Frühlingswanderung durch den Landschaftspark Bettenburg

Die Bettenburg liegt mitten in den Haßbergen bei Hofheim. Sie ist ein Wahrzeichen der Haßberge. Dazu gehört der gleichnamige Landschaftspark, bzw. Landschaftsgarten. Seine Gründung geht zurück auf den Freiherrn Christian von Truchseß von Wetzhausen. 1789 ließ er ihn  in dem Waldstück nahe seiner Burg anlegen. Von Anfang an war der Park auch für die Bevölkerung geöffnet.

Es war die Zeit, in der in Deutschland reichlich und mit Begeisterung in Lesezirkeln gelesen und philosophiert wurde. Bekannt sind in dieser Zeit die von Goethe in Weimar geführten „Freitagsgespräche“. Eine solche Tafelrunde versammelte der Freiherr auch auf der Bettenburg, wo sich namhafte Persönlichkeiten zum Gedankeaustausch trafen.  Es war die Zeit kurz nach der französischen Revolution und die Zeit der englischen Landschaftsparks. In dieser Zeit des Umbruchs sah sich der Freiherr als letzter Ritter.

Die mittelalterlichen Tugenden der Ritter, wie z.B. die Fürsorge für die Untertanen und den Schutz in Not Geratener war das Ideal und die Sehnsucht der gebildeten Runde. Die Werte wie Familie, Freundschaft, Dichtkunst hielt der Freiherr hoch. Ihnen zu Ehren ließ er in dem Landschaftsgarten Architekturen anlegen. Ebenso zierten die Wege durch den Park viele Schrifttafeln, die zum Nachdenken anregen und dadurch die Wanderer zu moralisch besseren Menschen machen sollte.

Heute bei klarem sonnigen Wetter wollte ich mir ein Bild von dem Landschaftsgarten machen. Es ist ein Areal ca. 500 x 500 Meter groß. Das bergige Gelände ist mit Eichen und Buchenwäldern bewachsen. Zu beiden Seiten eines von einem Bachlauf durchzogenen Tales steigen Hügel an. Die gut ausgeschilderten Pfade führen entlang des Tals, hinab zum Bachlauf und auf der anderen Seite wieder hinauf auf die Höhe, von der man im Osten das Dorf Manau sehen kann. Zur anderen Seite, nach Westen, ging früher der Blick in das Vorland der Haßberge. Heute verstellen hohe Buchen und Eichen den Blick.

Der Weg führt vom Parkplatz an der „Totenkapelle“ vorbei zum „Lusthaus“, auch „Dichterhaus“ genannt. Dort bietet sich ein herrlicher Blick über das bewaldete Tal. Der Weg führt weiter am „Denkmal mit Ulrich von Hutten“ zum „Minnesängerplatz“.

Von hier kann man schon die „Alte Burg“ eine künstliche Ruine, durch deren Tor man auf die nach dem Bauernkrieg neu erbaute Bettenburg schaut. Von hier macht der Weg eine Schleife und führt zum „Denkmal für Götz von Berlichingen und Franz von Sickingen“. Götz von Berlichingen, der zeitweise auf der Seite der aufständischen Bauern kämpfte und dem Goethe ein Denkmal setzte. An diesem Denkmal wird auch auf die eigene ungewisse eigene Zukunft, im Zeitalter der Schreckensherrschaft der Jakobiner auf dem Höhepunkt der französischen Revolution, verwiesen. Der Weg geht ins Tal hinunter. Man folgt dem Bachlauf bis zur Mündung in den „Trüben See“ mit einer kleinen Insel darin. Der Weg geht zurück, überquert eine hölzerne Brücke und führt steil auf die Höhe der anderen Talseite. Auf der Höhe geht der Weg vorbei am „Denkmal der Geschwisterliebe“ und führt zurück an der „Totenkapelle vorbei. Die besondere Stimmung diese Landschaftsgartens regt zum Nachdenken und Entschleunigen an.

Die Landschaft beeindruckt sicher auch im April zum Austrieb der Laubbäume, sowie an heißen Sommertagen, wenn das Laub Kühle spendet, oder im Herbst wenn sich das Laub verfärbt. Auf jeden Fall ist er ein empfehlenswertes Ziel.

8 Gedanken zu “Frühlingswanderung durch den Landschaftspark Bettenburg

  1. Wow, ich habe selten einen so schönen Park gesehen, den würde ich mir auch gerne mal aus der Nähe ansehen. Interessant ist auch die Geschichte, die Du aufgeschrieben hast. Danke für’s Mitnehmen.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

  2. Sehr schöne Wanderung und tolle Fotos. Wir sind Sylvester 2017/18 in Königsberg gewesen. Unsere Wanderungen durch die Hassberge waren trotz Winterwetters ganz angenehm und ich hab mir überlegt, dass man eigentlich nochmal im Juni hinfahren müsste, wenn die Wiesen blühen.
    LG Sigrun

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