Die Gartenpforte ist geöffnet

„Kann ich Euch vorschlagen für einen Gartenbesuch der Hamburger GdS-Regionalgruppe?“  Ungläubig hatten wir im November Rainer Trost, unserem GdS-Regionalleiter zugestimmt mit dem Hinweis auf unseren Blog. Dort könne man sich ein Bild unseres Gartens machen. Im Februar dann, wir hatten schon gar nicht mehr daran gedacht, kam die sehr nette Anfrage von Jan Renneberg, dem Hamburger Regionalleiter. Jetzt wurde es ernst! Viel Fragen stellten sich, da dies unser erster Besuchertag war. Eins war klar: unser Garten, naturnah und auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten, ist wie er ist, Punkt!

Seit April hatten wir 25% der Regenmenge der ortsüblichen Niederschläge und die Rasenfläche ist total vertrocknet! Die Rosenblüte begann bereits Mitte Mai. Die historischen Rosen waren jetzt fast verblüht. Erfreulicherweise begannen gerade die ersten Taglilien zu blühen und die Einfassung der Staudenbeete mit Sedum acre, dem scharfen Mauerpfeffer und Salvia nemorosa ‚Marcus‘ leuchteten um die Wette in Gelb und tiefem Blau-Violett.

Im Küchengarten leuchteten die ersten Feld-Rittersporne, Mohn und Fingerhüte, Ringelblumen und Jungfer im Grünen zwischen dem Gemüse. Pünktlich um 12:30 Uhr kam der Bus angerollt und heraus strömten 35 Staudenfreunde und Garten- Enthusiasten! Nach der Begrüßung und einiger Sätze zur Garten-Gestaltung verteilten sich die Besucher und jeder hatte Zeit und Muße seinen Lieblingsplatz zu finden.

So vergingen die anderthalb Stunden wie im Flug und die Besucher verabschiedeten sich von uns: „Es war wunderbar, machen Sie weiter so!“ Solche Besucher dürfen gern wiederkommen 🙂

 

Zum Schluss freuten wir uns über das Gastgeschenk – einem Buch über Wildstauden von Jochen Wegner, den wir im September besuchen werden!

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Der Mai ist gekommen – Regenwasser, Kompost, Rankhilfen …

Der April war sonnig und meist zu trocken. Wir haben die Zeit genutzt um unseren Garten fit zu machen für den Sommer.

  • Von älteren Nachbarn wird unsere Region in Unterfranken gern als „fränkische Trockenplatte“ bezeichnet. Daher steht bei der Vorbereitung des Gartens die Wasserversorgung an erster Stelle.
  • Durch das Anlegen von Beeten hatten wir bisher reichlich Grassoden von den freigemachten Flächen, die uns Boden für die Hochbeete lieferten. Dies Jahr wollen wir uns mit dem wichtige Thema Kompost beschäftigen. Wie wir feststellen mußten, ein Thema zu dem es viele Meinungen und Verfahren gibt. Wir orientieren uns an den Anregungen und Erfahrungen der Abtei Fulda nach der Methode Bruce und haben uns deren Kräuterpulver „Humofix“ zur Schnell-Humus-Gewinnung zusenden lassen.
  • Die ersten Jahre hatten wir vorhandene Rosen radikal zurückgeschnitten um sie zu einem kräftigen Neuaustrieb anzuregen. Hinzu kamen weitere Rosen. Bei der Beschäftigung mit dem Thema Rosen haben wir unsere Liebe zu historischen Rosen entdeckt, die winterhart sind und einen intensiven typischen Duft verströmen. Die Rosen haben sich gut entwickelt und werden dies Jahr Rankhilfen benötigen. Rechtzeitig vor dem Mairegen haben wir diese gestern aufgestellt.

 

Die große Dachfläche unseres Anwesens sammelt den spärlichen Regen, der über verschieden Fallrohre abgeleitet wird. Ein Teil wird für den Teich genutzt, zwei Dachflächen füllen unsere Regenfässer. Wir hatten das meiste Regenwasser von der westlich ausgerichteten Dachfläche erwartet, hier hatten wir ein 1000 l Fass aufgestellt. Die Erfahrung zeigte jedoch, dass unser 300 l Fass von der nordöstlich ausgerichteten Dachfläche dauernd überlief. So entschlossen wir uns zum Tausch der Fässer. Dadurch mußte unsere bisherige Kompost-Ecke neu gestaltet werden. Bisher hatten wir Sammelbehälter aus gesteckten Brettern. Diese waren mit einer Kantenlänge von 80 cm jedoch zu klein um den Kompost richtig zu erhitzen. Das Kloster Fulda, Christa Weinreich OSB in „Geheimnisse aus dem Klostergarten“ und John Seymour in seinem Buch „Selbstversorgung aus dem Garten“ empfehlen eine Fläche von 2 x 1 m. Daneben sollte Platz sein für Sammelstellen von vertrockneten Stauden, altem Kompost und Mist. Zusammen mit frischem Grün soll jetzt im Mai der erste Kompost geschichtet werden und mit dem Kräuterpulver „Humofix“ zur heißen Kompostierung gebracht werden. Das Regenfass wiegt befüllt 1 t und ist zwischen diesen Haufen platziert. Da lag es nahe, ein stabiles Fundament aus einem Bordstein und Betonkübeln zu errichten, durch das das Fass für die Befüllung der Kannen in eine komfortable Höhe kommt.

Lange hatten wir über verschiedene Lösungen der Rankhilfen nachgedacht und ausprobiert. Für die Rosen sollte ein einfaches, natürliches Material den Rosen nicht die Schau stehlen. So sind geschälte Fichtenstämme vom Sägewerk preiswert und passend um daraus Rankhilfen zu bauen. Dabei wurde auch ein einfacher Rosenbogen erstellt, der in der Sichtachse das Gartenzimmer Küchengarten abschließt. Die Gartenräume sollen, entlang der Sichtachse durch Tore, bzw. Rosenbogen betreten werden. Es wird also ein weiterer Bogen zur Straßenseite folgen und dann ein Durchschreiten der Gartenräume erlebbar machen. In unserem Garten sind natürliche Materialien verwendet. Für die Tomaten hatten wir bisher Metallspiralen, an denen die hochrankenden Sorten oft unter ihrem Gewicht abrutschten. Beim Besuch im Sägewerk fanden wir sägeraue Kanthölzer, die im Weinbau verwendet werden, gern aber auch für Tomaten genutzt werden. Eine preisgünstige Lösung, die zudem auch optisch besser zu unserem Garten passt.

Die Sonne setzt erste Farbtupfer

Die milden Temperaturen und das längere Tageslicht lässt die Flora förmlich explodieren. Bei milder Luft und dem Gesang der Vögel schmeckt eine herzhafte fränkische Brotzeit .

 

Der Schattengarten und die Vielfalt der Hosta

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Ein Gedächtnisprotokoll vom Vortrag „Das Gartenjahr im Schattengarten – Hosta und Co.“ von Dr. Ullrich Fischer am 16. März 2014 bei den Staudenfreunden Unterfranken in Schweinfurt.

Der Schattengarten

Schattenbereiche sind kühle und humusreiche Bereiche. Im Garten strukturiert man diese durch Gehölze und Begleitstauden wie  Hosta und Zwiebelblumen.

Es sollten keine flachwurzelnden Gehölze, wie z.B. Fichten, gewählt werden. Bei Gehölzen gibt es verschiedene Wurzelsysteme, Flachwurzler, Tiefwurzler etc.

Bei den Stauden ist die Blattform und Zeichnung wichtiger als die Blüte.  Je nach Jahreszeit stehen spezielle Blumen und Stauden im Rampenlicht.

Kombinationspflanzungen

Im Frühjahr stehen Zwiebelblumen wie Narzissen, Schneeglöckchen, Winterlinge und Schlangenbärte im Vordergrund, die sich bestens mit Hosta, Farn und Anemone ergänzen. Diese werden zum Winter nicht geschnitten, man belässt das Laub als Mulch und Winterschutz für die Pflanzen. Als blühende Gehölze sind jetzt Jasmin, Schneeball, Hamamelis, gern auch die rote Variante ‚Livia‘ Begleiter. Kleingehölze bringen im Sommer Flimmerschatten, ideal ist hierfür Japanischer Ahorn. Wer japanisches Flair liebt, kombiniert Hosta um eine Wasserstelle mit Farn und Ahorn.

Lungenkräuter mit samtigem Blau kombiniert man gut mit Narzissen. Trillium, Dreiblätter wie grandiflorum eignen sich gut für Anfänger. Weiter sind Gedenkemein und Leberblümchen, Hepatica transsilvanica, wie auch Epimedium empfehlenswert. Diese benötigen einen humosen Standort, der im Sommer nicht den ganzen Tag von der Sonne beschienen wird, auch hier schützen alte Blätter im Winter, wie bei der Christrose. Besonders wird die Sorte ‚Amber Queen‘ empfohlen. Wunderschöne Gehölzgruppen bilden Magnolien, z.B. Elisabeth und Yellow Bird Hybriden in Kombination mit Herbst-Enzian.

Farne – hier können Schildfarne eingesetzt werden, die keine sichtbaren Sporen bilden, wie Hufeisenfarn und Alliantum venustum. Weitere Begleiter sind Salomonsiegel und Disporum sowie Feuerkolben Arisaema.

Im Herbst und Winter erfreut besonders die Färbung des Ahorns und der Hamamelis, Sorbus und Eberesche.

Die Hosta

Die Hosta, zu Beginn des 20. Jhdt. auch oft noch als Funkie bezeichnet hat ihr Hauptgebiet im nördlichen Japan, von Hokkaido bis Shikoku, mit 45 Arten. Diese wurde in den USA zu einer Vielfalt von bis zu  12000 Variationen weiterentwickelt. Bei der Zucht neuer Sorten benötigt der Züchter 10 bis 12 Jahre vom Sämling bis zur verkaufbaren Sorte, die dann auch einen angemessenen Preis von 18 bis 20 Euro hat. Bis zur vollen Größe benötigen alle Hosta an Ort uns Stelle 4 bis 5 Jahre in denen sie sich eingewöhnen. Vermehrung erfolgt meist durch Gewebekultur. Dabei ist die Teilung Ende März bis Mai möglich. Die alte Wurzel wird gebrochen und Teile mit 3 – 4 Trieben ein Jahr im Topf weiter gezogen. Wichtig ist hierbei mit sterilem Gerät vorzugehen, da hierbei die Infektion durch den Hostavirus droht. Ist eine Pflanze befallen, ist die Pflanze im Restmüll zu entsorgen, wo sie verbrannt wird. Der Pflanzplatz kann dann für 2 bis 3 Jahre nicht mit Hosta bepflanzt werden. http://de.wikipedia.org/wiki/Gewebekultur

Blattfärbung

Die Hosta lieben Schatten, sie werden mit den Jahren aber resistent gegen Sonne, entwickelt sozusagen einen Lichtschutzfaktor. Die bläuliche Färbung kommt durch eine Wachsschicht, die jedoch lichtempfindlich ist. Die Weiß/Grüne Zeichnung des Blattes ist eine Genmutation. Die Mehrfarbigkeit der Hosta ist eine Gewebemischung, die vergleichbar ist mit einer Orangenschale mit ihrer Außenschale und dem weißen Fleisch, das durch einen Mixer gegangen ist. Viel Weiß bedeutet jedoch, dass die Pflanze nur wenig wächst, da der grüne Teil, in dem die Energie umgewandelt wird, entsprechend anteilig klein ist. Der weiße Blattbereich, oft am Rand, ist empfindlich für Lufttrockenheit, speziell also im Sommer.

Pflege

Der Schattengarten im Mai ist durch gefräßige Schnecken gefährdet. Dagegen wird Schneckenkorn empfohlen, kein Bier. Das Schneckenkorn soll jedoch kein Ferromol enthalten, das bei Regen nicht beständig ist. Wichtig ist hingegen es früh im Jahr anzuwenden, um schon die erste Brut zu erwischen, damit die Basis der Sommerpopulation möglichst gering zu halten. Wenn man das zwei Jahre durchhält, kann man durchaus einen schneckenfreien Schattengarten erhalten. Als Dünger verwendet man im Frühjahr feine Hornspäne, das reicht meist dann für 2 Jahre. Wird die Hosta im Topf gehalten, ist für Drainage zu sorgen, besonders bei der Überwinterung.

Sorten

  • Besonders erwähnt werden sollen zwei Sorten ‚Halcyon‘, bodendeckend und ‚June‘ die immer ein gutes Aussehen aufweisen.
  • Interessante Gruppen Tardiana , Eisvogel und mit später Blüte Salute.
  • Die größten Pflanzen bildet Sum and Substance mit bis zu 90 cm Durchmesser und Titanic als kleinere Form.
  • Die Sorte Sagae wird 60 bis 70 cm hoch.
  • Liberty hat einen hellen Rand.
  • Eine weitere Standardsorte ist Fire and Ice, die nur Morgen- und Abendsonne verträgt, hier auch Kiwi Full Monti.
  • Die Sorte Niagara, mit 60 bis 70 cm Durchmesser, ist einfarbig und verträgt auch mehr Sonne.
  • Wall Paint verblasst in ihrer Zeichnung mit der Zeit.
  • Eine weitere Standardsorte ist June und Minute man mit hellem Rand.
  • Patriot ist robust und braucht 3 bis 4 Jahre bis zur vollen Größe.
  • Tokudama, die viel Schatten benötigt, braucht 4 bis 5 Jahre zur vollen Größe.
  • Eine gute Kombination sind Lilium martagon. Martagon-Hybriden, z.B. die Sorte ‚Claude Shride‘, blühen auch im Halbschatten gut.

Schlechtwetterprogramm

Das Wetter lädt gerade dazu ein, die Geschichte unseres Gartens von 2010 an zu vervollständigen. Heute habe ich mich mit dem Jahr 2011 beschäftigt:

http://g0-2.de/qflr

Herbststimmung in unserem unterfränkischen Garten

Ein täglicher Gang durch den Garten zu jeder Jahreszeit – das gehört einfach dazu! Nicht mehr lang, dann kehrt hier für einige Zeit Ruhe ein. Zeit für neue Pläne und Änderungen, Zeit, die Früchte des Gartens zu genießen!