe ich den Rasenschnitt auch zusammengerecht und ihn durch die Sonne trocknen lassen. Dadurch reduziert sich das Volumen beträchtlich und ist für den Komposter besser „verdaulich“. Wir haben also keinen Begriff von Rasen im Sinne eines englischen Rasens oder Golfrasens – den finde ich langweilig, der sieht für mich nach Kunstrasen aus.

Gehölz vom Obstbaumschnitt lasse ich auf dem Scheunenboden trocknen. Die klein geschnittenen Teile kommen nächstes Jahr ins neue Hochbeet.

Komposter