Stippvisite in Fatschenbrunn

„Die Natur ist eine Künstlerin….“

Dieses Zitat von Salome Scholtens* fand ich in ihrer selbst gestalteten Weihnachtskarte, die sie mir am Sonntagabend beim Besuch ihrer Weinstube gab.  Das sagt schon viel über den Garten aus, den wir am heutigen Tag bei Sonnenschein besuchen und fotografieren durften.

Noch am Tor fällt das Auge auf die alte Birke, deren goldgelbes Laub in der Novembersonne leuchtet. Wie ein Wächter beschützt sie Haus und Garten. Wir treten ein durch das hölzerne Gartentor. Der Weg zum Haus ist beidseitig gesäumt von einer niedrigen Steinmauer, auf der man auf Schritt und Tritt überraschende Arrangements aus Fundsachen und Pflanzen entdeckt. Topfpflanzen sind ihre große Leidenschaft hatte sie uns abends schon erzählt und uns bereits das große Gewächshaus gezeigt, in dem schon viele ihrer Schätze für den Winter untergebracht sind. Die dreißigjährige Geranie ebenso wie der selbstgezogene vier Meter hohe Oleander. Gut, dass der riesige 100 jährige Farn noch draußen ist, er hängt überdimensial in der Birke und lässt sich bewundern! All diese geerbten Schätze hütet und pflegt sie Jahr für Jahr.

 

Ein geradezu mystischer Ort ist der aus bunten Kieseln in Ornamente gelegte Kreis.  An seinem Rand entspringt ein Wasserlauf der sich nach dem Umrunden des Kreises in die zweite Spirale läuft, um dann im Mittelpunkt scheinbar zu verschwinden

Hier kann man sich verlieren…….überall verweilt der Blick und kann sich kaum wieder lösen….

 

Auf der gegenüberliegenden Seite entdecken wir zwischen Stauden eine filigrane Figur. Weiter geht es am moosüberwachsenem Baumstumpf vorbei zum Gewächshaus, der im Frühjahr wunderbar blühenden Wiese….

 

Wir freuen uns schon auf den Frühling – dann geht es wieder in die schöne Weinstube oder auch in den Garten – trockene Weine, feine Spezialitäten, die wir noch probieren wollen!

  • Salome Scholtens stammt aus einer Künstlerfamilie, ihr Vater war der große Bildhauer Waldemar Kuhn…mehr über sie und ihren Mann Nico Scholtens hier

Der goldene Oktober

Der September ging wieder viel zu schnell vorüber und von Regen keine Spur! Auch jetzt ist vorläufig kein Niederschlag zu erwarten….

Ende September hatten wir unseren Garten geöffnet – wunderbares Herbstwetter und Gräser und Astern im Festtagsgewand! Die Bergenie ‚Doppelgänger‘ zeigte sich von ihrer schönsten Seite.

 

Am Feiertag, dem 3. Oktober öffneten wir das Atelier und die Besucher konnten schauen, wie die Skulpturen und Figuren entstehen und sie im Herbstgarten bewundern.

 

Das Interesse war groß und die Besucher staunten über die Vielfalt im Garten.  Mit diesem Erfolg verblasst die Sorge des allzu trockenen Sommers.

Renaissance eines fränkischen Bauerngartens

  • Entstehung und Geschichte des Gartens

Das Anwesen aus dem Jahre 1897 war über Generationen von einer Handwerkerfamilie bewohnt und der Garten entsprechend mit Nutzgarten und Obstwiese angelegt. Die Gartenpflege war durch das Alter des letzten Bewohners stark eingeschränkt. Mit der Übernahme des Anwesens wurde das Grundstück halbiert und der Teil mit den Gebäuden von uns Mitte 2010 übernommen.  Wir wollten unsere Gartenidee hier umsetzen, und dabei vorhandene Elemente wie die Obstwiese, den Teich und die noch vorhandene Bepflanzung mit einbeziehen. Dabei sollte der regionale Bezug gewahrt bleiben, schmückende Elemente sollte aus dem Bestand des Anwesens selbst kommen.

Ein sonniger Herbsttag lockt Besucher

Ein langes Wochenende mit sonnigem Herbstwetter liegt hinter uns. Nach einem kräftigen Regen am Morgen des Feiertags ließ die Sonne uns nicht im Stich und erfreute viele Besucher des Offenen Ateliers aus nah und fern! Zu Beginn gab es die Führung durch den Gräserpfad mit den Skulpturen, danach ging zur Erläuterung der Technik in die Atelierräume.

 

Die Besucher ließen es sich nicht nehmen, hinterher noch den herbstlichen Garten zu erforschen. Die leuchtenden Farben der Astern waren genauso gefragt wie der Palmkohl im Küchengarten…..

Auch die Presse war vor Ort, hier die Berichte in Reinhard’s Blog

Gräserblüte im Gräserpfad

Die schönste Zeit im Jahr beginnt…..

Dialog mit der Natur

Mitte August beginnt die Gräserblüte und die Gräser verdecken die Sockel der Skulpturen. Die Skulpturen schweben zwischen den wogenden Gräsern oder werden vom Diamantgras Calamagrostis brachytricha umspielt. In der filigranen Blütenwolke des Tautropfengrases Sporobolus heterolepis scheinen die Skulpturen von Muschel und Schnecke von Perlen umspült.

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Skulptur 06 im Gräsergarten

von Reinhard Schneider

Die 6. Skulptur sollte gegenüber den anderen höher werden, da mir die Skulpturenreihe sonst zu gleichmäßig wird. So wählte ich als Ausgangspunkt die Schote einer Edelwicke, die ich noch im Garten fand.

Da die Schoten über Winter draußen lagen, hatten sie ihre ursprüngliche Form geändert – eine Metamorphose. Damit war die Schote eine ideale Gestalt, um Ursprung – Übergang und Wandlung in einer Skulptur darzustellen. Der Wandel ist in jeder Phase ein ästhetischer Genuss und typisch für die Natur.

Skulptur 06

Skulptur 05 im Gräserpfad

von Reinhard Schneider

Für die 5. Skulptur wählte ich als Ausgangspunkt die Nigella-Samenkapsel. Wie bei der vorangegangen Skulptur, des Eisenhut-Samens, bilden fünf gewölbte Flächen einen Körper. Durch die Trocknung reißt der Körper an den Nahtstellen auf und bildet diese wunderschöne Figur mit 2 Polen, einen dramatischen, stark zerklüfteten und einem ruhigen fast kugeligen Teil. Diesen Kontrast habe ich durch die gestreckte Form der Skulptur noch gesteigert. Wie in der vierten Skulptur sind auch hier sind die Stadien, des Aufbrechens des Körpers in die einzelnen Flächen, gleichzeitig und nebeneinander in der Skulptur dargestellt.

Solange die Kapsel grün ist und Wasser enthält, sind Druck und Zugkräfte ausgeglichen und zeigen eine harmonische Form. Durch den Entzug des Wassers nehmen die Zugkräfte der Fasern überhand und verformen den Körper bis er an den Nahtstellen reißt und eine neue harmonische Form annimmt.

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Skulptur 05

 

Skulptur 04 im Gräserpfad

von Reinhard Schneider

Für die 4. Skulptur betrachtete ich die Samenkapsel des Eisenhutes. Faszinierend ist die Wandlung der einzelnen Kapsel-Elemente – die Metamorphose des geschlossenen Körpers in eine, von einer Fläche umschlossene Kelchform. Diese Wandlung, das Aufreißen des Körpers, ist hier in verschiedenen Stadien sichtbar. In der Natur sind diese Stadien nicht gleichzeitig zu sehen, da brechen alle Körper gleichzeitig auf.

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Eine lange Trocknungsphase ist vorüber……..

Skulptur 04

 

Winterruhe im Garten

Die Winterruhe im Garten – die Natur schaltet einen Gang zurück.

Es gab etwas Neuschnee, gerade zur rechten Zeit! Dauerfrost ist angesagt, heute früh waren es um sieben Uhr bereits minus 9 Grad, das wird evtl. noch niedriger im Laufe der Woche! Unter der Schneedecke sind die Stauden und Gräser etwas geschützt.

 

Wir nutzen die Zeit…Reinhard arbeitet an seiner nächsten Skulptur

 

 

und ich beschäftige mich mit der Auflistung aller Pflanzen im Garten 🙂

Habt eine schöne Zeit!

 

Skulptur 03 im Gräserpfad

Autor Reinhard Schneider

Ideengeber für die 3. Skulptur war Nicandra physaloides, die Giftbeere.  Die hauchdünnen Kelchblätter verbergen die umschlossene Frucht.

 

Skulptur 03 – Gipsguss mit Sockel

Die umhüllenden Flächen lassen mit ihrer Form das Geheimnis ihres  kugeligen Inhalts erahnen . Mit dem Umschreiten der Skulptur wird dies Thema von der naturnahen Form fortschreitend geometrischer formuliert.

 

Für die Überprüfung von Proportion und Wirkung haben wir Betonsockel und Skulptur im Gräserweg platziert.  Die Gräser sollen, wenn sie im Herbst größer werden, die Skulpturen in sich aufnehmen und teilweise überragen.

Hier geht es zu Skulptur 02