Ist der Mai kühl und nass

……. füllt’s dem Bauern Scheun und Fass.

Kühl stimmt, mit dem Regen haben wir etwas Geduld.  Bisher konnten wir im Mai  8 Liter verzeichnen. Durch die Kälte und den dichten Bewuchs sieht alles sehr frisch aus! Die Dichternarzissen Narcissus poeticus var. recurvus und auch die letzten Tulpen zeigen noch keine Schwächen.

Die ersten Zwerg-Iris Iris barbata-nana sind schon fast verblüht, jetzt sind die hübschen Akeleien an der Reihe und tanzen durch die Beete. Bestimmte Sorten möchte ich erhalten und habe sie strikt von anderen getrennt – bin gespannt, ob es gelingt.

Beim Besuch einer Gartenfreundin kamen wir beladen wieder zurück: etliche Stauden hatte sie geteilt und etliche für uns getopft! Sehr viele Schattenflächen haben wir noch nicht, aber im Unterholz am Teich und Gewächshaus war noch Platz!

Im Schattenbeet im Hof ist der Flieder fast verblüht, aber alle Hostas, Farne und Astilben zeigen sich von iher besten Seite…

Endlich Regen…..

Der letzte Tag im April brachte uns ganztägig Sonne, am Maifeiertag noch für ein paar Stunden, aber ab abends kam dann der lang ersehnte, große Regen: 35 Liter innerhalb 24 Stunden, das haben wir lange nicht mehr erlebt! Alle Fässer sind voll, der Teich ist randvoll und Garten und Gärtner freuen sich gleichermaßen!

Am Teich freuen sich Iris und Taglilien über Nass von oben und unten….

 

Im Schattenbeet der Weinlaube scheinen Hosta und Co. förmlich  zu explodieren….

 

Im Küchengarten weiß ich nicht, was schneller wächst: Gemüse oder Unkraut 😉  Sobald der Regen nachlässt, heißt es wieder zupfen!

 

Die Tulpen sind bestimmt um 20 cm gewachsen und die Dichternarzissen öffnen ihre Blüten……..

 

und ich schaue ständig aus dem Küchenfenster, obwohl der Brotteig auf mich wartet!

Schatten im Garten oder wo finde ich Platz für Hosta und Co.?

In unserem Garten finden sich sehr wenige schattige Plätze.  Wir mögen aber Hosta, Farn und Co. sehr und haben daher im Hof unsere kleine Sitzecke mit Wein berankt und können jetzt ein paar wenigen Pflanzen ein absonniges Plätzchen bieten. Polygonatum Hybride ‚Weihenstephan‘, das Salomonssiegel und Aruncus dioicus, der Wald-Geißbart sind leider schon verblüht…

 

Im Garten selbst haben wir im Bereich des Küchengartens einen schattigen Sitzplatz unter den Zwetschgen gefunden. Hier habe ich zwei Kübel mit Hosta ‚Guacamole‘ bepflanzt, deren Blüten zudem noch einen wunderbaren Duft verströmen! Ich habe sie von einer lieben Gartenfreundin geschickt bekommen!

 

Für Hydrangea macrophylla, unsere Hortensiengab es nur an der Nordwestseite des Hauses Platz. Hier kommt die Sonne erst nach 13 Uhr. Sie sehen  im Hochsommer am Spätnachmittag  auch hier nicht ganz glücklich aus. Aber bereits am Abend, nach einer tüchtigen Wasserdusche, haben sie sich wieder erholt. Bis auf die weiße ‚Annabell‘ , ein Mitbringsel einer lieben Gartenfreundin, haben wir die anderen vor Jahren am alten Wohnort geschenkt bekommen und natürlich mitgenommen. Hier, auf der Bank an der Scheune kann man herrlich die Abendsonne genießen.

Hosta, Farn und Co. in der Laube

Unser Garten hat kaum schattige und feuchte Plätze und somit mussten wir unbedingt für Hosta, Farn und Co., die ich sehr liebe, einen Platz suchen. Ganz gut geeignet ist unsere Weinlaube im Hof. Hier können wir im Sommer morgens bis mittags und am späteren Nachmittag etwas Kühle genießen. In einigen Wochen wird noch ein Dach aus Weinlaub den Schatten vergrößern, gießen müssen wir jetzt häufiger. Durch die Renovierung des Daches haben wir jetzt noch einige Regenfässer mehr aufgestellt, denn Wasser ist in Unterfranken rar…

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Aus der Staudengärtnerei in Potsdam haben wir uns Farne mitgebracht. Einen weiteren bekamen wir von Miwa, einer Gartenfreundin, im Tausch!

 

Wir wollen sehen, ob sie sich bei uns unter unseren Bedingungen wohlfühlen…so wie das Salomonssiegel von Karina und der Schlangenbart von Lena, der nur sehr langsam wächst.

Polygonatum x hybr. 'Weihenstephan'

Polygonatum x hybr. ‚Weihenstephan‘

Ophiopogon planiscapus 'Niger' - Schwarzer Schlangenbart

Ophiopogon planiscapus ‚Niger‘ – Schwarzer Schlangenbart

 Aruncus dioicus - Wald-Geißbart


Aruncus dioicus – Wald-Geißbart

Astilben

Astilben

Unsere kleine Hosta-Sammlung reiht sich auch ganz hübsch ein:

 

Jetzt freuen wir uns erst einmal auf tüchtiges Wachstum und schönes, warmes Wetter!

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Der Schattengarten und die Vielfalt der Hosta

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Ein Gedächtnisprotokoll vom Vortrag „Das Gartenjahr im Schattengarten – Hosta und Co.“ von Dr. Ullrich Fischer am 16. März 2014 bei den Staudenfreunden Unterfranken in Schweinfurt.

Der Schattengarten

Schattenbereiche sind kühle und humusreiche Bereiche. Im Garten strukturiert man diese durch Gehölze und Begleitstauden wie  Hosta und Zwiebelblumen.

Es sollten keine flachwurzelnden Gehölze, wie z.B. Fichten, gewählt werden. Bei Gehölzen gibt es verschiedene Wurzelsysteme, Flachwurzler, Tiefwurzler etc.

Bei den Stauden ist die Blattform und Zeichnung wichtiger als die Blüte.  Je nach Jahreszeit stehen spezielle Blumen und Stauden im Rampenlicht.

Kombinationspflanzungen

Im Frühjahr stehen Zwiebelblumen wie Narzissen, Schneeglöckchen, Winterlinge und Schlangenbärte im Vordergrund, die sich bestens mit Hosta, Farn und Anemone ergänzen. Diese werden zum Winter nicht geschnitten, man belässt das Laub als Mulch und Winterschutz für die Pflanzen. Als blühende Gehölze sind jetzt Jasmin, Schneeball, Hamamelis, gern auch die rote Variante ‚Livia‘ Begleiter. Kleingehölze bringen im Sommer Flimmerschatten, ideal ist hierfür Japanischer Ahorn. Wer japanisches Flair liebt, kombiniert Hosta um eine Wasserstelle mit Farn und Ahorn.

Lungenkräuter mit samtigem Blau kombiniert man gut mit Narzissen. Trillium, Dreiblätter wie grandiflorum eignen sich gut für Anfänger. Weiter sind Gedenkemein und Leberblümchen, Hepatica transsilvanica, wie auch Epimedium empfehlenswert. Diese benötigen einen humosen Standort, der im Sommer nicht den ganzen Tag von der Sonne beschienen wird, auch hier schützen alte Blätter im Winter, wie bei der Christrose. Besonders wird die Sorte ‚Amber Queen‘ empfohlen. Wunderschöne Gehölzgruppen bilden Magnolien, z.B. Elisabeth und Yellow Bird Hybriden in Kombination mit Herbst-Enzian.

Farne – hier können Schildfarne eingesetzt werden, die keine sichtbaren Sporen bilden, wie Hufeisenfarn und Alliantum venustum. Weitere Begleiter sind Salomonsiegel und Disporum sowie Feuerkolben Arisaema.

Im Herbst und Winter erfreut besonders die Färbung des Ahorns und der Hamamelis, Sorbus und Eberesche.

Die Hosta

Die Hosta, zu Beginn des 20. Jhdt. auch oft noch als Funkie bezeichnet hat ihr Hauptgebiet im nördlichen Japan, von Hokkaido bis Shikoku, mit 45 Arten. Diese wurde in den USA zu einer Vielfalt von bis zu  12000 Variationen weiterentwickelt. Bei der Zucht neuer Sorten benötigt der Züchter 10 bis 12 Jahre vom Sämling bis zur verkaufbaren Sorte, die dann auch einen angemessenen Preis von 18 bis 20 Euro hat. Bis zur vollen Größe benötigen alle Hosta an Ort uns Stelle 4 bis 5 Jahre in denen sie sich eingewöhnen. Vermehrung erfolgt meist durch Gewebekultur. Dabei ist die Teilung Ende März bis Mai möglich. Die alte Wurzel wird gebrochen und Teile mit 3 – 4 Trieben ein Jahr im Topf weiter gezogen. Wichtig ist hierbei mit sterilem Gerät vorzugehen, da hierbei die Infektion durch den Hostavirus droht. Ist eine Pflanze befallen, ist die Pflanze im Restmüll zu entsorgen, wo sie verbrannt wird. Der Pflanzplatz kann dann für 2 bis 3 Jahre nicht mit Hosta bepflanzt werden. http://de.wikipedia.org/wiki/Gewebekultur

Blattfärbung

Die Hosta lieben Schatten, sie werden mit den Jahren aber resistent gegen Sonne, entwickelt sozusagen einen Lichtschutzfaktor. Die bläuliche Färbung kommt durch eine Wachsschicht, die jedoch lichtempfindlich ist. Die Weiß/Grüne Zeichnung des Blattes ist eine Genmutation. Die Mehrfarbigkeit der Hosta ist eine Gewebemischung, die vergleichbar ist mit einer Orangenschale mit ihrer Außenschale und dem weißen Fleisch, das durch einen Mixer gegangen ist. Viel Weiß bedeutet jedoch, dass die Pflanze nur wenig wächst, da der grüne Teil, in dem die Energie umgewandelt wird, entsprechend anteilig klein ist. Der weiße Blattbereich, oft am Rand, ist empfindlich für Lufttrockenheit, speziell also im Sommer.

Pflege

Der Schattengarten im Mai ist durch gefräßige Schnecken gefährdet. Dagegen wird Schneckenkorn empfohlen, kein Bier. Das Schneckenkorn soll jedoch kein Ferromol enthalten, das bei Regen nicht beständig ist. Wichtig ist hingegen es früh im Jahr anzuwenden, um schon die erste Brut zu erwischen, damit die Basis der Sommerpopulation möglichst gering zu halten. Wenn man das zwei Jahre durchhält, kann man durchaus einen schneckenfreien Schattengarten erhalten. Als Dünger verwendet man im Frühjahr feine Hornspäne, das reicht meist dann für 2 Jahre. Wird die Hosta im Topf gehalten, ist für Drainage zu sorgen, besonders bei der Überwinterung.

Sorten

  • Besonders erwähnt werden sollen zwei Sorten ‚Halcyon‘, bodendeckend und ‚June‘ die immer ein gutes Aussehen aufweisen.
  • Interessante Gruppen Tardiana , Eisvogel und mit später Blüte Salute.
  • Die größten Pflanzen bildet Sum and Substance mit bis zu 90 cm Durchmesser und Titanic als kleinere Form.
  • Die Sorte Sagae wird 60 bis 70 cm hoch.
  • Liberty hat einen hellen Rand.
  • Eine weitere Standardsorte ist Fire and Ice, die nur Morgen- und Abendsonne verträgt, hier auch Kiwi Full Monti.
  • Die Sorte Niagara, mit 60 bis 70 cm Durchmesser, ist einfarbig und verträgt auch mehr Sonne.
  • Wall Paint verblasst in ihrer Zeichnung mit der Zeit.
  • Eine weitere Standardsorte ist June und Minute man mit hellem Rand.
  • Patriot ist robust und braucht 3 bis 4 Jahre bis zur vollen Größe.
  • Tokudama, die viel Schatten benötigt, braucht 4 bis 5 Jahre zur vollen Größe.
  • Eine gute Kombination sind Lilium martagon. Martagon-Hybriden, z.B. die Sorte ‚Claude Shride‘, blühen auch im Halbschatten gut.