Blütenträume

Vor zwei Monaten war der gesamte Garten eine weiße Duftwolke – die Bäume haben geblüht und versprachen gute Ernte. Leider hat auch hier der Frost vieles zerstört, sogar die beiden Rebstöcke der Weinlaube zeigten Schäden.

So sind wir doch froh über das schwarze Gold der Gärten, den Holunder! Der blüht gerade jetzt und verströmt wunderbaren Duft. Die ersten Dolden landeten schon im Topf: Holunderblütengelee, Sirup und gerade haben wir Likör angesetzt.

Unser neuer Sitzplatz im hinteren Garten ist nämlich direkt im Schatten des Holunders, da ist es besser, die Dolden zu ernten, bevor nachher die Beeren das neue Shirt bekleckern….

Der Sitzplatz am Grill wird jetzt schon sichtbar eingebunden durch die neuen Beete. Taglilien, Gräser, Lilien, Hostas, Rittersporn, Eisenhut, Astern, Sedum und Dahlien – das wird hoffentlich eine feurig-farbige Angelegenheit.

Der Kies unter den Füßen wird langsam vom Thymian erobert, sogar Stockrosen wachsen durch die Kiesdecke hindurch. Der Blick auf den Teich mit den Vögeln, Insekten und Molchen oder hinüber ins Rosenbeet – noch ist alles erkennbar, in ein paar Wochen werden die Räume geschlossen sein…

Vorfrühling im Garten

Es wird bunt im Garten. Die Sonne scheint und Zwerg-Iris und Krokusse öffnen ihre Kelche….

Die Stauden und auch Gräser sind bereits geschnitten, so kann man die Frühblüher besser sehen.

Unter den Obstbäumen glänzen rotbelaubte Bergenien zwischen dem filigranen Laub von Carex spe. ‚Kyoto‘ oder die reich blühenden Lenzrosen…

Am Teich blüht Corylus avellana, die Korkenzieherhaselnuss, ein Magnet für die Bienen….die Natur erwacht.

Der Gärtner freut sich über die frischen Austriebe, atmet durch und freut sich auf die Zeit, die er jetzt wieder im Garten verbringen kann.

Frostiger Morgen – Winterfreuden im Garten

Das Jahr beginnt mit Temperaturen unter Null – ein erfreulicher Anblick nach etlichen dunklen Tagen im alten Jahr….

Wie gepudert sehen die Gräser aus, dick gezuckert die Äste. Kann man verstehen, dass viele Gartenbesitzer ihren Garten bereits im Herbst ‚aufräumen‘ und sich damit der ganzen Schönheit des Winters berauben??

Die Vögel haben ihre Freude und suchen zwischen den Stauden und Gräsern nach Futter, das von der Futtersäule oder vom Vogelhaus heruntergefallen ist, oder auch Samen der unterschiedlichen Pflanzen. Die Rosensträucher sind viel besucht, hier gibt es noch etliche Hagebutten…

Wir wünschen allen Gartenfreunden eine schöne, ruhige Zeit – Zeit zum planen und träumen von Sommertagen im Garten!

Ein Sonntagsausflug in die nördlichen Haßberge

Nach der langen Sommerzeit nutzten wir den Sonntag, um mit unserem Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege und seiner Frau einen Ausflug in die Haßberge zu machen. Nach unserem Umzug war noch nicht allzuviel Zeit und Möglichkeit.

Die Haßberge sind ein Mittelgebirgszug nördlich des Mains in Unterfranken und im nördlichen Landkreis Bamberg. Das Hügelland wird durch das Maintal von seinem Schwestergebirge, dem Steigerwald getrennt. Die Randhöhen beider Waldgebirge fallen steil zum Main hin ab. Wir wohnen in Hainert, einem Ortsteil von Knetzgau, das wiederum am nördlichen Rand des Steigerwalds liegt, gehören aber zum Landkreis Haßberge. Der wiederum grenzt an die Landkreise Hildburghausen (Thüringen), Coburg, Bamberg, Schweinfurt und Rhön-Grabfeld.

Das Land der Burgen, Schlösser und Ruinen……die Grenzlage zum früheren Ostblock bewahrte das Gebiet viele Jahre vor der Ansiedlung von Großindustrie – ein Segen für die Natur! Mischwälder, Wiesen und Bilderbuchdörfer….man fühlt sich unsagbar wohl!

Zuerst ging es nach Rottenstein. Vom Friedhof aus hat man einen wunderschönen Blick nach Südwesten in das Haßbergevorland.

 

Weiter ging es nach Friesenhausen. Hier fanden wir den historischen Kaufladen von Lina Schmidt…wunderbar, was eine Initiative ereichen kann

 

Der alte Pfarrgarten, lange Zeit verwildert und sich selbst überlassen, wird seit einiger Zeit liebevoll von Christa Lampert unter Berücksichtigung von Ökölogie und Naturschutz gepflegt. Die tiefstehende Nachmittagssonne tauchte diesen idyllischen Garten in ein sanftes Licht – auch ohne bunte Blüten sehenswert! Dieses Kleinod wurde 2017 vom Wettbewerb des Landkreises ‚Natur im Garten‘ prämiert – für uns steht fest: das müssen wir gleich im nächsten Frühjahr wieder besuchen!

 

Das nahegelegene Wasserschloß Friesenhausen ist ein Renaissanceschloss. Um 1563 wurde der Burghof der ehemals gotischen Burg überbaut, Der Graben wurde trockengelegt und bepflanzt. Schloss Friesenhausen steht unter internationalem Denkmalschutz, das Grundstück mit dem angrenzenden Park ist 45 000 Quadratmeter groß. Seit 1989 wohnen Johann Friedrich von Eichborn und seine Frau Gundula hier.

 

Schließlich besuchten wir noch Henriette Dornberger in ihrem Forsthaus Wetzhausen und genossen die letzten Sonnenstrahlen des Tages…….

Eine Entdeckungsreise lohnt sich allein schon wegen der vielen verborgenen Schätzen die hier schlummern!

Januar – Vorbereitungen für das Gartenjahr

Der Januar ist fast vorbei und kein Winter in Sicht! Grau, grau und noch mal grau: seit Beginn der Wetteraufzeichnungen ist es in Deutschland noch nie so trüb und grau gewesen wie bisher in diesem Winter. Dezember und Januar seien zusammen die Monate mit der geringsten Sonnenscheindauer…

So macht der Rundgang im Garten auch keine rechte Freude…..allerdings lohnt es sich trotzdem, wenn man die ersten Winterlinge, Schneeglöckchen und Lenzrosen entdeckt!

 

Von Vögeln wimmelt es im Garten und es scheint, als freuen sie sich auf einen raschen Frühlingsanfang! Der zweite Sack Sonnenblumenkerne ist im Anbruch und die Nistkästen sind gesäubert – mal gespannt, ob sie auch in diesem Jahr alle besucht werden.

 

Kerzen-Knöterich und Clematis viticella sind geschnitten, alles andere darf noch stehenbleiben.  Den Kompost haben wir auf die Hochbeete verteilt.

Natur im Garten – Wettbewerb im Landkreis Haßberge

In unserem Landkreis gibt es noch viele überwiegend große und natürlich gestaltete Gärten.

 

Allerdings ist die Idee von Beth Chatto’s Kiesgarten auch hier schon fehlinterpretiert worden! Beth Chatto legte damals auf einem stark verdichteten, mageren und trockenen Boden ihren berühmten Kiesgarten an. Sie verwendete Pflanzen, die durch verschiedene Anpassungsstrategien mit diesen Extrembedingungen gut zurechtkommen. Das, was heute mancherorts zu sehen ist, entspricht eher einer Steinwüste mit ein, zwei in Form geschnittenen Gehölzen oder Gräsern…….das alles hat mit Garten nichts mehr zu tun!

Naturnahe Gärten sind überaus wichtig für die Kulturlandschaft. Sie dienen den Insekten, Vögeln und Amphibien, also unserer heimischen Fauna als Rückzugsort und bieten ein vielfältiges Nahrungsangebot.  Dabei spielen standortgerechte Pflanzenvielfalt, ökologisch orientierte Bewirtschaftung (Kompost- und Kreislaufwirtschaft, Regenwassernutzung) ein wichtige Rolle. Aber auch der kulturelle Bezug zur Region mit standorttypischen Materialien, sowie jeglicher Verzicht auf chem.-synthetische Dünger und Pflanzenschutzmittel sind Grundlage für die Erhaltung der Kulturlandschaft!

Um der Mode, Vorgärten und Gärten mit Kies oder Schotter zuzuschütten, entgegenzuwirken, rief der Kreisverband für Gartenbau und Landespflege im April zu dem Wettbewerb auf. Natürlich bewarben wir uns.

Im Juli erschien dann eine vierköpfige Jury, um sich den Garten anzusehen. Jetzt, im August wurden alle 28 Teilnehmer in den Privatgarten der Famiie Lindner eingeladen – eine ehemalige Hofstelle, im schönen Dörfchen Unterschwappach.

Bei einem Sektempfang wurden wir vom Kreisfachberater Guntram Ulsamer und vom Landrat Wilhelm Schneider herzlich begrüßt, anschließend wurden die teilnehmenden Gärten vorgestellt und prämiert. Jeder Teilnehmer erhielt eine schöne Plakette, die in einer hiesigen Töpferei eigens hergestellt wurde, sowie eine schöne Staude. Sechs Teilnehmer erhielten als Sonderpreis zusätzlich ein Buchgeschenk.

Besonderes Gewicht legen die Veranstalter auf das gegenseitige Kennenlernen sowie die Bildung eines Netzwerkes.  Nach einer umfassenden Gartenführung gab es eine zünftige Brotzeit und damit auch Gelegenheit, untereinander auszutauschen.

Diese Veranstaltung wurde von der regionalen Presse gern aufgenommen.

Hassfurter Tageblatt

Neue Presse Coburg _ Unterschwappach_ Zwischen Wasserzisterne und Kompostsieb

Eidechse und Igel im Garten

Heute früh kam es mir in den Kopf – wir haben noch gar nicht über unsere Entdeckungen berichtet! Wir haben Eidechsen und Igel in unserem Garten! Am Wochenende war es sonnig und warm. Bei unserem Rundgang entdeckten wir eine Eidechse…..hier an unserer schönen Sandsteinmauer hat sie sich im Totholz verkrochen und kam nun heraus…

Eidechsen sind tagaktiv und ihrer Umgebung meist treu. Die suchen sie gern nach Insekten, Spinnen und Käfern ab. Eidechsen mögen aber auch Schnecken und Würmer. Während der Winterruhe zehren sie von ihren Reserven…..

 

Bisher haben wir den Igel immer nur schmatzen hören, morgens seinen Kot entdeckt und abends in der Dunkelheit vom Fenster her beobachten können. Aber vorgestern hatten wir Glück…wir trafen Willi, ‚unseren‘ Igel.  Nach einer großen Runde im Garten, zwischendurch schmatzte er genüsslich,  lief er über den Gräserpfad (übrigens wie geschaffen für einen Igel) zurück ins Gehölz hinter dem Teich! Schaut selbst:

Willi der Igel

Wir wundern uns schon eine Weile, keine Nacktschnecken mehr zu entdecken, anfangs haben wir doch in der Dämmerung unseren Garten mit der Taschenlampe abgesucht und aufgesammelt.  Im vergangenen Jahr waren es nur noch maximal drei, die wir fanden. Ein Zeichen dafür, dass der Verzicht auf Chemie im Garten die Nützlinge fördert! Bald werden wir wieder die Meisen beobachten, wie sie z.B. die Rosen absuchen nach Schädlingen, um ihre Jungen damit zu füttern….

So verzichten wir auch auf leicht lösliche Mineraldünger, wie z. B. Blaukorn.  Dieser Kunstdünger besteht aus sofort verfügbaren Nährstoffen in Form von Salzen wie Stickstoff, Phosphat und Kalium. Diese Salze machen den nützlichen Regenwürmern nicht nur das Leben schwer, töten sie sogar. Kompost, Hornspäne und Urgesteinsmehl sind die Dinge, mit denen wir unseren Boden füttern.  Dazu kommen noch Brühen und Jauchen aus Schachtelhalm, Brennnessel und Co. . Bisher sind wir sehr gut damit zurecht gekommen!

 

 

Pflege der Staudenbeete im Oktober

Laut Wetterprognose wird es jetzt ungemütlich! Wir haben die letzten sonnigen, trockenen Tage noch genutzt und im Garten verbracht. Unkraut gezupft, Rasen geschnitten, Fallobst gesammelt und einige Möbel schon verräumt. Beet für Beet haben wir uns angeschaut und notiert, was wir ändern möchten. Meist hat man die Änderungswünsche im Frühjahr wieder vergessen.

 

Einiges, was wir im letzten Jahr eingepflanzt hatten, war nicht stimmig und kommt woanders hin oder wird verschenkt. Echinops ritro, die blaue Kugeldistel z.B., passte farblich und auch vom Wuchs her nicht ins Beet. Sie ist ein wahres Insekten-Magnet, aber alle unsere Pflanzen sind bienenfreundlich, von daher brauchen wir uns keine Gedanken zu machen. Auch die Nachtviole, Hesperis matronalis, wurde versetzt. Sie blüht und duftet wunderbar, aber kommt in unseren Staudenbeeten nicht recht zur Geltung: unten viel zu viel Grünzeug, nimmt sie anderen Stauden Platz. Sie hat im hinteren Teil des Gartens wieder ihren Platz gefunden und erfreut uns hier.

Eingeschleppter Giersch hat sich in einigen Beeten breit gemacht und Erde muss aufgefüllt werden. So haben wir uns das erste Beet vorgenommen, bis auf den Miscanthus alles herausgeholt und Wurzeln und Erde auf Giersch untersucht. Dann haben wir die Erde aufgefüllt und die Stauden neu positioniert und wieder eingepflanzt. Das war eine ziemlich zeitaufwändige Arbeit, die sich aber lohnt! Im März werden wir den Miscanthus noch herausnehmen und vom Giersch befreien. Selbst wenn der Giersch wiederkommt (was er ohne Zweifel tut!) – das erste Jahr hält er sich bestimmt zurück! Diese Pflegemaßnahme macht man eigentlich im Frühjahr, aber in diesem Beet gibt es sehr viele Iris, die bereits im Mai blühen. Abgeschnitten wird bei uns noch nichts, alles bleibt bis zum Frühjahr. Lediglich die versetzten Stauden kürzen wir ein, um ihnen das Einwachsen zu erleichtern.

Hier noch ein paar Herbst-Impressionen……..

 

Und Flora und Fauna harmonieren, wie man sieht:

 

und wie sieht es bei Euch aus?

Gartenbesuch vom Feldhasen

Im vergangenen Jahr hatten wir im Juli während der Renovierungsarbeiten Feldhasen im Garten herumtollen sehen. Diesmal kam er noch näher an uns heran! Besonders interessierte er sich für die Stauden. …hoffentlich wird das nicht zur Gewohnheit! 🙂

DSCF6910

Er erinnert doch an Dürers Hasen, oder??

DSCF6865

Inzwischen hat er sich verzogen, es ist ihm sicher zu unruhig, wenn wir Unkraut jäten….

Der Teich und die Ziergehölze

Selten war er so klar, dass sich Gehölze im Wasser widerspiegeln. Hat sich die große Aufräum-Aktion im Teich also gelohnt!!

DSCF6339

DSCF6338

Die Seerosen haben dicke Knospen und ich kann es kaum erwarten, bis sie sich richtig öffnen! Libellen tummeln sich am Wasser, die Molche ziehen ihre Bahnen und Wasserschnecken gibt es reichlich.

DSCF6574

DSCF6497

DSCF6192

Im Taglilienbeet sind Hemerocallis middendorffii erblüht und Eupatorium maculatum ‚Riesenschirm‘ und Eupatorium rugosum’Chocolate‘ zeigen ihren üppig wachsenden Blattschmuck. Später, im Herbst, schmücken sie mit ihren Blüten und verzaubern nicht nur uns durch den süßlichen Duft. Überhaupt legen wir großen Wert auf Pflanzen und Gehölze, die für die Fauna besonders attraktiv und nützlich sind.

DSCF4588

Am hinteren Ende des Gartens bildet eine Reihe von Ziergehölzen eine natürliche Grenze. Der Teichgarten und auch der Rosengarten bekommen so einen schönen Hintergrund. Gleichzeitig bieten sie der Fauna eine Nahrungsquelle sowie schützenden Unterschlupf.

Die Kolkwitzia amabilis – der Perlmuttstrauch gehört zur Familie der Caprifoliaceae – Geißblattgewächse und stammt aus Asien. Er blüht im Mai/Juni und verströmt einen leicht süßlichen Duft.

DSCF6471

Etwa zur gleichen Zeit blüht Weigelia ‚Bristol Ruby‘ . Trichterförmige Blüten in dunklem Rot geben einen schönen Kontrast zur Weigelie. Mit ihrer Blühfreudigkeit im Mai/Juni und ihrer Nachblüte im Spätsommer/Herbst ist sie ein schöner Blickfang.

DSCF6578