Die Kräuterschnecke steht im Mittelpunkt

DSCF8053Nachdem die vier Hochbeete um unsere alte Kräuterschnecke fertig sind, haben wir uns inspirieren lassen von Christa Weinrich OSB und ihrem Buch „Geheimnisse aus dem Klostergarten“. Danach sollte die Kräuterschnecke einen Mindestdurchmesser von 2 m und einer Höhe von 80 cm haben. Diese Proportionen passen ideal zu den bestehenden Hochbeeten. Anhand einer Skizze machten wir uns noch einmal klar wie der Schatten über die Schnecke wandert. Die Form sollte einer richtigen Schneckenform entsprechen. Hierzu habe ich eine Maßskizze mit einem Raster gezeichnet, in dem das Grundmaß 40 cm ist. In Näherung an die Proportionen des goldenen Schnitts habe ich auf die Maßreihe von Fibunaci zurückgegriffen. Damit wächst die Schneckenform geradezu ideal. Als letztes vor der Umsetzung kam der Pflanzplan. Hier sollten verschiedene Böden den idealen Nährgrund für die Kräuter bilden. Magerer kalkhaltiger Boden für die mediterranen Kräuter wie Thymian, Salbei und Rosmarin an der Spitze, wo sie auch wenig Wasser erhalten. Am Fuß der Schnecke wachsen unser heimischen Kräuter wie Kerbel, Schnittlauch, aber auch Basilikum. Eine in den Boden eingelassenen Wanne sammelt im Sommer die Wärme des Tages und speichern sie für die Nacht. Das dadurch geschaffene Kleinklima ist ideal für die Kräuter.

Zunächst wurde der Boden geebnet, die Form ausgemessen und mit Sand markiert. Jetzt wurden die behauenen Bruchsandsteine auf die Markierung gesetzt. Dann ist Phantasie und Vorstellungskraft gefragt. Die Steine müssen sorgsam ausgewählt werden, um das Zentrum der Schnecke bilden zu können. Dann wird, wie bei der Trockenmauer, Schicht auf Schicht aufgelegt. Dabei soll die Mauer eine leichte Neigung nach innen aufweisen. Dies erreiche ich durch den schrägen Anschnitt des Bodens für die erste Reihe. Die nächsten Reihen werden entlang des aus Stöcken markierten Höhenprofils gesetzt. Steht die Form der Schnecke, kann mit dem Auffüllen begonnen werden. Zunächst fülle ich ihn mit Bauschutt und Felsbrocken. Alte Dachpfannen als Speichen eingesetzt, helfen die Erde in dem starken Gefälle zu halten, speziell den Sandboden im oberen Bereich.Schließlich verteile ich die vorhandenen Kräuter neu und pflanze sie ein. Aus den vergangenen Jahren kenne ich die Wuchsform und Höhe und kann so darauf achten, das der Salbei oder Ysop nicht andere Kräuter in den Schatten stellen.

Gemüsesuppe „Quer durch den Garten“ / schnelle und gesunde Küche

Heute haben wir den Lauch geerntet: 12 schöne Exemplare reichen gerade bis zum Sommer. Mitgenommen habe ich noch 1 Pastinake (fast so dick wie eine Zuckerrübe..) und 1 Rote Beete (der Rest wandert in den Lagerkeller bis zur Weiterverarbeitung). Das Mittagessen für heute bot sich geradezu an, garantiert köstlich auch ohne Geschmacksverstärker oder Extrakte:

  • 1/2 Pastinake
  • 5 Möhren
  • 1 Rote Bete
  • 1 Sellerieknolle
  • 1 gr. Stange Lauch
  • 1 Handvoll Topinamburknollen (die hatten wir wg. ihrer Wüchsigkeit in den Gemüsegarten umgesetzt und einige Stücke f. d. Verzehr aufbewahrt)

aus meinem Tiefkühlvorrat/eigener Anbau

  • Kohlrabi
  • Grüne Bohnen
  • Zuckererbsen
  • Blumenkohl
  • Wirsing
  • Bd. Liebstöckel / Maggikraut
  • Glatte Petersilie

Das Wurzelgemüse putzen, in kleine Stücke schneiden und in Öl kurz anrösten, mit Wasser aufgießen, mit Salz und Pfeffer würzen, kurz aufkochen und 1/2 Std. leicht köcheln lassen. Danach die restlichen Gemüse zugeben und knapp garen lassen. Zum Schluss Liebstöckel und Petersilie grob zerkleinern und ein paar winzig kleine Stückchen Chili in die Suppe geben.

Kräuterflädle, gerollt und in Streifen geschnitten, sind eine passende Einlage!

Die Reste vom Gemüse, auch die gut gebürsteten Schalen setze ich mit Wasser auf und lasse sie nach dem Aufkochen einige Stunden ziehen und reduzieren. Den Gemüsefond fülle ich heiß in Gläser. Abgekühlt halten sie im Kühlschrank  bis zu zwei Wochen.

Neue Wege

In unserem Garten gibt es zwei Wegekreuze. Eines im Staudengarten und ein weiteres im Küchengarten. Das Rasenmähen in diesem Bereich ist sehr zeitaufwändig. Während wir im Staudengarten Rindenmulch ausgebracht haben, möchten wir zwischen den Hochbeeten trittfesten Thymian wachsen lassen. Jetzt haben wir die Grassoden entfernt und den Thymian vereinzelt und gepflanzt. Er hat sich bereits im vergangenen Jahr um die Kräuterspirale als sehr wüchsig erwiesen.

Rheinische Bohnensuppe – schnelle und gesunde Küche

Ein Rezept aus Kindheitstagen, das sich auch heute noch großer Beliebtheit erfreut (meine Tochter ausgenommen;-)

Buschbohnen, Kartoffeln und Bohnenkraut

  • 750 g Buschbohnen o. Stangenbohnen
  • 200 g Kartoffeln, geschält und gewürfelt
  • Bohnenkraut, 4-5 Zweige
  • 3/4 ltr. Gemüsebrühe*
  • 1 EL Mehl
  • 1 Becher saure Sahne
  • Salz und Pfeffer aus der Mühle
  • Cocktailwürstchen oder Bockwürstchen
  • Bund Petersilie

Bohnenstücke mit dem Bohnenkraut in die kochende Brühe geben, nach 10 Min. die Kartoffeln hinzugeben. Nach 20-25 Minuten das mit saurer Sahne angerührte Mehl in die Brühe einrühren, salzen und pfeffern. Danach kommen die Cocktailwürstchen hinein (oder in Scheiben geschnittene Bockwürstchen) Gut heiß werden lassen und mit frischer Petersilie servieren.

Wer das Ganze noch aufpeppen möchte: kleine Reibekuchen (Kartoffelpuffer) dazu reichen!

* Gemüsebrühe kann man auf Vorrat selbst herstellen: Schalen und Abschnitte von geputztem Gemüse friere ich immer ein. Wenn genug zusammen gekommen ist, setze ich Zwiebeln, Knoblauch in Öl auf, füge Sellerie, Möhren, Tomate, Lauch und alles, was sich angesammelt hat mit Wasser auf und lasse alles langsam köcheln. Anschließend gut salzen, pfeffern, evtl. noch etwas Chili dazugeben. Auf diese Weise kann man auf die bekannte Dose mit Aromen und allerhand Zusatzstoffen getrost verzichten!

Wer Zeit hat, kann frisches Wurzelgemüse raspeln und kleinschnippeln und im Backofen bei 80° C trocknen lassen, gut würzen und im Schraubglas aufbewahren.

Morgenstunde

Der Morgen ist im Sommer die schönste Zeit, einen Rundgang durch den Garten zu machen. Die Morgensonne wärmt schon kräftig, aber die beschatteten Plätze sind angenehm frisch. Die am Vortag leicht ermüdeten Pflanzen haben sich nach einer Dusche erholt – genau wir wir.